Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Von Ameisen, Spinnen und gefährlichen Waldbränden

Das neue Jahr beginnt für Sacha von der Crone heiss. Doch Temperaturen um die 40 Grad und Wassermangel sind der Grund für derzeit viele Feuer, die ausgebrochen sind. Was der Südafrika-Auswanderer sonst noch erlebte? Tierische Besuche und ein Abschied, der schwer fällt.

Die Hitze war in den letzten Tagen wirklich fast schon unerträglich und vor allem für die Region aussergewöhnlich hoch. Täglich bewegte sich das Thermometer nahe an die 40 Grad. Verbunden mit der Wasserknappheit und Trockenheit sind deshalb die ersten Feld- und Waldbrände keine Überraschung. Ein Brand war besonders gross und nahe der Autobahn, weshalb diese für mehrere Stunden gesperrt werden musste. Grössere Schäden oder Verletzte gab es zum Glück nicht. Noch nicht. Ich denke aber, die Gefahr wird nun jeden Tag grösser.

Einen Brand beobachteten wir auch vom Golfplatz her. Fast mit jedem Abschlag sahen wir eine grössere Rauchwolke. Aber auch hier sind alle noch einigermassen glimpflich davongekommen. Für die nächsten Tage sind allerdings starke Winde angekündigt. Dann wirds kritisch.

Besucher aller Art

Eines Nachts klingelte unsere Telefon - ein weiblicher Gast rief aus dem Zimmer an. Sie hätte eine grosse Spinne entdeckt. «Aber die ist doch mit ihrem Freund hier», sagte Barbara, welche das Telefon abnahm - «was ist denn der für eine Lusche», meinte sie. Sofort fühlte ich auch mich angesprochen. Schliesslich ist dank meiner leichten Phobie Barbara für das Entsorgen von allem, was kreucht und fleucht, zuständig. Entsprechend stolz kam sie auch von ihrem nächtlichen Entsorgungs-Auftrag zurück. Mit Spinnen muss man halt leben in Südafrika, genau so auch wie mit Ameisen.

Dies mussten zwei Gäste erfahren, welche entgegen der Hausregel Lebensmittel, insbesondere Früchte, nicht im Kühlschrank, sondern offen auf einem Tablar im Zimmer lagerten. Sie berichteten uns am Frühstück ganz unschuldig von einer Ameisenstrasse im Zimmer. Als sie anschliessend ausgecheckt hatten, nahmen wir uns dem Problem an. Wer schon einmal in Afrika unterwegs war, weiss, dass wir nicht eine Strasse, sondern mindestens eine vierspurige - richtungsgetrennte - Autobahn angetroffen haben. Tausende von fleissigen Ameisen waren hier zugange. Ich glaube, die beiden Gästen spürten auf ihrem Rückflug beim blossen Gedanken daran noch viele Krabbel-Tiere an ihren Beinen. Es ist halt einfach so: Bei einem ebenerdigen Zugang zu einem solch grossen Garten sind Ameisen einfach zu erwarten, wenn man sorglos Lebensmitteln herumliegen lässt. Ansonsten bleiben die Viecher nämlich den Zimmern fern.

Überraschungen und anderes aus der Woche

Ich bin überrascht. Man kontrolliert sich also gegenseitig beim Einhalten der Wasserrestriktionen, die Vorgaben werden scheinbar tatsächlich eingehalten. Weiter überraschte ich mich selber: Seit kurzem kann ich nun einen Wasserhahn im Badezimmer auswechseln, ohne grösseren Wasserschaden notabene. Fynn wächst weiter und weiter, geniesst die abendlichen Spaziergänge sehr und erkennt jeweils, dass es nun los geht, wenn wir Jogging-Schuhe tragen. Er bringt dann seine Freude mit Sprüngen bis auf Kopfhöhe zum Ausdruck. Im nahe gelegene Hundepark kann er mit anderen Hunden toben. Das beschert uns - mit einem schlafenden Fynn - einen geruhsamen Feierabend.

Via Live-Stream konnte ich aus dem Liegestuhl das Handball-Länderspiel der Schweiz am Yellow-Cup in Winterthur verfolgen und war wieder einmal der Heimat näher als sonst. Mein nächstes «Schweizer Ziel» ist, das Lauberhorn-Rennen vom Pool aus anzuschauen.

Ein Abschied steht nahe: Meine Mutter wird nach vier Wochen abreisen, dafür werden Freunde für einige Nächte in unser Lodge wohnen. Wir freuen uns auf weitere Begegnungen und sind gespannt, was die kommende Woche bringt. Politisch könnte sich etwas tun. Der südafrikanische Rand sackt weiter ab und der Unmut an der Regierung wird wohl damit auch nicht kleiner.

Man liest sich!

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