My awesome Life in Hollywood

My awesome Life in Hollywood

Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

«Jetzt ist Zeit für Magic Mushroom»

Wie heisst es so schön? Wer nicht fragt, ist selber schuld. Unsere Bloggerin Jasmin Gruber wollte am Wochenende ein cooles Musik-Festival besuchen. Hätte sie sich nur besser informiert.
Hollywood-Blog Bloggerin Jasmin Gruber und Freundin Natali
© Jasmin Gruber

Unsere Bloggerin (l.) mit Freundin Natali. Die wohl einzigen ohne Drogen im Blut.

«Falls ihr eure psychedelischen Drogen noch nicht genommen habt, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen», rät uns Phil. Meine Freundin Natali und ich gucken uns verstört an und blicken in die (nicht so gesellige) Runde. Rechts von uns liegen zwei junge Frauen völlig apathisch auf dem Boden, hinter uns tanzt (oder schwebt) ein Pärchen wie in Trance übers Gras und links glotzen fünf Hippies mit weit geöffneten Augen nach vorne.

Klangtherapie. Wird im Internet wie folgt beschrieben: Klänge werden nicht nur auditiv, sondern auch taktil wahrgenommen. Die Schwingungen, die ins Gewebe eindringen, können sich durch den hohen Wasseranteil im menschlichen Körper bis in die Knochen fortsetzen.

Hollywood-Blog Magic Mushrooms Klangtherapie
© Jasmin Gruber

Klangtherapie. Zum Heulen war Jasmin Gruber nur wegen den schiefen Tönen.

«Schämt euch nicht, wir sind alle eins»

«Lasst euch und eure Gefühle gehen. Wenn ihr weinen müsst, nur zu. Schämt euch nicht, wir sind alle eins», säuselt Phil weiter. Wir sind die wohl einzigen hier, die keine Magic Mushrooms oder sonstige Drogen geschluckt haben. Bin ja gespannt, ob die Klangtherapie auch nüchtern etwas auslöst.

Tut es nicht. Nach einer guten halben Stunde regt sich in mir noch immer nichts. Zum Heulen ist mir höchstens, weil die Töne derart schief sind. «Spürst du etwas?», frage ich Nat leise. «Nein. Lass uns abhauen», flüstert sie zurück. Und so schleichen wir aus dem Zelt in die lang ersehnte Freiheit.

«Gspüürsch mi, fühlsch mi»

Wir sind am «One Love Festival», gut anderthalb Stunden von Los Angeles entfernt Richtung Palm Springs. Musik und Kunst, feines Essen und Stände mit coolen Klamotten. Dachten wir jedenfalls. Wir hätten uns etwas besser informieren sollen. Denn der Name hält, was er verspricht. «Gspüürsch mi, fühlsch mi» vom Feinsten.

Hollywood-Blog One Love Festival Magic Mushrooms
© Jasmin Gruber

Das One Love Festival steht für Musik und Kunst.

Statt feinen Burgern und Fleisch-Spiessli gibts hier nur (!) Vegan-Food. Alkohol sucht man auf dem Gelände vergebens. Kein Wunder, jeder ist bekifft oder auf Pilzli. Wer braucht da schon ein Bier. Die Psychedelic-Trance-Szene der Schweiz wäre neidisch auf uns.

Nüchtern kaum auszuhalten

Aber eine Erfahrung war es allemal wert. So viel Liebe von fremden Menschen habe ich schon lange nicht mehr erhalten - ob ich es nun wollte oder nicht. Umarmungen hier, ein Lächeln da, Luftküsschen dort. Eine Massage von einem Typen, der gar keine Ausbildung hat, musste ich auch noch über mich ergehen lassen. Das sagte er mir freundlicherweise erst am Schluss. Er fühle, wo er mich berühren muss. Das denkt auch nur er.

Mir ist nach diesem Tag klar, wieso diese Szene auf Drogen ist. Nüchtern ist dieses Pseudo-Love-Peace-Happiness-Vegan-Gspüürsch-Mi-Fühlsch-Mi kaum auszuhalten.