Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Proteste und ein Polizeirapport

Auswanderer Sacha von der Crone sieht einmal mehr Problemen mit seinen Angestellten entgegen. Dafür amüsiert sich der Blogger für einmal über die Polizei in Südafrika.
Sacha von der Crone Auswanderer Südafrika Lodge Unfall Polizei
© ZVG

Tatsächlich ein offizielles Dokument von der Polizei Stellenbosch.

Neben den letzte Woche beschriebenen Morden an den weissen Bauern, gab und gibt es leider auch immer mehr Ausschreitungen, Proteste und Plünderungen innerhalb der Townships. Dort leben viele schwarze Südafrikaner aber auch die meisten Flüchtlinge. Flüchtlinge, welche hier ein Leben in Sicherheit oder in besserer wirtschaftlicher Situation suchen. «Diese Flüchtlinge nehmen uns Frauen und Arbeit weg», schreien die schwarzen Südafrikaner. Das mag natürlich teilweise stimmen, aber unsere Erfahrungen und auch Erzählungen zeigen ja leider auch, dass der schwarze Südafrikaner ein schlechter und unzuverlässiger Arbeitnehmer ist. Die Kundgebungen sind oft ausgeartet und konnten nur noch mit Tränengas von der Polizei gestoppt werden. Die Menschen aus den nördlichen Ländern von Südafrika leben dort zusammen und schauen auch für einander. Dachte ich zumindest.

Unser Gärtner muss nämlich dringend seine Arbeitserlaubnis verlängern lassen, sonst können wir ihn nicht weiter beschäftigen. Er werde sich darum kümmern, besser gesagt sein Bruder. So sagte er mir. Aber es fehle ihm noch das Geld. Ok, dachte ich und erzählte es ein paar Tage später Barbara. Es machte mich und vor allem auch sie stutzig, dass er fast zehn Tageslöhne für eine neue, halbjährige Arbeits-Bewilligung zahlen müsste, basierend auf seinem Asylstatus. Ich fragte ihn am nächsten Arbeitstag nochmals und er versicherte mir, sein Bruder mache das und das koste tatsächlich 1500 Rand. Eine kurze Suche im Internet bewies mir, dass eine Arbeitserlaubnis für Asylanten kostenlos ist. Zur Sicherheit fragte ich auch noch unsere Hausangestellte und auch sie sagte, nein, das kostet nichts. So begrüsste ich unseren Gärtner heute und versicherte ihm, dass er kein Geld für die Erneuerung brauche. Ich sah in seinen Augen eine kleine Welt zusammen brechen. Er kann es nicht glauben, dass sein eigener Bruder ihn wohl über den Tisch ziehen will. Immer wieder murmelte er leise: «mein eigener Bruder sagte es mir aber». Mir stellt sich bloss die Frage. Wie weit geht dieser Rattenschwanz von über den Tisch ziehen? Ist der Bruder das letzte Glied? Oder geht auch der Bruder zum Nächsten im Quartier? Oder ist es gar Schmiergeld? Vielleicht finde ich es noch raus. Eines ist klar: Wenn verschiedene Nationalitäten und Kulturen auf engem Raum gemeinsam wohnen, ist Konfliktpotential vorhanden und auch hier ist sich wohl jeder selbst am nächsten.

Polizeirapport

Unsere Gäste erkunden die Gross-Region Kapstadt. Fahren in die Weinberge, ans Kap der guten Hoffnung oder natürlich auch in die Mother City Kapstadt. Wenn man sich an den Linksverkehr gewohnt hat, ist Autofahren hier, wie das Leben auch, eine entspannte Sache. Aber natürlich kann immer mal wieder etwas passieren. So kamen Gäste mit einem Parkschaden am Auto von einem Ausflug zurück. Nichts Schlimmes, aber halt ein Schaden. Ohne Polizeirapport wird wohl die Versicherung die Kosten nicht übernehmen. So sagten wir ihnen, wo sie auf ihrem nächsten Ausflug eine Polizeistation finden werden. Die ganze Angelegenheit ist natürlich unspektakulär und eigentlich keine Erwähnung wert. Doch der Polizeirapport ist es! Jeder Primarschul-Spickzettel ist sauberer und aufschlussreicher! Doch ich bin sicher, der Wisch wird für die Versicherung reichen. This is Africa.

Es wird langsam ruhiger in der Africa-Lodge, unsere zweite Hochsaison neigt sich dem Ende zu. Die Temperaturen sind immer noch unverändert hoch, das Wetter durchgehend schön. Regen bleibt aus und mittlerweile gibt es bereits entlang der Autobahn, digitale Anzeigen, welche das Ende der Wasserreserven als Countdown runter zählen. Die Lage wird ernster und ernster...

Man liest sich!

Im Dossier: Alle Auswanderer-Blogs von Sacha von der Crone