Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Frieren in der Schweiz - Stress in Südafrika

Bei einem Besuch in der Schweiz fällt Sacha von der Crone auf, wie sehr er sich schon an sein neues Zuhause in Südafrika gewöhnt hat. Eine Autofahrt von Luzern nach Winterthur nutzt der Auswanderer, um ein paar Vorzüge seiner neuen Heimat zu sehen.

Seit ein paar Tagen bin ich nun in der Schweiz und ich freue mich schon jetzt sehr auf die baldige Rückkehr nach Südafrika. Die Kälte setzt mir wirklich zu, obwohl es ja für schweizer Verhältnisse nicht gerade eisig und tiefwinterlich kalt ist. Man gewöhnt sich halt an alles, vor allem an den Sommer, den ich nun schon sehr lange hatte. Zuerst in der Schweiz und dann in Südafrika. Ich geniesse es natürlich, all meine Freunde und Bekannten wieder zu sehen, Mittagessen oder Abendessen mit ihnen zu verbringen und trotzdem, irgendwie ist es ein sehr spezielles Gefühl. Ich bin zurück in meinem «alten» Leben, wohne bei meiner Mutter und fühle mich nur als Zuschauer von diesem «alten Treiben». Alles ist bekannt, praktisch nichts hat sich verändert und trotzdem: Ich bin nur noch «zu Gast» hier. Es wird mir bewusst, wie sehr mich unser neues Leben in Südafrika schon in seinen Bann gezogen hat, wie heimisch wir schon am Kap sind. Ich könnte mir eine Rückkehr in diesen alten Trott schon jetzt nicht mehr wirklich vorstellen.

Auf dem Heimweg nach einem Meeting in Luzern geriet ich vollends in den Feierabend-Verkehr, eigentlich mehr in den Stau rund um Zürich. Es wird gedrängelt, zu fest beschleunigt, abrupt gebremst und als ich die Spur wechseln muss, weil ich einfach nicht Richtung Aarau fahren will, macht niemand Platz. Niemand. Irgendwann gelingt es mir knapp und der Fahrer, welcher nicht Platz machen will, weicht auf den Pannenstreifen aus, nur um immer noch vor mir zu sein. Wild gestikulierend, fluchend und wohl mit einem Puls von über 140 teilt er mir seine Meinung mit. Die beschriebene Szene wiederholt sich hundert- oder wohl eher tausendfach täglich auf Schweizer Strassen. In Südafrika gibts auch Rush-Hour, noch mehr Stau und auch alle wollen nach Hause nach der Arbeit. Setze ich dort den Blinker um die Spur zu wechseln, streiten sicher eher drei darum, wer nun Platz machen darf, als dass sich nur einer irgendwo auf der Autobahn fluchend, hupend oder gar richtig aufregt. Warum nicht? Weil es sich nicht lohnt, an einem sonnigen Tag unnötig Nerven zu verlieren. Auch das ist Afrika. Und wenn wir gefragt werden, was uns in der Schweiz nicht fehlt - dann ist es eben genau das. Die unnötige, selbstauferlegte Hektik, die nur schadet und nichts bringt. Der oben beschrieben Autofahrer war übrigens nach rund 20 Kilometer Fahrt immer noch genau vor mir.

Barbara meldet sich aus der Africa-Lodge

Bobby der TV-Installateur ist nun also tatsächlich nach zwei Wochen warten, «pünktlich» um 11 Uhr auf der Matte gestanden. Somit sind seine Arbeiten abgeschlossen, er ist wirklich kein speditiver Schaffer, mehr als eine Stunde brauchte er, um noch zwei fehlende Kabelkanäle zu montieren, dazwischen spielte er mit Fynn, erzählte von gestern Abend und, und, und. TIA (This Is Africa) man hat hier halt wirklich noch Zeit, oder nimmt sich sie.

Unsere Aushilfsmaid wird zusehends langsamer, erscheint immer und immer wieder später bzw. zu spät zur Arbeit. Hört nicht oder nur halbwegs zu und ist mit den Gedanken überall und nirgends. Fehler häufen sich dadurch und das Schlimmste, sie beginnt sogar zu widersprechen und schiebt eigene Fehler auf andere und auch Barbara ab. Zum Glück haben wir mit unserer ersten Maid und auch dem Gärtner wirklich zwei sehr, sehr gute Arbeitskräfte übernommen und freuen uns, dass sie uns erhalten bleiben, wohl im Gegensatz zur Aushilfe. Auch Fynn ist scheinbar für Barbara diese Woche nicht so eine grosse Hilfe. Er vermisse mich sehr und ist daher auch extrem auf Barbara fixiert. Daher investiert Fynn seine Freizeit ins Ausführen von Dummheiten. So sind ihm schon zwei Sprinklerdüsen zum Opfer gefallen, welche er mit Inbrunst in «seinem» Garten zerkaut. Natürlich immer dann, wenn niemand hinschaut. So clever ist er ja.

Ausnahmsweise und weil wir damit einer anderen in Südafrika wohnhaften Schweizerin einen Gefallen bereiten konnten, beherbergen wir eine Mutter mit 2 Söhnen - ganz reizende Kinder und sehr wohl erzogen. Obwohl wir nicht auf Kinder ausgerichtet sind und kindergerechte Einrichtung fehlt, geht es doch wunderbar. So kommen auf Barbara immer wieder neue Herausforderungen zu, das hält auf Trab und lässt bestimmt keine Langeweile aufkommen. Gut, sind wir bald wieder gemeinsam am Werk.

Man liest sich!

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