My awesome Life in Hollywood

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Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Mein (zum Glück) letzter Flug mit Air Berlin

Air Berlin musste letzte Woche Insolvenz anmelden. Unsere Bloggerin Jasmin Gruber hat die Auswirkungen der Pleite-Nachricht bereits gespürt.
Hollywood Blog
© ZVG

Das Sparmenü bei Air Berlin, nachdem die Fluggesellschaft Konkurs angemeldet hat.

Ich war gerade mit meiner Familie beim Zmittag, als die Schocknachricht im Radio kommt. Air Berlin meldet Insolvenz an. «Heisst das, du kasch gar nöd zrugg uf LA flüge?», freut sich meine Mama bereits. Zu früh. Und so stand ich gestern um 7 Uhr morgens todmüde und etwas nervös am Flughafen Kloten.

«D'Chance, dass sie jetzt streiked, isch extrem hoch», sagte mir meine Cousine am Abend zuvor beim Abschieds-Cüpli. Sie hat nur schlechte Erfahrungen mit Air Berlin gemacht und würde nicht mal in eine Maschine steigen, wenn es die letzte auf der Welt wäre. We will see, lächelte ich nur. Gegen ein paar Tage mehr in der Schweiz hätte ich nichts gehabt. Aber wir sind tatsächlich abgehoben.

Nur ein Wägeli für die Holzklasse

Statt schlechter Laune und Grumpy-Cat-Fratzen lächeln mich die Flugbegleiter an. Hätte ich nicht erwartet. Doch der Service ist trotz motivierter Stewards nicht gerade das Gelbe vom Ei. Für die gesamte Holzklasse hats gerade mal ein (!) Wägeli, welches mit Getränken durch die Gänge geschoben wird. Hoch über den Wolken fühle ich mich wie ein Kamel in der Wüste. 

11 1/2 Stunden dauert der Flug nach Los Angeles - wir erhalten kurz nach dem Start und vor der Landung Getränke. Dazwischen? Gähnende Leere. Nach vier Stunden halte ich es nicht mehr aus und stampfe wütend nach hinten. Ein Coke Zero bitte, aber subito. Kaum an meinem Platz angekommen, schütte ich den vollen Becher über mich. Lässig. Zum Glück wars nur Coke Zero, vergangenes Jahr passierte mir dieses Malheur mit Rotwein. War das eine Sauerei!

Vegi-Variante? Gibts nicht!

Apropos Sau. Kurz vor der Landung erhalten wir ein «kaltes Abendessen». Härdöpfelsalat mit Wienerli. «Bitte die Vegi-Variante, ich esse kein Schweinefleisch», sage ich so gut es geht mit meiner vertrockneter Kehle. «Gibt nur das hier», meint die erschöpfte Dame emotionslos. 

Nicht nur beim Essen und den Drinks wurde gespart. Als ich vor zwei Wochen in die Schweiz geflogen bin, lag auf meinem Sitz eine Zahnbürste, Zahnpasta, eine Augenbinde und Socken. Heute fand ich nichts von alledem vor. 

Ich gehe nie wieder fremd

Die Sparmassnahmen sind bereits in vollem Gange. Und ich bin einfach nur froh, dass ich nie wieder mit Air Berlin fliegen muss. Das hat man halt davon, wenn man der Swiss untreu wird. Ich gehe dir nie wieder fremd, versprochen!