My awesome Life in Hollywood

My awesome Life in Hollywood

Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Hilfe, jetzt bin ich 30!

Viele haben schon Monate davor Albträume, Schweissausbrüche und Panikattacken. Trauern statt Feiern, wenn die 30 vor der Türe steht. Ist es wirklich so schlimm, wenn man den 20ern Adieu sagt? Ganz und gar nicht, sagt unsere Bloggerin Jasmin Gruber.
Geburtstag 30 lustig Feiern Hollywood Los Angeles Blog
© Instagram

Horror vor dem 30. Geburtstag? Man sollte das Leben nicht so ernst nehmen, findet Bloggerin Jasmin Gruber.

Da steht sie nun also. Die Zahl 3. Seit ich denken kann, wurde mir eingetrichtert, der 30. Geburtstag sei etwas ganz Besonderes. Im negativen Sinne. Das Ende der Jugend. Torschlusspanik. Falten. Graue Haare. Jetzt gehts bergab. Das Leben ist vorbei.

Also ich bin nach wie vor quicklebendig. Graue Haare habe ich sowieso schon seit Jahren - nur sieht die niemand, dem Coiffeur sei Dank. «Wie fühlsch di jetzt?», wurde ich an meinem vermeintlichen Trauertag bestimmt 40 Mal gefragt. «Äh, guet?» Ich wüsste nicht, wieso man sich über Nacht plötzlich ganz anders fühlen sollte.

Klar, einiges hat sich in den letzten Jahren geändert. Ein schleichender Prozess. Wenn ich heute mal über den Durst trinke, bin ich drei Tage im Elend. Früher konnte ich am Donnerstag, Freitag und Samstag in den Ausgang gehen und sah am Sonntagsbrunch wie aus dem Ei gepellt aus. Auch hat man das eine oder andere Wehwehchen. Und die Schwerkraft macht sich auch bemerkbar.

Als Teenager wusste ich ganz genau, wie mein Leben als Dreissigjährige aussehen wird. Ich bin verheiratet, habe zwei herzige Kinder und wohne mit meiner Bilderbuchfamilie in einem schicken Einfamilienhaus in einem kleinen Dorf. Die Realität sieht ein bisschen anders aus. Ich habe weder einen Ring am Finger, noch bin ich Mama und ein Haus will ich schon gar nicht.

Mit 30 ist man erwachsen. Vorbei ists mit der Jugend, dem unbeschwerten Gang durchs Leben, den falschen Entscheidungen. Aber ich mache da nicht mit. Ich will nach wie vor falsche Entscheidungen treffen, frei sein und mich jung fühlen. Denn das bin ich. Punkt.

Man sollte das Leben nicht zu ernst nehmen. Und sich selbst schon gar nicht. Von den Kleinsten können wir Grossen viel lernen. Wenn ich Kinder sehe, die sich ab den einfachsten Dingen im Alltag erfreuen, von ganzem Herzen lauthals lachen und einfach nur glücklich sind, ohne bestimmten Grund. Wann waren Sie das zuletzt?

Vielleicht haben viele Angst, älter zu werden, weil die Kindheit mit jedem Jahr weiter in die Ferne rückt. Ich wünsche mir zum Geburtstag, dass ich gesund und glücklich bleibe. Dass das Kind in mir nie verloren geht. Und dass ich stolz bin auf jede Falte, die sich in meinem Gesicht bemerkbar macht. Vielen ist es vergönnt, ein gewisses Alter zu erreichen. Und das Älterwerden zeigt doch auch, dass man gelebt, geliebt und getrauert hat.

Ich beende meine Zeilen mit einem Zitat von Oscar Wilde: «Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur.»

Im Dossier: Alle L.A.-Blogs von Jasmin Gruber