My awesome Life in Hollywood

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Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

«Raus aus dem Wasser, es brennt!»

Kalifornien hat fünf Jahre Dürre hinter sich, noch immer herrscht im US-Bundesstaat enormer Wassermangel. Waldbrände stehen im Sommer leider an der Tagesordnung. Unsere Bloggerin Jasmin Gruber hat am Wochenende ein grosses Feuer hautnah miterlebt.

«Raus aus dem Wasser!», hören wir die Seepolizei durchs Megafon rufen. «Es brennt!», schreit der Mann hinterher. Wo bitteschön? Wir sind erst seit zehn Minuten hier und die wollen uns wegen einer Glut vertreiben? Nicht mit uns.

Wir sind gerade dabei, unser Picknick auf unserem Böötli auszubreiten, als wir am Ufer eine kleine Rauchwolke entdecken. Typisch Amis, denke ich mir nur. Mal wieder am Übertreiben. Doch nur wenige Minuten später stehen bereits unzählige Bäume und Büsche in Flammen, die Rauchwolke steigt bis zum Himmel. 

«Wir können gar nicht anders, als zu gaffen»

Wir fahren ein bisschen näher ans Ufer, und schon fangen meine Augen an zu tränen. Asche fliegt bis in unser Boot, die Hitze ist unerträglich (nicht nur, weil das Thermometer 38 Grad anzeigt). Wir können gar nicht anders, als zu gaffen. Aber immerhin stehen wir hier niemandem im Weg.

Gut zehn Minuten später tauchen zwei Helikopter auf, die direkt vor unserer Nase mit einem Schlauch Wasser aus dem See holen. Es bläst uns fast weg, der Lärm ist ohrenbetäubend. Sie fliegen über das Feuer, lassen die riesige Wassermenge runter, und das ganze Prozedere beginnt von vorne. 

Blog Jasmin Gruber Brand Castaic Lake
© ZVG

Der Castaic Lake liegt gut eine halbe Stunde nördlich von Los Angeles.

Das Feuer breitet sich dermassen schnell aus, dass es bereits zwei Stunden später mehrere hundert Meter weiterlodert. Mittlerweile sind fünf Helikopter und zwei Kleinflugzeuge im Einsatz. Und doch kommen die Löscharbeiten nicht voran. 

Zu trockenes Land für BBQ

Die Dürre ist eines der grössten Probleme von Kalifornien. Deshalb darf man in Wäldern nicht rauchen, auch Barbeques sind nur an gewissen Plätzen erlaubt. 

Wir verlassen den See am späten Abend, die tapferen Einsatzleute haben noch lange nicht Feierabend. 450 Feuerwehrleute standen bisher im Einsatz, lese ich drei Tage später in der «Los Angeles Times». Der Brand ist zu 60 Prozent unter Kontrolle, bisher wurden über 1000 Hektar Fläche verwüstet

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