Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Ja, haben wir denn schon Weihnachten?

Auswanderer Sacha von der Crone verbrachte das erste Weihnachtsfest in seiner neuen Heimat Südafrika. Mit Raclette aus der Schweiz. Doch die Woche war auch turbulent: mit einem gestrandeten Wal ganz in der Nähe. 

Sommer, Sonne, Palmen und fast 30 Grad warme Temperaturen. Wir mussten ehrlich gesagt aufpassen, dass wir Weihnachten nicht verpassen. Es ist wirklich speziell im Sommer in Weihnachtsstimmung zu kommen. Es gibt den Santa Claus in der Shopping Mall, er trägt auch rot, aber kurze Shorts und unter dem dicken Bart ist ihm bestimmt heiss. Aus den Lautsprechern klingt «Jingle Bells» und auch von «White Christmas» wird geträumt. Wirklich lustiges lSzenario. Scheinbar, so wurde mir von einem Taxifahrer erzählt, habe extra ein Südafrikaner einen Weihnachtssong geschrieben, der eben nicht von Schnee und Kälte handelt, sondern von Strand, Meer und Sonne. Obs stimmt, ich weiss es nicht.

Auf jeden Fall ist per Kurierdienst ein Weihnachtspaket zu uns unterwegs. Erfreut haben wir vor kurzem einen Anruf bekommen, dass das Paket bereits in Südafrika sei. Wir mussten viele Angaben zu unserer Person machen, um uns zu identifizieren. Sonst wäre das Paket wieder zurückgeschickt worden. Dann wurden wir noch gefragt, was denn im Paket sei. Gute Frage: Bei einem Überraschungs-Paket, weiss man das ja selten. Wir antworteten, mittlerweile per E-Mail, mit «Chocolate and/or Cookies». Die Antwort kam prompt. Auf dem Zettel stehe «Fotobuch», ob das damit gemeint sei? Google Translate hätte bestimmt aus dem «Fotobuch» ein «Photobook» gemacht und die Sache wäre geklärt gewesen. Was für ein Personal-Aufwand für eine scheinbar einfache Sache. Schliesslich muss ja mittlerweile bei jedem Paket der Absender angeben, was in ein fernes Land verschickt wird. Wir sind nun einfach gespannt, wann das Paket zugestellt wird.

Weihnachten wird hier unten am 25. Dezember gefeiert, der 24. ist mehr oder weniger ein Tag wie jeder andere auch. Nicht so bei uns in der Lodge. Wir feierten den 24. im Garten bei einem feinen Raclette. Den richtigen Schweizer Raclette-Käse hatten wir meiner Mutter zu verdanken. Was für ein Feeling. 

Solarstrom, ja klar!

Praktisch der gesamte Strom in Südafrika wird entweder durch Atomkraft oder Kohlekraftwerke produziert. Sonnenenergie? Windenergie? Ein Fremdwort. Man kümmert sich einfach zu wenig darum. Obwohl Südafrika zu einem der sonnen- und den Küsten entlang auch windreichsten Länder überhaupt gehört. Alternative Energie wird hier unten nicht gefördert. Im Gegenteil, häufig sogar noch bekämpft und schon gar nicht subventioniert.

Wir hatten aber, um die hohen Stromkosten zu minimieren oder sogar ganz auf null runter zu schrauben, unseren ersten Termin mit einem Solar-Spezialisten. Und wie es im Moment den Anschein erweckt, können wir tatsächlich fast unseren gesamten Strombedarf mittels Sonnenkraft selber produzieren. Ab Januar wird für ein paar Wochen eine schlaue Box unseren Stromverbrauch auf die Minute genau rapportieren, damit wir anschliessend das massgeschneiderte Produkt installieren können.

Der schnelle Wochenrückblick

Politisch verlief die Woche ziemlich ruhig. Die grossen Weihnachts-Sommer-Ferien haben begonnen und somit ist wohl für den Moment Ruhe eingekehrt. Die Schulen sind bereits seit Mitte Dezember geschlossen und mittlerweile haben auch die meisten Produktionsbetriebe Ferien - Handwerker gibts seit letzter Woche fast keine mehr. Wirklich alles nicht absolut Notwendige macht für zwei bis drei Wochen dicht. Viel geht nun nicht mehr in Südafrika. Ferienzeit ist auch Familienzeit - man reist zu den Familien nach Hause. Das ganze Land ist in Bewegung und die Touristenströme fliessen.

Aufregung gabs auch eines Morgens - schon früh sahen wir auf Facebook die ersten Bilder eines leider toten Wals, der nahe bei uns am Strand angespült wurde. Tödlich verletzt, eventuell von einem Hai. Obwohl ich mir das schwer vorstellen kann. So ein ungeheuer grosses Tier soll von einem Hai attackiert werden? Sicherheitshalber und auch für den Abtransport des Wal-Kadavers wurde der komplette Strand-Abschnitt für einen Tag gesperrt. Ein trauriger und doch sehr eindrücklicher Anblick.

So, wir wünschen aus dem Sommer nachträglich fröhliche Weihnachten, besinnliche Stunden und - man liest sich!

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