Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Ungebetene Gäste

Die Lodge von Auswanderer Sacha von der Crone und seiner Freundin ist gut besucht. Doch nicht nur Menschen fühlen sich wohl, auch eine Spinne hat ihr Nest in ihrem Garten gesponnen.

Wir haben bereits viele Gäste bereits beherbergt. Menschen, mit denen wir viel Kontakt hatten, solche, die wir fast nicht wahrnehmen, und sogar bereits Wiederkehrende. Eine grosse Freude und wohl auch ein grosses Kompliment an unser Haus war jenes Schweizer Paar, das die Ferien bei uns begonnen hatte und dann von unterwegs her anrief und nochmals zwei Nächte zu uns kam. Das hat uns sehr gefreut und auch gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Es gibt aber auch ungebetene Gäste. Eines Abends entdeckte Barbara einen Kokon, mindestens so gross wie ein Tennisball. Unappetitlich sah das Ding aus. Ich habs fotografiert und einem Bekannten hier unten geschickt. Er kannte es nicht, schrieb aber zurück «aufpassen!!!». Somit stellte ich das Bild auf die Facebook-Seite von Somerset West und fragte die Allgemeinheit. Rasch wurde kommentiert und es war klar, dass es sich um die verhältnismässig ungefährliche «Rain Spider» handelt. Ein Nest mit vielen, vielen Babys. 29 Kommentare waren es am Schluss, darunter äusserst lustige, wie von dem User, der mir schrieb: «Die Rain Spider ist ungefährlich, bis zu dem Tag, an dem du aus der Dusche steigst, mit einem Handtuch umgebunden, dir die Zähne putzt und eine Rain Spider dir auf den Rücken springt...» Bei Beinlängen von rund acht Zentimetern wahrlich eine Horror-Vorstellung. So durfte der Gärtner das Nest abhängen und auf dem zu verkaufenden Grundstück unterhalb von unserem wieder an einen Baum hängen. Ich glaube, er amüsierte sich ziemlich darüber. Schliesslich hält die Rain Spider den Garten von allem, was kreucht und fleucht, sauber. Aber Barbara und ich dachten nur noch an die Spinne auf unserem Rücken beim Zähneputzen.

Post aus der Schweiz
Wir haben am 25. November Post aus der Schweiz erhalten. Die Wahlunterlagen für den zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen vom 22. November sind eingetroffen. Ein bisschen spät. Der Bund aber schreibt auf seiner Website schreibt: «Da die Eidgenossenschaft nicht für das gute Funktionieren der ausländischen Post verantwortlich gemacht werden kann, wird jeder Auslandschweizer das Risiko einer verspäteten Ankunft des Stimmmaterials im Ausland sowie des Stimmzettels in der Stimmgemeinde selber tragen müssen.» Mit anderen Worten: Ich bin zuständig für das gut funktionierende Postwesen von Südafrika bis in meine Stimmgemeinde. Eine hohe Bürde, die ich da tragen muss.

Aber es gibt ja zum Glück auch E-Voting für Auslandschweizer, immerhin schon seit Anfang 2014 - Voraussetzung ist einfach, dass wir in einem Kanton immatrikuliert sind, der E-Voting anbietet. Es sind ja doch schon unglaubliche neun Kantone, die so fortschrittlich sind und Online-Urnengänge anbieten - Ironie schwingt in diesen Zeilen mit. Darunter auch «unser» Kanton Zürich. Leider funktioniert das E-Voting allerdings nicht für die National- und Ständeratswahlen, «weil der Bundesrat dem System des Kantons Zürich keine Bewilligung erteilen konnte, da nicht alle notwendigen Arbeiten zeitgerecht abgeschlossen wurden». Heisst das wiederum, dass jeder Kanton für sich selber wurstelt? Ich weiss es nicht. Ich verstehe wirklich nicht, warum das alles so kompliziert sein soll. Natürlich wäre ein Sicherheitsleck verheerend, aber Bankzahlungen kann jedermann schon seit Jahren ausführen...

Nun gut, ich bleibe dran. Der nächste Urnengang ist im Februar, vielleicht könnte man unsere Unterlagen schon mal auf die Post bringen...

Man liest sich!

Im Dossier: Alle Beiträge von Auswanderer Sacha von der Crone