My awesome Life in Hollywood

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Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Liebeserklärung an das Judentum

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Bei unserer Bloggerin Jasmin Gruber und ihrer israelischen Freundin Natali treffen zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander. Zum kulinarischen Glück.
Hollywood Blog Jasmin Gruber Judentum
© Jasmin Gruber

Wichtigste Vorbereitung? Nichts essen!

25 Stunden lang nichts essen und trinken. Duschen ist ebenfalls verboten, geschweige denn Zähneputzen. So sehr ich meine Freundin Natali auch liebe, das geht eindeutig zu weit! Jom Kippur ist der heiligste Feiertag der Juden. Man führt seine Sünden vor Augen und bittet Gott darum, alle zu vergeben und einen Neuanfang zu ermöglichen. Meine Entschuldigung? Ich glaube nicht an Gott. Bin zwar katholisch erzogen worden, mit 20 jedoch aus der Kirche ausgetreten. 

Natali und ich könnten, was der Glaube betrifft, unterschiedlicher nicht sein. Sie betet jeden Abend vor dem Schlafengehen, zündet am Freitag jeweils zwei Sabbatkerzen an und vertraut voll und ganz auf die Unterstützung Gottes. Ich? Das lassen wir lieber. 

Das jüdische Erntedankfest Sukkot

Nichtsdestotrotz fasziniert mich das Judentum. Als ich Natali vor zweieinhalb Jahren kennengelernt habe, wusste ich kaum etwas darüber. Mittlerweile kenne ich alle Bräuche und Feiertage, und ich liebe sie! Mit Ausnahme von Jom Kippur. Verständlich, oder?

Doch nur wenige Tage später folgt bereits das Laubhüttenfest Sukkot. Was man an Jom Kippur an Kalorien spart, stopft man dann in sich hinein. Sukkot bedeutet «Hütten», und so speisen (und wohnen viele) Juden während sieben Tage in einer Laubhütte. Um sich bewusst zu machen, dass Gottes Schutz wichtiger ist als der vermeintliche Schutz eines festen Hauses.

Vorbereitung? Nichts essen!

Feiern tut man Sukkot nicht nur mit seiner Familie, auch Freunde und Bekannte, sogar Fremde, werden eingeladen. Je mehr Gäste, desto besser. Und so waren Natali und ich vergangene Woche bei ihrer Chefin eingeladen.

Die wichtigste Vorbereitung bei einem jüdischen Fest? Nichts essen. Mit leerem Magen erscheinen. Denn erstens gibt es soooo viele leckere Gerichte und zweitens will man nicht mit unzähligen Vorwürfen konfrontiert werden, wenn man nicht zum zehnten Mal nachschöpft. Fisch, Hackbällchen, Härdöpfelstock, Reis, Bohnen, Poulet, Hummus, Suppe, Salat en masse – und wehe, man probiert nicht von allem!

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© Jasmin Gruber

Kulinarische Leckerbissen warten auf hungrige Mäuler.

Food-Koma par excellence

Nach dem Festessen fühle ich mich wie im 18. Monat schwanger. Ich kann mich kaum noch bewegen, schleppe mich mit letzter Kraft auf den Sitzplatz, wo mich bereits ein Teller mit Torte erwartet. Widerstand zwecklos. Jetzt wäre ich bereit für Jom Kippur.  

Das Schönste an jüdischen Feiertagen ist jedoch die Herzlichkeit, die ich immer wieder spüre. Auch wenn ich a) nicht Jüdin, b) nicht Israelin und c) kein hebräisches Sprachtalent bin, werde ich jedes Mal so freundlich empfangen und akzeptiert, dass es mich sprachlos macht. Wir Schweizer können uns ein ganz, ganz grosses Stück davon abschneiden.

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© Jasmin Gruber

Zu Tisch: Das Laubhüttenfest Sukkot bringt Familie, Freunde und sogar Fremde zusammen.