Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Vom Ärger zum Aufsteller der Woche

Ein Gast, der nicht kam. Ein Sanitär, der dafür unaufgefordert erschien. Und ein Behördengang für die Katz. Auswanderer Sacha von der Crone hat eine ereignisreiche Woche in seiner neuen Heimat Südafrika hinter sich. 

Unser Ärger der Woche: ausgebuchtes Haus und trotzdem bleibt ein Zimmer leer. Der angekündigte Südafrikaner auf Hochzeitsreise ist nicht erschienen. Obwohl er vorher noch zweimal telefonisch nachgefragt hatte, ob mit seiner Buchung alles in Ordnung sei. Die Anzahlung hat er unter fadenscheinigen Gründen nicht geleistet. Da hätte uns wohl ein Licht aufgehen müssen. Nun gut, der Schaden ist zum Glück klein und für uns ist es eine Lehre: In Zukunft bestätigen wir eine Buchung erst, wenn die Anzahlung geleistet ist. Scheinbar sind sie so, die reisenden Südafrikaner. Sie buchen in drei Hotels und entscheiden dann spontan, wohin sie wirklich gehen - hätten wir wissen müssen. Nun haben wir es uns zum Spass gemacht, ihm eine Rechnung für sein Nichterscheinen zu senden. Wir werden auch noch eine freundliche Erinnerung senden - im Wissen darum, dass das Geld wohl nie kommen wird. Aber ein wenig Schweizer Ordnung muss halt sein.

Der Running-Gag der Woche ist natürlich Bobby, unser TV- und Internet-Installateur. Seit mittlerweile drei Wochen verspricht er uns, morgen dann wirklich zu kommen. Es ist nicht wirklich dringend, aber natürlich möchten wir diese Pendenz noch vor der eigentlichen Hochsaison erledigt haben. Es amüsiert uns weiterhin. Letzthin war sogar seine Combox voll und man konnte keine Nachrichten mehr hinterlassen. Scheinbar wollen noch andere, dass Bobby morgen endlich kommt.

Der Aufsteller der Woche war unser Sanitär. Nach seinem Not-Einsatz von letzter Woche, kam er von sich aus nochmals vorbei, um den notdürftig geflickten Rohrbruch nun richtig zu reparieren. Der Ast, der die Leitung zerstörte, entwickelte sich im Innern der Leitung zu einem veritablen Busch. Es hätte keine zwei Tage mehr gedauert und die Leitung wäre erneut verstopft. Schön also, wenn Handwerker mitdenken. Dafür kommt der Parkett-Boden nun doch zwei Tage später, offenbar eine Terminkollision. Planung ist nicht einfach in Südafrika.

Ein Fahrzeugausweis als Diplom: Kurz nach unserer Ankunft in Südafrika haben wir direkt ein Auto gekauft und dieses auch beim Traffic-Center in Cape Town auf unseren Namen angemeldet. Nun sind endlich der Fahrzeugausweis und die entsprechende Autonummer bei uns angekommen. Alles wurde vom Autoverkäufer aus Cape Town nach Hause gebracht und die Nummer gleich auch montiert. Montiert ist übertrieben, sie wurde einfach vorne und hinten aufs Chassis geklebt. Mehr oder weniger erfolgreich. Am zweiten Tag mit unserer eigenen Nummer verloren wir die vordere bereits wieder. Wenige Tage später kam der Autoverkäufer, wiederum aus Cape Town, zu uns gefahren und klebte die neue Nummer nun fester an. Wir sind gespannt, wie lange das hält. Der Fahrzeugausweis schaut aus, als sei er ein Diplom. Farbig, reich geschmückt und mit Wasserzeichen versehen. Ich bin gar nicht sicher, ob wir das Ding nicht einrahmen und aufhängen sollten. Im Fahrzeug muss der Ausweis nicht mitgeführt werden. Man löst aus dem zweiseitigen Diplom einfach einen Kleber raus, der dann an die Windschutzscheibe geklebt wird. Jedes Jahr muss eine neue Plakette angebracht werden. Wir bekommen also auch jährlich ein weiteres Diplom.

Behördengänge oder hinfahren, um wieder zu gehen: Wir mussten nach Cape Town, um bei der Einwanderungsbehörde Unterlagen abzuholen. Da wir nicht sicher waren, ob wir beide persönlich anwesend sein mussten, fuhren wir mit Sack und Pack los - das heisst, Hund Fynn war auch dabei. Schon die Parkplatz-Suche mitten im Zentrum kann sich zum grossen Abenteuer entwickeln und langsam aber sicher wurde nicht nur Fynn ungeduldig. Barbara stieg schon mal aus, und Fynn und ich suchten weiter. Erfolgreich. Nach zehn Minuten waren wir beide gerade auf dem Weg zum Hochhaus der Behörde, als Barbara schon anrief. Das kann nichts Gutes bedeuten: Der Schalter war wegen Überlastung geschlossen. Bereits der Portier fing alle Ankommenden ab und sagte, man müsse mindestens eine Stunde warten. Eine Stunde warten, bevor man anstehen darf? Das dauerte uns zu lange und wir beendeten den Ausflug wieder. Barbara hörte noch, wie in der Reihe jemand motzte, dass er das schon am Vortag so miterlebt habe. Wir sind also auf einiges gefasst, wenn wir den nächsten Anlauf nehmen. 

So langsam beginnt die Saison hier. Alles blüht und grünt und unser grosser Garten bietet fast täglich neue Blüten oder Blumen. Nächste Woche kommen die ersten Gäste, die wir noch aus der Schweiz kennen - wir freuen uns riesig auf sie. Schweizer Gäste sind natürlich immer etwas Spezielles. Und wir freuen uns auch, dass der Blog gelesen wird und die Schweizer immer als erstes nach Fynn fragen. Es wäre auch noch das Novemberfest (dem Oktoberfest entsprechend) des Schweizer Clubs in Cape Town. Die Einladung kam am 12. November für das Fest vom 13. und 14. November. Zudem frage ich mich, ob ich als Schweizer im Ausland, Deutsche Feste mit deutschen Spezialitäten (zum Beispiel Zwiebel-Mettbrötchen) feiern will. Oder macht der Deutschland-Club vielleicht einen Raclette-Abend? Falls ja, gehe ich dann dahin.

Man liest sich!

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