Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt

Während in der Schweiz nichts über eine gute Planung geht, bedeutet in Südafrika zu viel Planung vergeudete Zeit. Das musste Auswanderer Sacha von der Crone diese Woche erfahren. Doch zum Ziel kam er trotzdem.

Fast eine Woche ohne Gäste, die will geplant sein. Schliesslich möchten wir die freie Zeit für uns, aber auch für gewisse Arbeiten nutzen. Also, am Montag muss unser Gärtner zuerst die Laubschäden von den starken Winden übers Wochenende grechen, anschliessend noch die Abwasserleitung, welche vom Sanitär ersetzt wird, ausgraben. Er hat genug zu tun. Dazwischen wird noch der Pool-Boy kommen und die zweite Leitung austauschen, damit am Donnerstag der Gärtner alles wieder zuschütten kann. Der Montag ist gefüllt. Am Dienstag muss Barbara nach Kapstadt und anschliessend gehen wir golfen. Der Mittwoch bleibt für Büro-Arbeit reserviert und am Nachmittag nehmen wir endlich eine Einladung bei «alten» Winterthurern wahr. Am Donnerstag kommt der Sanitär und ersetzt die Leitung, damit für Freitag, wenn die neuen Gäste kommen, alles wieder in schöner Ordnung ist. Gut gedacht - doch wir leben in Südafrika.

Kurz vor sieben am Montagmorgen schrieb der Gärtner, dass er nicht kommen kann. Er habe ein Vorstellungsgespräch. Der Pool-Boy schrieb gut eine Stunde später per SMS, er komme erst am Dienstag und da die Leitung nicht freigebuddelt wurde, müssen wir den Sanitär umdisponieren. Der Pool-Boy kommt nun am Mittwoch, damit wir am Dienstag golfen können. Der Gärtner schafft es, am Mittwoch zu kommen, somit können wir den Sanitär wieder auf Donnerstag umdisponieren. Dieser kann nun aber erst am Freitag kommen... In der Schweiz gilt «Gut geplant ist halb gewonnen». In Südafrika gilt eher «Zu lange geplant ist verschwendete Zeit».

Trotzdem - und auch das ist eben Südafrika - geht schon alles irgendwie auf. Bis zum Freitag haben wir auf jeden Fall wie gewollt am Pool alles in Ordnung gebracht, die neue Abwasserleitung ist auch wieder unter dem Boden, wir waren entspannt auf dem Golfplatz und auch bei Kyburg-Weine. Es war ein wunderschöner Abend auf diesem Weingut. Eine traumhafte Anlage, Oliven-Bäume säumen die Weinberge und zuoberst liegt, wie es sich gehört, ein schönes, liebevoll gebautes Anwesen. Im Keller konnten wir den spannenden Entstehungsgeschichten dieses noch jungen Weinbaugebietes lauschen. Es wurde alles komplett von Grund auf neu angelegt bzw. gebaut. Dazu konnten wir natürlich köstliche Weine degustieren, von den Oliven-Variationen probieren und einige Restaurant- oder Einkaufstipps austauschen. Spannend wars und sicherlich ein Geheim-Tipp.

Nochmals - This is Africa

Freunde, welche die letzte Woche unsere Gäste waren, gerieten in eine Polizeikontrolle. «Führerschein bitte» - jetzt kommt dem Fahrer in den Sinn, dass sein Ausweis im verloren gegangenen Portemonnaie, welches im Busch gefunden wurde und nun per Kurier zu uns unterwegs ist, liegt. Er erklärt dem Polizisten die Geschichte und dieser sagt mitleidig, dass es trotzdem eine Busse von knapp 30 Franken gibt, weil er keinen Führerschein zeigen könne. Die Ehefrau auf dem Rücksitz reagiert und zeigt ihren Führerschein. Alles in Ordnung, meint der Polizist, die Busse sei nicht fällig, aber die Frau müsse nun weiterfahren. Es reicht also scheinbar, wenn einfach irgend jemand im Auto einen Führerschein zeigen kann. Es muss nicht unbedingt der sein, der hinter dem Steuer sitzt.

Nun geniessen wir die letzte Woche der Saison, planen weitere Aktivitäten und Umbauten oder Renovationen. Einfach nicht zu viel, erstens kommt es ja anders...

Man liest sich!

Im Dossier: Alle Beitrage von Auswanderer Sacha von der Crone