Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Zwischen zwei Welten

Auswanderer Sacha von der Crone ist nach seinem Schweiz-Besuch zurück in Südafrika. Dort organisiert er gerade ein Golf-Turnier für die Roger-Federer-Foundation - und stimmt sich bereits langsam auf den Herbst ein.

Während in meiner «alten Welt» in der regionalen Zeitung darüber diskutiert wird, ob ein Lebensmittelgeschäft «jetzt ist Spargelzeit» schreiben darf und dabei Spargeln aus Südamerika anpreist, bin ich in meiner neuen Welt zurück und lese, dass die Dürre in Südafrika massivste Ernteausfälle bringen wird. Momentan ist der Durst von rund 3 Millionen Menschen das grösste Problem, bald aber wohl, als weitere Folge, eine Hungersnot bei Mensch und Tier. Die ersten 5000 Rinder sind bereits verhungert, viele mussten Notgeschlachtet werden, um die restliche Herde zu sichern. Ohne private Hilfe (!) wären es wohl noch mehr Tiere und auch bereits die ersten Menschen. Die Regierung tut nichts.

Nicht unbedingt in Südafrika wird es schlimm werden, weil es sich Südafrika (noch?) leisten kann, Futtermais und weissen Mais für die Menschen in den Nachbarsländern einzukaufen. Aber Äthiopien, Malawi und wohl auch Botswana werden schlimm getroffen. Während Südafrika früher viel Mais exportieren konnte, ist man nun gezwungen zu importieren. Und dies eben aus Ländern, welche nachher noch schlechter dran sein und dann chancenlos gegen eine Hungersnot kämpfen werden. Nicht gerade in den nächsten Tagen und Wochen, aber in naher Zukunft. Die restliche Welt nimmt diese düsteren Prognosen noch zögerlich war, wartet wohl, bis es die ersten schrecklichen Bilder von abgemagerten Erwachsenen und Kindern mit Blähbäuchen zu sehen gibt. Dabei wäre wohl ein Agieren zum jetzigen Zeitpunkt noch einfacher, als ein Reagieren in naher Zukunft. Und vielleicht würde man dann auch nicht mehr darüber diskutieren, ob es Sinn macht, Spargeln aus weit entfernten Ländern zu Essen, sondern einfach einen normalen, vernünftigen und hoffentlich auch dankbareren Zugang zu den Nahrungsmitteln finden. Oder ob es sinnvoll ist unter anderem Mais für den Tank und nicht den Teller zu produzieren.

«Golf For Africa»

Der Abstecher in die Schweiz hat sich gelohnt. So gedeiht nun unser Herzensprojekt «Golf For Africa», wie wir uns dies vorstellen. «Golf For Africa» gibts als Turnier schon sehr erfolgreich in der Schweiz. Nun dürfen wird den Aufbau dieser Turnierserie in Südafrika mitgestalten und vorwärtstreiben. Der komplette Erlös dieser Turniere fliesst direkt in die Roger-Federer-Foundation, welche ja hauptsächlich Projekte im Heimatland von Federers Mutter realisiert. Wir freuen uns sehr, so Golfverrückte aus der Schweiz und dem restlichen Europa nach Südafrika zu locken und zusammen mit den vielen, vielen europäischen Spielern aus der Kapregion unvergessliche Turniertrage in unserer Nachbarschaft zu bieten. Ein super Projekt für uns, es hilft uns weiter Fuss zu fassen, gutes zu tun und somit unserer neuen Heimat etwas zurück zugeben.

Ich bin also im Sommer zurück und obwohl die Temperaturen fast täglich noch gegen 30 Grad erreichen, verfärben sich die ersten Blätter herbstlich. Für unser Auge ein spezielles Bild, ohne kühlere Temperaturen und ohne grau in grau, wirds herbstlich. Die Trauben in den Weingebieten sind mehrheitlich geerntet, die Natur stimmt uns auf kommende Herbsttage ein. Aber für unsere Schweizer Verhältnisse wirds noch lange sommerlich bleiben. Als Südafrika-Herbst-Neulinge fragen wir uns sogar, ob alle Laubbäume überhaupt ihre Blätter verlieren oder nicht. Die Natur macht hier unten wegen der milden Temperaturen auch im Wintert viel weniger lang Pause als in der Schweiz. Wir werden es in den nächsten Monaten sehen. Bis dahin geniessen wir noch viele Touristen bei uns, gut gebucht bis Anfang Mai, ist das Saison-Ende noch weit entfernt.

Man liest sich!

Im Dossier: Alle Auswanderer-Blogs von Sacha von der Crone