Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Zivas erster Schultag

Auswanderer Sacha von der Crone muss mit seiner Hündin Ziva in die Hundeschule. Das braucht Nerven.
Sacha von der Crone Hund Ziva Südafrika Blog
© zvg

«Unser Nachwuchs» ist nun alt genug und der Impfschutz aktiv, somit ist es Zeit für die Welpenschule. Angemeldet haben wir die Kleine schon vor ein paar Wochen und auch gleich den Impfausweis eingescannt, sämtliche Formulare ausgefüllt und alles per Mail an die Hundeschule geschickt. Ordnung muss nun mal sein, auch in Südafrika. Schliesslich gehts ja um den Schutz der kleinen Hunde und es treffen in solch einer Welpenschule doch viele verschiedene Rassen auf einander. Dachten wir zumindest. 

Pünktlich bzw. ein bisschen zu früh sind wir in der Schule angekommen - solch eine Schweizer Tugend verliert man nicht so schnell. Wir müssen noch warten und so lernt Ziva gleich eine Katze kennen, die auf dem Grundstück der Hundeschule, die auch eine Hundepension ist, lebt. Natürlich hat die Katze keine Berührungsängste. Ziva auch nicht, also mindestens nicht beim ersten Kontakt. Sofort merkt sie, das ist kein Hund und erschrickt - wohl ab ihrem eigenen Mut. Von nun an ist die Katze ihr Feind. Gut wird es Zeit und wir können den Bereich der Welpenschule betreten. Zuerst müssen wir den Impfausweis zeigen und nochmals die gleichen Formulare ausfüllen. Die Leiterin der Schule hat die Unterlagen gerne gleich bei sich und nicht per Mail auf ihrem Computer. Wenns hier keinen Drucker gibt, machen wir das halt nochmals. Wir sind immer noch alleine mit Ziva.

Sacha von der Crone Hund Ziva Südafrika Blog
© zvg

Mach Sitz!

Nun stösst noch eine Frau zusammen mit ihrem Welpen dazu - die Gruppe ist somit schon komplett. Zwei Hunde in der Welpenschule. Nun gut, der andere Hund ist schwarz, so merkt Ziva wenigstens, dass es nebst dem ebenso braunen Fynn zu Hause, mindestens auch noch schwarze Hunde auf der Welt gibt. Es folgt eine zehnminütige Einführung über alle möglichen Spielzeuge, die der Hunde-Spielzeugmarkt so hergibt. Alles Mittel, um den unterbeschäftigten Hund zu unterhalten. Es ist halt schon so. In Südafrika ist der Hund häufiger Nutztier als Familienmitglied und drum sind solche Spielzeuge wohl leider nötig. Da wir die erste Stunde der Welpengruppe verpasst haben, weil Ziva noch zu jung war, frage ich mich jetzt schon, was wohl in der ersten Stunde alles erzählt oder versucht wurde zu verkaufen. Doch nun gehts los. Die beiden Welpen dürfen spielen. Sofort wird es laut, weil Ziva einerseits ein Ridgeback ist und andererseits natürlich zu Hause schon Fynn den Tarif durch gibt. Oder es versucht. Ein bisschen grob wirds auch. Schliesslich ist ja Ziva kein Kind von Traurigkeit. Sofort werden wir aufgefordert einzuschreiten und kriegen auch erklärt, wie dies zu tun ist. Soweit so gut. 

Laufen an der Leine, Ziva darf über Kippschaukeln gehen, durch einen Tunnel kriechen und natürlich muss sie sitzen, wenn es die Chefin oder der Chef will. Alles läuft Prima - «so müssen sich also Eltern fühlen, wenn der Sohnemann oder die Tochter mit der ersten guten Note nach Hause kommt», denke ich. Das war es dann auch schon, es folgt eine weitere Einführung in alle möglichen «Belohnungen» oder Knochen zum Nagen, welche gut oder schlecht für den Hund bzw. vorallem die Welpen sind. Ziva ist nun drei Monate alt und davon gut ein Monat bei uns. Ich hab das Gefühl, wenn nicht jeder Hundebesitzer all diese Infos schon von Anfang an kennt, wäre der Welpe schon vor der Hundeschule erstickt oder verblödet. Aber ok, wir gehen auch nächste Woche wieder hin.

In der Lodge ist alles in bester Ordnung, die Gäste zufrieden und wir geniessen einen äusserst lauen Herbst oder schon fast Frühwinter, immer noch ohne Regen. Und Beauty, die (un-) treue Seele ist an der Arbeit, als wäre sie nie weg gewesen und wir erfreuen uns an ihrem Eifer. Schon offensichtlich, sie ist wirklich unsere einzige Arbeitskraft, die die Arbeit sieht und sogar eigene Vorschläge mit einbringt. Alle anderen, verrichteten höchstens «Dienst nach Vorschrift.»

Im Dossier: Alle Blogs von Sacha von der Crone