My awesome Life in Hollywood

My awesome Life in Hollywood

Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Ein Psychopath nahe der Ohnmacht

Universal Studios, Warner Bros, Disney Land. Wer Freizeitparks liebt, kommt in Los Angeles voll auf seine Kosten. Und für alle Adrenalin-Junkies gibt es auch noch das Six Flags. 
Jasmin Gruber auf der Achterbahn
© zvg

Jasmin Gruber (vorne links) verzieht keine Miene, Lou hat die Zeit seines Lebens, Natali geniesst die Fahrt und Nicole versucht, sie irgendwie zu überstehen.

Freitag, der 13. Andere verschanzen sich an diesem Tag in den eigenen vier Wänden, ich jedoch muss dem Tod ins Auge blicken. Okay, das ist ein bisschen übertrieben. Aber was würdet ihr sagen, wenn ihr an einem Unglückstag wie diesem euer Leben in die Hände von Ingenieuren geben müsst? Eben.

Ich war noch nie ein Adrenalin-Junkie. Als Kind gingen wir jedes Jahr für ein, zwei Tage in den Europapark Rust. Während all meine Cousins den grössten Spass hatten, zuckte ich nur schon zusammen, wenn ich die Euro-Mir aus weiter Ferne sah. Mittlerweile hat sich das ein wenig gelegt. Ich bin mutiger geworden. Doch mein jüngeres Ich schwirrt noch immer irgendwo in mir und verflucht Achterbahnen aufs Übelste.

Nichtsdestotrotz lasse ich mir nicht viel anmerken, als wir – am Freitag, dem 13. – vor dem Six Flags stehen. Wir, das sind meine Freundin Natali, unser Nachbar Lou, meine Journi-Kollegin Nicole und ich. Der Freizeitpark liegt gut eine halbe Stunde nördlich von Los Angeles und ist das Mekka für alle Achterbahnen-Fans. Und mit Achterbahnen meine ich Achterbahnen. Der Europapark ist, verglichen zum Six Flags, der reinste Kinder-Geburtstag.

X2, Viper, Tatsu, Apocalypse, Batman, Goliath oder Full Throttle heissen die närschen Bahnen und brechen so manchen Weltrekord. Da wird einem schon nur vom Zusehen übel. Aber ja, Augen zu und durch. Was Nicole wortwörtlich nahm. Die Ärmste sah nach jeder Fahrt aus wie ein Häufchen Elend. Auf den Bildern sah man sie gar nicht. Lou hingegen hatte die Zeit seines Lebens. Natali schien so nichts aus der Reihe zu bringen. Und ich? Ich hatte Gefühlsschwankungen par excellence.

Jasmin Gruber und Freunde auf der Achterbahn
© zvg

Die Truppe rund um Bloggerin Jasmin Gruber kreischt sich die Seelen aus dem Leibe.

Beim Anstehen konnte ich noch Sprüche klopfen. So à la «Looooos, erschti Reihe!!!» und «so geil, die schnellschti Holzachterbahn vo de Welt». Doch kaum sass ich auf meinem Sitz, brach ich in Panik aus. «Heeeeelp», kreischte ich beinahe jedes Mal. Ich wollte immer doppelt und dreifach kontrolliert werden. Wäre ja schön blöd, wenn sich dieser doofe Gurt während der Fahrt öffnet, oder?

Dann folgt das Gefühl der Ohnmacht. Man ist der Technik ausgeliefert. Es gibt kein Zurück. Die Bahn fährt langsam (oder uuu huere schnell) los und man muss – ob man jetzt will oder nicht – die Fahrt irgendwie überstehen.

a) Ich schreie mir die Seele aus dem Leib. Das bedeutet, ich habe wirklich Angst um mein Leben und hoffe, dass diese schlimmen Sekunden, die sich wie Stunden anfühlen, so schnell wie möglich vorbeigehen. b) Ich lache wie ein Psychopath. Und so fühle ich mich auch. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich die Fahrt geniesse oder ob ich leide. c) Keine Reaktion. Ich sitze regungslos da und starre in die Gegend, die ich – der Geschwindigkeit sei Dank – nicht wahrnehme. Nahe der Ohnmacht. 

So viel geschrien, gelacht und gegarnichts habe ich schon lange nicht mehr. Und auch wenn ich ein paar Mal dachte, jetzt hat mein letztes Stündchen geschlagen – ich habe es überlebt. Am Freitag, dem 13.