Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Kein Abschied, sondern ein Aufbruch zu Neuem

In der letzten Woche vor der Abreise nach Südafrika schlägt sich Sacha von der Crone mit Bürokram herum. Gleichzeitig steigt die Vorfreude des Auswanderers, schliesslich wartet in der neuen Heimat schon Familienzuwachs auf ihn.

In einer Woche ist unser Gepäck bereits «Vorabend-eingecheckt» und wir warten auf den Flieger - via Dubai gehtss dann nach Kapstadt. Es geht nun wirklich schnell. Auch ich hab den letzten Arbeitstag hinter mir und werde am nächsten Mittwoch bei meinem letzten Heimspiel von Pfadi Winterthur Handball noch Abschied feiern. Bis jetzt konnte ich noch bei vielen Partnern und Freunden aus dem Verein sagen - «wir sehen uns ja nochmals», doch dann wirds wirklich definitiv.

Die Zeit vergeht schnell, jetzt scheint sie wirklich zu rasen. Plötzlich befällt einen schon fast ein wenig Panik, das wollte man doch noch machen, die noch treffen und noch einmal dorthin Essen gehen und so weiter. Manchmal denke ich auch, je schneller wir das alles hinter uns bringen, desto einfacher wirds.

Täglich schaue ich nun auch die Wetterprognosen unserer neuen Heimat auf dem iPhone an. Es wird unten am Kap langsam sommerlich, teilweise werden schon 28 Grad erreicht und auch die Nächte werden wieder milder. Auch das passt zu unserer Aufbruchstimmung.

Bürokram erledigt - fast erledigt
Mittlerweile ist alles gekündigt, vieles oder praktisch alles ging reibungslos. Die Bestätigung der Wohngemeinde, dass wir die Schweiz auch tatsächlich verlassen, erlaubt uns zum Beispiel bei der Krankenkasse, den Versicherungen und vielem anderem, eine Pro-Rata-Kündigung. Nur die mobile Kommunikation macht uns noch Sorgen. Früher bekannt als Frucht, erwartet uns hier vielleicht bald eine gesalzene Rechnung.

Auch die Banken bereiten uns noch Kopfzerbrechen. «Südafrika, da leuchtet es bei uns rot», hörten wir in den letzten Wochen oft. Momentan weiss ich also nicht, ob ich noch ein Bankkonto haben kann in der Schweiz. Barbara konnte das bereits einigermassen lösen. Ich arbeite noch daran. Schon noch verrückt, ich kann als Schweizer Bürger vielleicht kein Bankkonto mehr in der Schweiz haben. Irgendwie befremdend.

Doch eben, es ist für mich kein Abschied, sondern ein Aufbruch in ein neues Leben. Wenn ich mir vorstelle, was es noch vor 10 Jahren bedeutete auszuwandern im Vergleich zu heute, dann muss ich wohl sagen: Das hätte ich nie gewagt. Heute ist man dank Internet immer noch stark mit zu Hause verbunden, Mail und Chat-Programme erlauben den schnellen Austausch mit der Heimat. Internet-Telefonie ermöglicht Gespräche mit meiner Mutter zum Nulltarif. Früher musste man irgendwo eine Print-Ausland-Ausgabe einer Tageszeitung suchen, um noch ein wenig was von zu Hause zu erfahren. Heute hab ich sogar ein Online-Abo meiner Regionalzeitung.

Freudige Erwartung
Nein, wir werden nicht Eltern. Oder doch ein wenig. Diese Woche erreichte uns die freudige Nachricht, dass wir in Somerset West erwartet werden. Die Zusage für einen Rhodesian Ridgeback Welpen freut mich besonders. Ich bin sicher, er wird eine grosse Bereicherung für unser neues Leben und wohl auch sinnbildlich für unseren Start und die definitive Ankunft in Südafrika. Die Bemühungen und den engeren Kontakt zu einem erfolgreichen Züchter vor Ort haben Früchte getragen. Finn oder Ziva soll er bzw. sie heissen, ist sich Barbara sicher, und Mitte/Ende Oktober wird er dann bei uns einziehen.

Nicht nur Finn oder Ziva wecken Emotionen, die Musik kann das natürlich auch. Ende Februar erschien «Hippie Bus» von Dodo. Damals waren wir gerade zurück von Südafrika, erste Pläne für unsere Auswanderung wurden geträumt. Dodo drehte das Video zum Song in Südafrika und vom ersten Hören des Songs bis heute ist es «unser Lied für Südafrika» - wohl ein Zeichen, dass «Hippie Bus» gerade jetzt aus dem Radio klingt. Und eins ist sicher, auch als Heimweh-Schmerz-Bekämpfer wird der Song taugen.



Ach, mit aller Wehmut und dem Abschieds-Schmerz. Wir freuen uns so sehr!

Man liest sich!

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