Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Geduld ist gefragt

Auswanderer und Blogger Sacha von der Crone hat vergangene Woche viel warten müssen - für eine schnellere Internetverbindung und eine Steuernummer, damit in Südafrika auch die Steuern bezahlt werden können. 

Wie schon mal erwähnt, wollten wir die Internetgeschwindigkeit erhöhen. Eigentlich keine grosse Sache, müsste man meinen. Also: Hin in den Shop, eine Rechnung sogar mit dabei, damit gleich alle Angaben zur Hand sind. Schlange stehen, um dann zu erfahren, dass ein solches Anliegen nur ein bestimmter Herr erledigen kann und wir woanders anstehen müssen. Zuvorderst angekommen sagte uns dieser Herr dann, dass wir das Internet gar nicht bei seiner Firma hätten. Steht zwar auf der Rechnung, aber er sagte, dass sei nicht bei ihnen. Tja. Nach Hause gefahren, telefonisch bei der gleichen Firma angerufen, vier Minuten in der Leitung gewartet und dann mit dem Agenten gequatscht - schon war unser Internet-Speed massiv beschleunigt. Der gute Herr im Shop wollte wohl einfach nicht arbeiten. 

Das Steuerjahr in Südafrika endet Ende Februar. Höchste Zeit also, dass wir uns bei diesem Amt auch noch anmelden. Unser Berater schickte uns ins ungefähr 40 Minuten entfernte Paarl, weil dort die Wartezeiten viel kürzer sind. Nachdem wir alle Unterlagen vom Berater zusammengestellt und unter den Arm geklemmt hatten, machten wir uns beide auf den Weg. Vorher schauten wir noch auf der entsprechenden Internetseite nach, wie lange denn die Wartezeiten sind. «12 Schalter, 18 Wartende ca. 15 Minuten Wartezeit» wurde angegeben. Klingt super.

Dort angekommen sahen wir bereits eine Schlange vor dem Gebäude. Nun gut: Wenn nur diese 10 Personen warten, kein Problem. Fünf durften schon mal rein. Drinnen gibts ja 12 Schalter, das geht bestimmt zügig. Bald durften wir durch die Sicherheitsschleuse in den Raum treten. 12 Schalter - stimmt. Leider war das aber bloss eine Auskunft über das Mobiliar und nicht über die besetzten Schalter. Deren Zahl war maximal halb so gross, dafür war die Anzahl Wartenden doppelt so hoch. Zu allem Unglück informierte uns unser Berater nicht ganz korrekt und wir mussten noch zu einer Bankfiliale, um weitere Unterlagen zu bekommen. 30 Minuten später waren wir wieder im Gebäude. Und nun: Nach zweieinhalb Stunden Warterei und einem knapp zehnminütigen Gespräch waren wir wieder draussen. Gespräch ist übertrieben, schliesslich tippte die Frau hinter dem Schalter einfach ein, was wir auf dem Formular niedergeschrieben hatten. Irgendwie könnte das einfacher gehen. Erstaunlich wiederum ist, dass wir noch im Gebäude eine SMS mit unserer Steuernummer bekommen haben. Unglaublich fortschrittlich. Auch erstaunlich, zu Hause fanden wir in unserem E-Mail-Eingang bereits die Rechnung unseres Beraters.

Die Statistik von Fynns Diebstählen wird immer grösser. Der erste Klau - damals merkten wir überhaupt erst, dass er mit der Schnauze nun bereits auf die Küchenkombination kommt - war das Mittagessen der Maid bzw. Domestic-Workerin. Seine Beute: zwei Toastsandwiches und ein Apfel. Den Orangensaft liess er grosszügigerweise stehen. Vorletzte Woche wurden dann der Statistik vier leckerste Kalbs-Bratwürste hinzugefügt. Nicht irgendwelche Kalbsbratwürste, sondern erstens unser z’Nacht und zweitens die besten weit und breit. Man muss mindestens bis nach Winterthur fahren, um solch feine Würste zu bekommen. Vorgestern kam nun das teuerste Diebesgut hinzu: Schweinefilet - komplett und schön lecker fertig gebraten. Wir müssen uns natürlich selber an der Nase nehmen. Schliesslich macht Gelegenheit Diebe. Dem Diebstahl kam leider noch Sachschaden hinzu. Seinem Übermut fiel leider eine Glasvase zum Opfer. Dies macht Fynns Statistik nicht besser und vor allem Barbara ziemlich, ziemlich sauer. Zum Glück haben gerade junge Hunde den berühmten Hundeblick und der Ärger verfliegt jeweils schnell.

Sonst ist es gerade ruhig in der Africa-Lodge - alle Zimmer sind ausgebucht und trotzdem können wir eine ruhigere Kugel schieben und sogar für einmal das Frühstücksbuffet sausen lassen. Vier Gäste müssen früh zum Flughafen und wollen vorher nichts essen. Und die weiteren Zimmer sind zwar belegt, aber die Gäste für ein paar Tage auf einer Tour. Auch mal schön, wir versuchen auszuschlafen.

Man liest sich!

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