Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Goooood mooorning South Africa!

Am Montagmorgen sind Sacha von der Crone und seine Freundin in Südafrika angekommen. Wie sie die erste Woche in ihrer neuen Heimat erlebt haben, erzählt der Winterthurer in seinem neusten Blogbeitrag.

Wie ich es mir vor einer Woche beim letzten Blog vorstellte, sitze ich nun an der Sonne und unter Palmen und schreibe den ersten Blog aus Südafrika. Nach zwei kompletten Staffeln «2 Broke Girls» - aus dem Bordprogramm, die Hälfte hab ich aber zum Glück verschlafen -, sind wir am Montagmorgen via Dubai in Kapstadt angekommen. Man stelle sich das vor - 40 Minuten nach der Landung standen wir bereits vor unserem Mietauto. Reibungsloser gehts also bestimmt nicht. Das ist mehr oder weniger auch das Motto der ersten südafrikanischen Woche.

Endlich da!
Via Autohaus, verbunden mit einem freundlichen Verkaufsgespräch und einer Probefahrt, fuhren wir frühzeitig beim Spediteur und Zoll vor. Die Gegend ist jetzt nicht gerade die vornehmste - unser Mietauto, ein kleiner aber nigelnagelneuer Polo, platzte mit zwei grossen Koffern, zwei Koffern Handgepäck und zwei kompletten Golfausrüstungen förmlich aus allen Nähten -, deshalb entschied ich mich, beim Auto zu warten, und Barbara machte sich alleine auf zum Behördengang. Es war mittlerweile 13.50 Uhr. Ich stellte mich darauf ein, sie kurz vor 4 Uhr wieder zu sehen. Nach einer Zigaretten-Pause und erstem Smalltalk mit dem Parkguide sah ich Barbara bereits wieder kommen. Mir schwante Böses... «Alles bestens», sagte sie strahlend. Auch der erste Behördengang war also schnell mit einem grünen Häkchen zu vermerken. Am Mittwoch soll der Container bereits geliefert werden- eine Woche zu früh! So müssen wir Schweizer die Südafrikaner entschleunigen und organisieren, dass der Container eine Woche später kommt. Verrückte Welt.

Nach dem langen Flug, den Terminen sind wir endlich in der neuen Heimat angekommen. Die Müdigkeit war mittlerweile zu gross, um noch richtig nervös zu werden, trotzdem war ich natürlich gespannt, wie alles in der Realität aussieht. Wie vermutet lag Barbara komplett richtig, und ich wurde nur noch positiv überrascht. Zudem empfingen uns die Vorbesitzer der Africa-Lodge sehr herzlich - mit Wein und Häppchen und vielen, vielen Infos. Alles bestens also am Tag eins in Südafrika.

Eindrücke, Erlebnisse und viel zu tun
Information um Information über die Lodge folgte für uns. Mittlerweile kennen wir das Prozedere für die Lohnabrechnungen unserer Mitarbeiter, wissen, wie die Sprinkler-Anlage im Garten funktioniert, und sind schon fast bereit, aber nur fast bereit, gegen Ende Oktober unsere ersten Gäste zu empfangen. Papierkram folgte auf Papierkram, schliesslich galt es für uns, eine Krankenversicherung abzuschliessen, ein Bankkonto zu eröffnen - was vorläufig nur halb gelang - und bei der Telkom vorbeizugehen, damit wir nicht nur einen Telefonanschluss, sondern ab dem 1. Oktober auch Internet haben werden.

Nebenbei bemerkt, ohne Mobile-Nummer beziehungsweise Cell, wie es hier heisst, läuft nicht viel. Also erledigten wir das gleich als Erstes. Das klappte problemlos, ausser dass das Cell von Barbara nach sechs Stunden schon kein Akku mehr hatte und auch der Kredit - immerhin sieben Franken, was für mehrere Wochen reichen müsste - schon aufgebraucht war. Und das nach zwei Lokal-Gesprächen. Wir befürchteten Böses und ja, diese Smartphones machen halt wirklich, was sie wollen... Somit war der Kredit für irgendwelche Updates, die im Hintergrund passierten, im Nu aufgebraucht. Nun haben wir ein Geh-auf-Nummer-sicher-Smartphone, das nur noch SMS verschicken und telefonieren kann. Die Gebühren haben wir jetzt auch im Griff, und mehr muss ein Telefon eigentlich gar nicht können.

Bei der Bank und bei der Telkom lernt man bereits, was die Südafrikaner noch perfekter als die Briten können - Schlange stehen und es auch noch geniessen. Der eine döst in der Bank vor sich hin, es hat aber auch dreimal mehr Stühle als Bankschalter, andere summen und wiederum andere träumen vor sich hin. Nur sich aufregen oder nervös umher schauen, das tut keiner.

Es war aber auch noch Zeit, Finn oder Ziva, einer unserer zukünftigen Hundewelpen zu besuchen und vor allem auszuwählen. Zwölf unglaublich süsse Hundebabys empfingen uns stürmisch und freudig. Schon verrückt - ein einziger Schuh inklusive Schnürsenkel und Jeans-Hosenbein kann locker vier bis fünf Welpen beschäftigen. Die Auswahl fiel und fällt schwer. Auf alles versuchten wir zu achten: Welcher sucht uns aus? Wer kommt sofort auf uns zu? Alle! So blieben wir fast zwei Stunden dort und konnten eine erste Auswahl treffen. Bald werden wir die Welpen wieder besuchen. Mal sehen, welcher unser künftiges Haustier sein woll...

Zwischen all diesen Erlebnissen gibts immer wieder viel zu tun. Mails beantworten, Arbeiten von unseren Vorgängern übernehmen, Infos sichern, eigene Ideen niederschreiben, Pläne schmieden und abends, ja abends ist noch lange nicht Feierabend. Schliesslich «müssen» wir dann noch alle Restaurant-Tipps, die wir unseren Gästen weitergeben möchten, testen gehen. Am Dienstagabend gings mit unserem Favoriten in Stellenbosch los - Ernie Els's «the Big Easy» mit dem leckeren Burger, Mittwoch in Strand beim Belgier mit traumhaftem Sonnenuntergang und leckerstem Fisch und, und, und...

Man liest sich!

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