Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Durchdrehen im Kreisverkehr

Auswanderer Sacha von der Crone lebt jetzt schon ein Weilchen in Südafrika. Die Sache mit dem Strassenverkehr beschäftigt den Blogger aber nach wie vor. Ein Erklärungsversuch mit Kreiseln, Blinkern - und ohne Ampeln.

Nebst vielen Ampeln und noch viel mehr Kreuzungen mit vier Stop-Schildern, gibts in Südafrika auch unzählige Kreisel. Um genau zu sein, drei verschiedene Kreisel. Grosse, zweispurige Kreisel, kleinere und einspurige Kreisel und dann noch sogenannte «Roundabouts». Bei den Roundabouts ist es so, dass die gleiche Regel gilt wie bei den kleinen Kreiseln, mit der Ausnahme, dass nicht unbedingt der von rechts kommende Vortritt hat (wir haben Links-Verkehr), sondern wie bei den vier Stop-Schildern, der zuerst Ankommende. Ein Bisschen unnötig finde ich, aber immerhin gibts so eine dritte Kreisel-Variante. Soweit so gut und noch alles klar? Gut.

Wie blinkt man jetzt aber genau in diesen verschiedenen Kreisel-Varianten?  Generell gilt mal, jede Richtungsänderung muss angezeigt werden. Das wiederum führt dazu, dass man im Prinzip - und so stehts nachzulesen - bei der Einfahrt in den Kreisel nach rechts blinken müsste. Will ich aber gleich bei der ersten Ausfahrt wieder raus, würde wohl mein Finger oder der Hebel im Auto brechen, wenn ich von rechts gleich nach links Blinken wechsle. Also ist es mal so, dass man dann gleich bei der Einfahrt links blinkt. Will ich gerade aus fahren, blinke ich bei der Einfahrt nicht und blinke erst, wenn ich kurz vor der Ausfahrt des Kreisels bin, nach links. Macht ja auch noch Sinn. Will ich aber nach rechts abbiegen, also nach drei-vierteln raus, blinke ich von der Einfahrt an nach rechts und blinke dann wiederum vor der Ausfahrt nach links. So funktionierts in den zwei spurigen Kreiseln. Hier gilt es noch zu beachten, dass die innere Spur nur benutzt werden darf, wenn man drei-viertel-Umdrehungen im Kreisel drin fährt. Linksabbieger und Geradeausfahrer, dürfen nur die linke äussere Spur verwenden.

Wer nicht nachgibt, hat Vorfahrt

Aber nochmals zum Blinken. Die Erfahrung auf den Strassen zeigt nämlich vielmehr, dass die Südafrikaner blinken, wie wenn es eine normale Kreuzung wäre. Das heisst, wer gerade aus fährt, blinkt nie. Ist ja auch eine Lösung, bedingt aber, dass ich immer im Griff habe, wer von wo kommt und nicht wohin er fährt. Somit trifft wohl ein Forum-User den Nagel am besten auf den Kopf: «4x4-Pick-ups haben Vorfahrt. Minibusse haben generell Vorfahrt. Touristen mit GP-Kennzeichen haben Vorfahrt. Wer nicht weiss, wo er wieder raus muss, hat Vorfahrt. Leute, die im Kreisverkehr fahren und gleichzeitig telefonieren, haben Vorfahrt. Wer nicht nachgibt, hat Vorfahrt. Wer von der linken Spur auf die innerste Spur in den Kreisverkehr will, hat Vorfahrt. Wer von der rechten Spur auf die äusserste Spur im Kreisverkehr will, will garantiert einmal ganz herumfahren und die gleiche Ausfahrt wieder rausfahren und erkämpft sich die Vorfahrt.»

Wichtig, und auch das steht im Gesetz geschrieben: Nähern Sie sich der Kreuzung langsam. Und das wiederum ist das Geheimnis, langsam passiert einfach viel weniger. Mit der üblichen südafrikanischen Gelassenheit und Toleranz, noch viel weniger. Aber nicht alles nimmt man hier so gelassen. Wer zum Beispiel mit dem Handy während der Fahrt hantiert oder telefoniert und erwischt wird, dem wird das Gerät gleich an Ort und Stelle abgenommen. Wer betrunken (über 0,5 Promille) einen Unfall mit Todesfolge verursacht, wird wegen Mordes angeklagt. Telefonieren oder betrunken Autofahren, ist halt auch bedeutend gefährlicher als im Kreisel bei 30 Stundenkilometern nicht oder falsch zu blinken.

Im Dossier: Alle Auswanderer-Blogs von Sacha von der Crone