Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Happy New Year!

Weihnachten und Silvester bei über 30 Grad - bei Auswanderer Sacha von der Crone war diesmal alles etwas anders. An seinem Neujahrs-Motto hält er aber fest. Ausserdem diese Woche: Er und seine Partnerin wurden von einem nächtlichen Eindringling überrascht. Und die Regierung greift punkto Wasserknappheit durch. Ein bisschen.

Schon den letzten Jahreswechsel verbrachten wir in Südafrika. Damals haben wir noch nicht daran gedacht, das nächste Jahr sogar in Südafrika wohnhaft zu verbringen. So spielt das Leben, und es zeigt mir, dass ich dem Motto - Vorsätze sind maximal zum Brechen da - richtig liege.

Wir geniessen den Sommer hier unten sehr, auch wenn uns die Hitze manchmal ein wenig zusetzt. Die Nächte sind aber mit meistens unter 20 Grad sehr angenehm, und das Leben findet draussen statt. Weihnachten war natürlich schon besonders an der Wärme. Der Weihnachtstag konfrontierte uns aber auch mit einem absolut praktischem und unchristlichem Problem- oder viel mehr einer Frage. Normalerweise kommt doch heute die Müllabfuhr, was ist an Weihnachten? Wohl kaum rechneten wir mit der Müllabfuhr, aber kommt sie denn nun am Samstag? Mal beobachten, lautete unser Credo und siehe da, der Nachbar stellt den Müll raus am 25. Dezember. Er sagte uns, er sei auch nicht sicher, ob sie kommen, letztes Jahr hätte es aber geklappt. Es komme halt drauf an, wie viele Mitarbeiter auch zur Arbeit erscheinen, und dann werde entschieden, welche Touren überhaupt gefahren werden.

Tatsächlich sind wohl genügend Arbeiter erschienen, denn der Müll wurde unglaublicherweise an Weihnachten abtransportiert. Die Bedeutung von Weihnachten ist halt doch viel kleiner als in anderen Ländern.

Wasser bleibt knapp - jetzt wirds ernster
Ab dem 1. Januar ist die zweite Stufe der Wasser-Restriktionen in Kraft getreten. Bewässern des Gartens zum Beispiel ist nun nur noch jeden zweiten Tag erlaubt, vor 9 Uhr und nach 16 Uhr. Es hat nun schon länger nicht mehr geregnet, und Regen ist gar keiner in Sicht. Bei Temperaturen weit über 30 Grad wird das Wasser immer knapper. Ich bin gespannt, wer sich alles an diese Einschränkungen halten wird und ob der Ernst der Lage erkannt ist. Die Regierung schreibt in ihrer Mitteilung, dass die Bevölkerung doch bitte auch wassersparende Duschköpfe einsetzen soll, das Abspritzen und Waschen von harten Oberflächen (zum Beispiel Gartenplatten) ist verboten. Das Auto darf nur noch mit Schläuchen, die verschliessbar sind, geputzt werden.

Ein bisschen stehen mir da die Haare zu Berge. Öko-Duschbrausen, richtige Gartenschläuche statt Eiemer, das alles ist in der Schweiz auch ohne Wasserprobleme schon längst gang und gäbe. In einem Land, wo das Wasser schon seit eh und je ein Problem darstellt, werden solche vernünftigen Geräte erst zum Thema, wenn das Wasser wirklich am Ausgehen ist. Autowaschen auf privatem Grund ist doch in der Schweiz schon seit Jahrzehnten verboten.

Ziel ist es mit der Restriktion von «Level 2», dass 20 Prozent Wasser gespart wird. Und zwar von jedem. Wer das nicht erreicht, bezahlt keine Busse, er bezahlt einfach mehr für sein Wasser. Wer also erst jetzt mit dem Sparen beginnt, hat es gut. Ein kleiner Fehler im System. Zudem sind die Preisaufschläge bei Mehrverbrauch mit Kosten pro Tausend Liter bei weniger als einem Franken. Das ist doch weissgott kein richtiger Anreiz. Wir haben für unser Gartenwasser ein eigenes Bohrloch und sind somit von der Restrektion nicht direkt betroffen, werden aber von der Regierung angehalten, auch nur noch dienstags, donnerstags und samstags zu bewässern oder aber draussen gut sichtbar ein entsprechendes Schild zu montieren, dass wir ein Bohrloch haben. Scheinbar wird wohl kontrolliert. Schlussendlich ist Wasser aber doch auch Wasser, egal woher es kommt. So halten wir uns daran und haben nun dreimal die Woche früher Feierabend. Hoffentlich erträgt das der Garten, unser Prunkstück.

Und was brachte die Woche sonst noch?
Der Wal-Kadaver wurde abtransportiert, mit einem unglaublichen Lastenzug, ein eindrückliches Bild. Der Strand war wegen des Blut-Verseuchten Wassers noch zwei Tage gesperrt, weil Haie angelockt wurden. Die Hitze wird täglich grösser. Fynn zeigt uns, wie man sich verhält - er ist frühmorgens aktiv, den Tag bis etwa 16 Uhr verbringt er mehrheitlich auf dem kalten Boden in der Küche, und mit dem aufkommenden Wind gegen Abend wird er mehr als aktiv. So handhaben wir das auch. Meine Mutter macht zusammen mit ihrer Kollegin nun Kapstadt und die ganze Gegend unsicher. So hat auch sie viel von ihrem Aufenthalt und ist nicht so oft an uns und die Lodge gebunden. Abendlichen Besuch gab es auch noch - eine Spinne, wohl eine Rainspider, machte mich und die Küche unsicher. Barbara entledigte uns von diesem Problem und bugsierte die Spinne nach draussen.

Man liest sich!

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