Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Bye bye Winterthur! Jetzt aber los nach Südafrika!

Am Sonntag ist Zeit aufzubrechen. Sacha von der Crone und seine Freundin haben die letzten Teller ins Brockenhaus gebracht, sich von allen verabschiedet - und fliegen jetzt voller Vorfreude in die neue Heimat. Dort erwartet sie erst einmal jede Menge zu tun.

Ja, jetzt wird es wirklich Zeit für den Abflug. Die letzten Teller sind im Brockenhaus, die verbliebenen drei Stühle ebenfalls, das Haus ist für die Nachbesitzer auf Hochglanz poliert, Abschied um Abschied wurde gefeiert und beweint. Nun warten wir nur noch auf Sonntag. Meine Partnerin Barbara freut sich, zum letzten Mal geputzt und gewaschen zu haben - in Südafrika werden wir «Zimmermädchen» dafür haben. Ich freue mich mehr darauf, künftig einen Pick-Up fahren zu können. Das typische Rollenbild ist somit bedient.

Willkommen bei den afrikanischen Uhren!
Die ersten Tage in Südafrika sind ebenfalls schon verplant. Direkt nach der Ankunft am Montagmorgen gehts zu unserem Spediteur. Der Möbelcontainer sollte ebenfalls am Montag in Cape Town ankommen und ohne Pass im Original werden unsere Möbel nicht verzollt. «Der Zoll übrigens schliesst um 16.00 Uhr - wir sind praktisch Tür an Tür mit ihnen», lässt uns der Spediteur vor Ort mitteilen, «es wäre also gut, wenn sie so um 13.30 Uhr bei uns wären, damit die Zeit reicht.» Tür an Tür und wir müssen zweieinhalb Stunden vorher dort sein? Wohlgemerkt: Wir müssen «nur» den Pass abgeben, alles andere ist vorbereitet. Willkommen bei den afrikanischen Uhren... Mir kommt mein Lieblings-Sprichwort in den Sinn: «Die Europäer haben die Uhr, wir haben die Zeit». Wir müssen uns noch an einiges gewöhnen.

Schliesslich wollen wir auch am gleichen Tag noch in ein Autohaus. Wir haben via Internet zwei Fahrzeuge in die engere Auswahl genommen und würden die gerne noch besichtigen und Probefahren. Spediteur, Zoll und Autohändler sind fast Nachbarn. Mal sehen, ob alles reinpasst. Wir haben ja dann die Zeit...

Aber vor allem möchte ich so schnell wie nur möglich in die Africa-Lodge, ich war noch nie dort... Jetzt höre ich Entsetzen unter der werten Leserschaft - ja, ich war tatsächlich noch nie in der Africa-Lodge! Die Gegend ist mir bekannt, aber das Anwesen selber nicht. Barbara war im April für den Kauf alleine da und hat eine Woche dort gelebt. Ich konnte leider aus beruflichen Gründen nicht mit. Aber ich kann mich voll auf sie verlassen und weiss, dass das alles passen wird! Umgekehrt hätte ich das aber nie alleine entscheiden wollen.

Und zu guter Letzt möchte ich so schnell wie möglich zu unseren Welpen Finn oder Ziva, auch dieser Besuch sollte am Montag oder spätestens Dienstag erfolgen. Das sind viele Pläne gepaart mit grosser Vorfreude. Anschliessend geht dann das Warten los auf unser Hab und Gut - auch das vermisse ich langsam sehr. Möbelstücke können halt doch auch ein Gefühl von Heimat vermitteln. So gesehen sind wir schon ein paar Wochen «heimatlos».

Zum (vorerst) letzten Mal
Diese Woche waren wir in der Winterthurer Eishalle Deutweg, ich wollte noch ein Eishockey-Spiel des EHC Winterthur in der Nationalliga B live mitverfolgen. Es reichte gerade auch zum ersten Sieg in der zweithöchsten Liga für den EHCW. Und am Mittwoch fand noch mein «Abschiedsspiel» in der Eulachhalle statt. Jahrelang war ich für den Handballclub Pfadi Winterthur im Einsatz, zuletzt als Geschäftsführer. Ich hab das Spiel genossen und noch viel mehr die vielen guten Adieu-Worte in der Bar nach dem Spiel. Vieles haben wir nun in den letzten Wochen zum (vorerst) letzten Mal gemacht - für vielleicht lange Zeit. Trotzdem bin ich mir dessen nicht so ganz bewusst, bewusst hab ich darauf verzichtet, ein «letztes Mal»-Gefühl aufkommen zu lassen. Schliesslich möchten wir ja auch von Zeit zu Zeit zurück in die Schweiz kommen und werden vieles wiedererleben.

Barbara und ich sind nicht traurig. Wir freuen uns sehr auf die kommenden Erlebnisse, wir brechen auf zu Neuem, wir starten neu. Und das ist wohl der Unterschied zu den liebgewonnen Menschen und vor allem den Familienmitgliedern, die wir in der Schweiz verlassen. Für sie bleibt alles gleich, nur wir sind weg. Wir werden schon bald erdrückt von so vielen neuen Impressionen und einem neuen Lebensgefühl. Die ersten Wochen werden intensiv - wir haben uns einiges vorgenommen. Und irgendwann kehrt dann bei uns Alltag ein. Und wir werden Heimweh bekommen und viele Menschen vermissen, dann wenn diese sich schon daran gewöhnt haben, dass wir nicht mehr in der Schweiz sind. So spielt das Leben.

Man liest sich!

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