Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Die Ruhe geniessen

Die momentane Ruhe nutzt Auswanderer Sacha von der Crone, um neue Ideen in seiner Africa-Lodge umzusetzen. Bald wirds sowieso wieder hektischer bei ihm: Nicht nur wegen den Gästen - es gibt auch Familien-Zuwachs.
Blog Südafrika leere Africa-Lodge
© Sacha von der Crone

Nigelnagelneues «Bistro» für die Gäste. Zurzeit geniessen die Betreiber der Africa-Lodge aber noch die Ruhe.

Ruhig ist es zurzeit in Südafrika. Obwohl es auch diese Woche noch Demonstrationen gab und sich die Anhänger von allen Parteien auf der Strasse trafen und weiterhin Präsident Zuma zum Rücktritt bewegen wollen, ist es spürbar ruhiger. Schön zu sehen, dass sich Menschen aus allen Schichten und Hautfarben gemeinsam auf der Strasse treffen und ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verleihen.

Ruhig ist es auch in der Africa-Lodge, sie ist diese Woche nur für uns da. Wir geniessen das sehr und nutzen die Zeit zur Erholung, zum Sünnele, lesen und natürlich auch um die vergangene Saison Revue passieren zu lassen. Nochmals amüsieren wir uns über lustige Begebenheiten, schütteln den Kopf über speziellere Gäste und hinterfragen, was wir noch besser machen können. Dies führte dann wiederum zu weiteren Umbauten. So gestalteten wir den Indoor-Frühstücksbereich komplett um, um es unseren Gästen noch bequemer zu machen und für uns den ganzen Frühstücksablauf zu optimieren. Wir sind nun auch in der kühleren Jahreszeit bestens eingerichtet, wenn ein Frühstück im Garten unangenehm ist - wir erwarten unsere Gäste nun im nigelnagelneuen Bistro zum Zmorge.

Die sonst herrschende Ruhe wird seit neuestem immer mal wieder durch Funksprüche unterbrochen. Seit dieser Woche sind wir nie mehr alleine und mit der Nachbarschaftshilfe direkt per Funk verbunden. Spannend zu hören, was sich so den ganzen Tag hindurch abspielt, und zum grossen Glück ist der Funk in der Nacht, auf der Notfall-Frequenz, bis jetzt immer still geblieben.

Ja, sünnele ist «leider» immer noch gut möglich bei uns. Obwohl wir schon im Herbst angekommen sind, ist es immer noch sommerlich. Die Prognosen für nächste Woche sind sogar so gut, dass die Temperaturen täglich nochmals 30 Grad erreichen, bei strahlendem Sonnenschein. Der Regen lässt, mit einer Ausnahme, immer noch auf sich warten. Es wird zunehmend ungemütlicher. Der Wasserdruck wurde nochmals reduziert, um Wasser zu sparen und die Spar-Aufrufe der Regierung werden intensiver und noch häufiger. Unpassend dazu, die «Zähler» der Autobahn entlang, die nun plötzlich wieder mehr als 100 Tage Wasser prognostizieren bis zur Austrocknung der Dämme. Unter 100 Tagen waren sie noch gar nie, obwohl die Anzeigen schon seit Wochen installiert sind. «Wahrscheinlich ist Zuma für die Hochrechnungen zuständig», spotten viele. Was passiert eigentlich, wenn die Dämme wirklich leer sind? So richtig daran glauben mag zwar niemand, aber was wäre wenn?

Bilder von den Stauseen bei uns, deuten irgendwie daraufhin, dass man sich mit dem Gedanken auseinander setzen muss. Wie dramatisch die Lage in den Teilen des Kontinents schon ist, zeigen ja die Spendenaufrufe in Europa für das südliche Afrika. Hungersnöte in den nördlichen Nachbarländern von Südafrika haben bereits begonnen, dies wird dann wiederum wohl auch zu weiteren Flüchtlingen in Südafrika führen und auch hier steigen die Lebensmittelpreise stetig. Es könnten also diesbezüglich unruhigere Zeiten aufkommen.

Auch bei uns wird die Ruhe sicherlich durchbrochen. Einerseits erwarten wir neue Gäste und dann über Ostern noch Familien-Zuwachs. Eine von Fynns Nichten zieht bei uns ein und wird unser Leben sicherlich in den nächsten Wochen bestimmen - und das von Fynn kräftig durchwirbeln. Er wird nun also Rudel-Führer und erhält mit Ziva eine Hunde-Gefährtin fürs Leben und eine Security-Assistentin. Sind wir gespannt, wie die Zusammenführung und der Einzug verläuft. Schliesslich war Fynn während eineinhalb Jahren alleiniger Herrscher in der Africa-Lodge. Wir freuen uns sehr auf die achtwöchige Hundedame.

Blog Südafrika Hund Ziva
© Sacha von der Crone

Ziva wird bald bei Sacha von der Crone und seiner Freundin einziehen. Hund Fynn muss also Platz für eine Gefährtin machen.

Man liest sich!

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