My awesome Life in Hollywood

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Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Wutausbrüche und Schlafstörungen: Endlich Nichtraucherin?!

Raucher haben es schwer in Los Angeles. Nicht nur ist das Paffen vor öffentlichen Gebäuden und Plätzen, Restaurants und Bars verboten - mit einem Glimmstängel in der Hand sind abschätzige Blicke und Standpauken an der Tagesordnung. Nichtraucher sind hier eindeutig in der Mehrzahl. Unsere Bloggerin Jasmin Gruber will nun - nach jahrelangem Qualmen - endlich auch dazugehören.
Zigarettenstummel
© Getty Images

Kann unsere Bloggerin dem Rauchen ein Ende setzen?

Ich habe gerne geraucht. Ja, ich gebe es zu. Ich habe es geliebt. Eine Zigi zum Kaffee am Morgen, nach dem Mittag- und Abendessen (ein Muss!) und natürlich diverse Rauchpausen zwischendurch. Alkohol ohne Kippe? Unvorstellbar. 

Eine Zigi für 20 Rappen

Meine erste Zigarette hatte ich in der Sekundarschule. Ich wollte dazugehören, cool sein. Heimlich habe ich mit meinen Freundinnen nach der Schule eins gepafft. Wir konnten die Zigis beim Dorflädeli noch einzeln kaufen, 20 Rappen pro Stück. Was habe ich damals für ein Versteckis gespielt. Immer Angst, von meiner Mama erwischt zu werden. Was dann eines Tages passierte. Sprich, mein kleiner Bruder hat mich verpfiffen. Das gab ein Donnerwetter sondergleichen. Ich musste versprechen, sofort aufzuhören. Was ich natürlich nicht tat.

Und so wurde ich nach und nach süchtig. Schleichend. Zuerst waren es ein, zwei Zigaretten pro Tag. Dann habe ich mir mein erstes Päckli gekauft. In der Berufsschule zog ich mir in jeder 5-Minuten-Pause einen Glimmstengel rein. Der Rest ist Geschichte.

So viele Versuche, so wenig Erfolg

Ich gehörte zu der Sorte Raucher, die sogar bei 39 Grad Fieber aus dem Bett gekrochen ist und halbtot eine Zigi angezündet hat. Nicht mal Bronchitis hielt mich davon ab. Musste ich drei Minuten auf den Bus warten? Zigi. War mir langweilig? Zigi. Arbeitspause? Zigi.

Natürlich wusste ich, dass Paffen schädlich ist. Das muss man einem Raucher nicht sagen. Und doch konnte ich nicht aufhören. Wie viele Male ich mir in den vielen Jahren gesagt habe, jetzt ist Schluss. Um dann vier Stunden und x Wutausbrüche später wieder draussen vor dem Aschenbecher zu stehen. 

«Du stinkst»

Es ist Freitagabend, die Uhr zeigt 21.47 an. Ich habe soeben meine letzte Zigarette geraucht. Draussen auf der Treppe vor meinem Apartment, symbolisch mit einem Kaffee in der Hand. Dieses Mal will ich es schaffen. Ich muss. Ich will nicht mit 52 an Schläuchen im Spital hängen und mein 30-jähriges Ich verfluchen, welches nicht die Kraft und den Willen gehabt hat, massenweise Gift in sich hinein zu saugen. 

Meine Freundin Natali hat vor knapp zwei Monaten aufgehört. Ich habe mir geschworen, dass ich es ihr gleich tue. Dennoch sind seither sieben Wochen vergangen. Immer wieder habe ich den Rauchstopp aufgeschoben. Doch wer einen ehemaligen Qualmer im Freundeskreis oder in der Familie hat, weiss, wie penetrant die sein können. «Du stinkst» habe ich noch nie so viel zu Ohren bekommen seit Nat Nichtraucherin ist. 

Schlafprobleme und Wutausbrüche

Nichtraucherin. Das bin ich jetzt auch. Und obwohl ich weiss, dass es die richtige Entscheidung ist und mein Körper mir dankbar ist - es geht mir verdammt scheisse. Sorry der Ausdruck, aber ist so. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich in den vergangenen Stunden an eine Zigarette gedacht habe. Ich bin hässig. Mir graut davor, zuzunehmen. Und ich weiss jetzt schon, dass diverse Wutausbrüche vor mir stehen.

Und wie Recht ich doch hatte. Drei Tage sind seit meiner «letzten» Zigarette vergangen. Um es kurz zu machen: Nein, ich habe es wieder nicht geschafft. Am Samstagabend um 20 Uhr - ich war ein Häufchen Elend - konnte ich nicht mehr widerstehen. Ein weiteres Mal habe ich versagt. Ich schäme und verfluche mich. 

Bitte helft mir! 

Und doch hat sich etwas verändert. Ich will aufhören. Wirklich. Ich brauche nur noch etwas Zeit. Immerhin habe ich in den vergangenen Tagen nur ca. drei Zigis pro Tag geraucht. Für mich eine Meisterleistung. Reduzieren ist immerhin ein Anfang. Und Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Sollten sich Ex-Raucher unter meinen Lesern tummeln - her mit euren Ratschlägen und Tipps!