Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Von Vögeln und anderen Gästen

Südafrika-Auswanderer Sacha von der Crone hat nach nervenaufreibender Suche endlich einen Gärtner gefunden. Ausserdem bekam ers diese Woche mit komischen Gästen, dreisten Hausierern und herzigen Vögelchen zu tun.
Auswandern Blog Südafrika
© ZVG

Suchbild: Hoch oben in den Bäumen, in schwindelerregender Höhe, befindet sich bei Auswanderer Sacha vo der Crone ein Forst-Arbeiter. Endlich!

Etwas vom Wichtigsten vorweg: Wir haben einen neuen Gärtner! Am Mittwoch kam er zum ersten Mal zur Arbeit. Pünktlich erschien er bei uns, vorbeigebracht von einem anderen Arbeitgeber. Klingt gut, hatten wir ja schon alles genauso gehabt. Morgen soll er wieder kommen. Wenn er wieder pünktlich erscheint, sind wir unserer Zusammenarbeit schon ein grosses Stück näher gekommen. Zuerst dachte ich zwar, die FCZ-Legende Keita wolle bei uns arbeiten, aber er gleicht ihm bloss bis aufs Haar. Die Arbeit verrichtete er gut, und er schien Freude zu haben, bei uns zu arbeiten. Mehr wird sich erst noch weisen, und in den nächsten Wochen zeigen.

Nachdem wir für die zweite Hälfte des Novembers buchungstechnisch auf ein zu verheissungsvolles Pferd gesetzt hatten und enttäuscht wurden, sind wir nun trotzdem fast wieder ausgebucht. Doch zu einem nervenaufreibenden-Preis: Mehr Gäste also sonst sind Südafrikaner. Es gilt auch für Gäste: andere Länder, andere Sitten. Schon das ganze Prozedere, bis sie einmal hier sind, ist unglaublich kompliziert und zähflüssig, Vorauszahlungen werden nicht geleistet oder bloss verspätet. Sind sie dann angekommen, sind die Ansprüche unglaublich hoch, überrissen manchmal. Wir sind zwar ein 4-Sterne-Gästehaus, aber kein Luxushotel. Die falschen TV-Sender sind in den Zimmern aufgeschaltet, sie brauchen ein Bügeleisen oder einfach alles «anschlurzen», ohne es wirklich zu benützen.

Europäer sind da anders, aber natürlich gehört das einfach zu unserem Business dazu, und wir haben abends bestimmt immer was zu lachen oder Grund, den Kopf zu schütteln. Oder habt Ihr in einem Hotel schon einmal sämtliche verschiedenen Tee-Beutel, Kaffee-Instant-Tüten, Zucker und Bodylotion mitgenommen inklusive Dusch-Haube?

Oder noch viel spezieller ist der neueste Fall: Ein anderes Hotel bucht bei uns für Gäste drei Zimmer, verlangt von den Gästen auf unseren Preis eine saftige Provision von rund einem Drittel und schickt diese direkt vom Flughafen los zu uns, ohne überhaupt eine Adresse anzugeben. Aus Stellenbosch, rund fünfzehn Minuten von uns, riefen die verzweifelten Gäste auf der hoffnungslosen Suche dann bei uns an. Entnervt und für ihren Trip eigentlich völlig am falschen Ort kommen sie dann bei uns an. Sie besuchen einen Kongress in Stellenbosch und müssen nun jeden Morgen durch den Morgenverkehr rund eine Stunde im Stau stehen. Entsprechend «angepisst» haben wir sie nun am Hals. Aber anders herum gefragt: Geht man an einen Kongress in eine Touristen-Hochburg, zur Hochsaison, und versucht am Anreise-Tag noch eine Unterkunft zu finden? Eben, andere Länder, andere Sitten. Sind wir gespannt auf die nächsten Tage mit diesen Gästen. Auf jeden Fall bringt das Abwechslung in unsere manchmal schon sehr eingespielten Tage.

Momentan machen gerade Bettler die Tour von Haustür zu Haustür. Immer die gleiche Geschichte: «Wir sind stehengeblieben ohne Benzin und brauchen Geld, um aufzutanken.» Warum sie gerade kein Geld haben, wird mit einer abstrusen Geschichte erklärt. Gibt man kein Geld, sieht man die Frau, wie sie zu ihrem Mann ins Auto steigt, der um die Ecke geparkt hat, uns sie fahren (!) dann einfach eine Häuserzeile weiter, um mit der gleichen Masche wiederum Benzin-Geld zu erbetteln.

Fast gleichzeitig mit der Bettlerin, klingelt auch eine entfernte Nachbarin bei uns. Sie wollte uns warnen und erzählt uns von der Nachbarschafts-Wache, die eben genau vor solchen «Gestalten» warnt. Eine Whats-App-Gruppe gibt es, einen geschlossenen Funkverkehr, oder man könne nachts auch mithelfen und auf Patrouille gehen. Wir sind nun in dieser Gruppe, verfolgen den Chat, der allerdings ruhig ist, schaffen uns vielleicht mal noch ein Funkgerät an, aber auf Patrouille werden wir nicht gehen. Da hab ich, trotz Hund Fynn, Schiess davor...

Und dann war diese Woche noch das Vogelnest in unserem Garten, in dem die Jungen flügge wurden. Einer schaffte es bloss bis zur Regenwasser-Tonne und ist fast ertrunken, den Zweiten fand Barbara beim Blumengiessen. Als vorzügliche Vogelmutter bugsierte sie die beiden Jungen zurück ins Nest und schaute immer wieder nach, wie es den beiden nun geht. Ich war vor allem damit beschäftigt, Fynn von diesen zwei Vögeln abzulenken. Das hätte sonst kein gutes Ende genommen...

Man liest sich!

Südafrika Auswandern Blog Tafelberg
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Ein Bild, das Touristen kennen. Wolkenloser Himmel, bloss der Tafelberg hält sich bedeckt - er trägt sein Tischtuch.

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