My awesome Life in Hollywood

My awesome Life in Hollywood

Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Los Angeles, 32 Grad, der Rum wirkt!

Während wir hier in der Schweiz langsam, langsam in Frühlingsstimmung kommen, ist in Los Angeles bereits der Sommer ausgebrochen. Unsere Bloggerin Jasmin Gruber findet man von nun an nur noch am Pool.
Jasmin Gruber Blog (Blick) Temperaturen Los Angeles Sommer
© ZVG

Was gibts besseres als einen Pool in der Sonne?!

«Du Ratte!», faucht mich meine ehemalige Mitbewohnerin Miro am anderen Ende der Leitung an. «Ich weiss», lache ich gemein. Bei ihr in Zürich hat es den ganzen Tag geregnet und ich liege hier im Bikini am Pool. 30 Grad, Sonne en masse, keine einzige Wolke am Himmel. So lässt sichs leben!

Ein gutes Buch und chillige Musik in meinen Ohren, mehr brauche ich nicht zum Glücklichsein. Doch schon nach wenigen Minuten ist es vorbei mit der Ruhe. «Hey, I'm Jackie!», begrüsst mich eine Stimme, die so rau und tief ist wie die von Miley Cyrus. Wir stellen uns vor, der übliche Smalltalk. Sie ist - zur Abwechslung mal - keine Schauspielerin, sondern arbeitet in meiner Lieblingsbar um die Ecke. Was für ein Zufall! «Nächstes Mal gibts Chicken Wings und Fries aufs Haus», verspricht sie lachend.
 
Nächster Tag, gleiches Spiel. Ich brutzle wieder vor mich hin, geniesse die Sonnenstrahlen auf meiner Haut und greife gerade zum Buch, als das Tor zum Pool aufgeht. «Hi there, I'm Jared and this is Lara», begrüsst mich ein Pärchen und macht sich auf den Liegestühlen neben mir breit. Ich habe die beiden in den fünf Monaten hier noch nie gesehen. Sind ja fast Zustände wie in der Schweiz.

«Willst du ein Bier?», fragt mich Jared und springt auf. «Ist noch etwas zu früh für mich», lehne ich dankend ab. «Hey, wir müssen unsere Nachbarschaft feiern!», sagt er fast schon beleidigt. «Okay, okay, ein Bierchen liegt drin.»

Minuten später steht er mit einer Flasche Rum, einer Shisha und seinem besten Kumpel vor mir. Hoppla, jetzt aber! Und so stossen wir vier nachmittags um halb zwei Uhr auf unsere neu gewonnene Freundschaft an. Ganz nach dem Motto «Einer ist keiner» kippen wir einen Shot nach dem anderen, rauchen Shisha mit Gummibärli-Geschmack und haben Bauchweh vor Lachen.

Es ist halb vier Uhr und ich bin betrunken. Lässig. In meiner Euphorie biete ich Lara an, mal ihren Hund mit zum Wandern zu nehmen. Er sei mega herzig, meint sie strahlend. Als sie mir dann jedoch ein Bild vors Gesicht hält, verstumme ich. Das ist kein Hund, das ist ein Bär! Hoffentlich vergisst sie mein Versprechen wieder.

Nächster Tag, gleiches Spiel. Ich platziere mich wieder auf dem Liegestuhl, dieses Mal ohne Buch. Habe aus meinen Fehlern gelernt. Heute zeigt das Thermometer sogar 32 Grad an. Wenn das so weitergeht, sehe ich bald aus wie Beyoncé. Nach einer halben Stunde wird mir langweilig. Von meinen neuen Freunden weit und breit keine Spur, und so gehe ich - ein bisschen enttäuscht - mein Buch holen. Kaum auf Seite zwei angekommen, höre ich eine vertraute Stimme rufen: «Hey, how are you?»...

Im Dossier: Alle Los-Angeles-Blogs von Jasmin Gruber