My awesome Life in Hollywood

My awesome Life in Hollywood

Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Reunion nach zwölf Jahren

Manche Freundschaften haben ein Haltbarkeitsdatum. Dass die Distanz dabei eine grosse Rolle spielt, weiss unsere Bloggerin Jasmin Gruber. Und doch können viele Kilometer, die zwei Menschen trennen, sie auch wieder näher bringen.

Anfangs noch hört man sich fast täglich. Whatsapp und Facetime sei Dank. Doch mit der Zeit werden die Anrufe und Sprach-Memos immer weniger. Schuld daran ist unter anderem die Zeitdifferenz. Wenn mein Tag hier beginnt, geht euer in der Schweiz zu Ende. Aus den Augen, aus dem Sinn? Nein. Und doch ist es nur natürlich, dass der Kontakt mit Freunden aus der Heimat nach und nach abklingt.

Wer im Ausland wohnt, muss das gezwungenermassen in Kauf nehmen. Es gibt aber auch Bekanntschaften, die genau deswegen wieder aufblühen. «Hey, kennsch mi no?!», fragte mich Sabrina vor wenigen Wochen auf Facebook. Sie sei gerade in Hawaii und würde bald nach Los Angeles fliegen.

Gspänli auf der Gemeindeverwaltung

Zwölf Jahre haben wir uns nicht mehr gesehen. Zwölf lange Jahre. Und jetzt gibt es eine Reunion in L.A., knapp 10'000 Kilometer entfernt von Widnau. Ich war 15 und habe gerade meine kaufmännische Lehre bei der Gemeindeverwaltung begonnen. Tönt langweilig - war es auch.

Die drei Jahre gehören nicht gerade zu den besten in meinem bisherigen Leben. Mein Traumberuf? Journalistin. Ich wollte unbedingt zum Radio. Doch eine anständige Ausbildung ist ein Muss, lagen mir meine Eltern in den Ohren. 

Und so sortierte ich Akten im Steuerarchiv, ging nicht zahlungswilligen Bürgern im Betreibungsamt auf den Sack und erfasste Neuzuzüger im Einwohneramt. Sabrina war einer der wenigen Lichtblicke während der sonst so tristen Acht-Stunden-Tage. Und doch haben wir uns, nachdem ich die KV-Lehre abgeschlossen habe, aus den Augen verloren. Mehr als ein Jahrzehnt ist das nun her.

«Weisch no?»

Und jetzt sitzen wir hier unter der Sonne Kaliforniens und lachen über lustige Anekdoten von früher. Keine Ahnung, wie viele Male wir «weisch no?» gesagt haben. Kennt ihr das? Wenn man jemanden x Jahre nicht gesehen hat und es sich kein bisschen komisch anfühlt, wenn man sich wieder trifft? So ist es mit Sabrina. Wir haben uns gleich vier Mal getroffen, dann zog sie weiter nach San Francisco. Und ich freue mich bereits auf das nächste Gspänli aus vergangenen Zeiten, welches sich (hoffentlich bald) bei mir melden wird.

Im Dossier: Noch mehr Blogs von Jasmin Gruber