Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Verkehrte Welt

Blogger Sacha von der Crone lebt nun schon fast ein Jahr in Südafrika, doch er muss sich noch an so einige Dinge gewöhnen, die in der Schweiz einfach anders herum gemacht werden.

Wir leben ja nun schon fast ein Jahr auf der anderen Seite des Äquators. Das erste «verkehrte», was einem in Südafrika auffällt, ist der Linksverkehr. Dieser wirkt sich im Übrigen auch auf die Personen-Ströme - zum Beispiel in den Malls - aus. Auch dort wird nach Links-Verkehr-Muster gelaufen. Wir Schweizer denken allerdings im im Rechts-Verkehr-Muster. So kommt es immer wieder vor, dass ich beinahe in Leute reinlaufe. Denn kommen sie einem frontal entgegen, weichen sie nach links aus. Da ich als geborener Rechts-Fahrer dasselbe vor habe, kommts häufig zum beinahen Zusammenstoss.

Dann gibt es noch die Mär vom anders abfliessenden Wasser in der Badewanne oder der Toilette. Das ist zwar Quatsch, hält sich aber hartnäckig. Wie ist es aber mit dem Nachthimmel? Haben wir zur gleichen Zeit Vollmond wie auf der anderen Seite des Äquators? Ja, haben wir. Wir sind ja schliesslich auf der gleichen Erde, haben die gleiche Sonne und auch den gleichen Mond. Nur, unser Mond liegt en bisschen quer am Himmel. Das haben wir aber erst gerade bemerkt. Waren wir doch noch vor einigen Tagen bzw. Nächten der Meinung, der Mond sei abnehmend. Weil wir uns auf die Eselsbrücke aus Kindertagen verlassen haben. Plötzlich war es dann aber Vollmond. Um unsere Eselsbrücke anwenden zu können, müssen wir uns also in Zukunft auf den Kopf stellen.

Der gleiche Mond doch andere Sterne

Kurz nach unserer Ankunft am Kap blamierte ich mich ein wenig, als ich beim Blick zum Sternenhimmel meinte den «grossen Wagen» zu erkennen. Sternbilder haben wir hier unten allerdings komplett andere, wurde ich belehrt. Die gleiche Erde, der gleiche Mond aber nicht die gleichen Sterne. Nun lese ich aber im schlauen Internet, dass wir sehr wohl die einen oder anderen bekannten Sternbilder sehen können. Aber wiederum auf dem Kopf. Ein grosser Teil der Sternbilder ist also aufgrund des Blickwinkels an den Himmel verschieden. So ganz blicke ich noch nicht durch. Vieles erscheint logisch, vieles auch nicht. Und es ist bei unseren Gästen immer mal wieder ein Thema. Fast zehntausend Kilometer südlicher als die Heimat, kann einiges verkehrt sein. Schön ist aber, dass hier mitten im Quartier der Nachthimmel wunderbar sichtbar ist. Viel störendes Licht gibt es nicht.

Verkehrt war aber wohl auch die Wahl unseres Gärtners. Er ist nicht gerade die Zuverlässigkeit in Person und erscheint immer mal wieder nicht zur Arbeit. Doch diese Woche «schoss er den Vogel ab», als er aufgrund des schlechten Wetters nicht zur Arbeit erschien. Schade findet also die Gartenarbeit hauptsächlich Draussen statt. So müssen wir uns auf den Saisonstart wieder einmal auf wetterfeste Personal-Suche begeben. Sonst steht unsere Crew bereit und wir freuen uns auf den Saisonstart. Dieser erfolgt nächste Woche und deshalb fällt unser Road-Trip nach Johannesburg ins Wasser.

Streichelzoos mit Vorsicht geniessen

Wir geniessen die letzten freien Tage und waren unter anderem ganz in unserer Nähe in einem Cheetah-Ressort. Dort leben mindestens zwanzig Geparde zusammen mit Schildkröten, Erdmännchen und Hunden. Solche «Streichelzoos» sind in Südafrika immer mit Vorsicht zu besuchen, schliesslich sollte man verhindern, dass mit dem bezahlten Eintritts-Geld die Gefangenschaft von wilden Tieren finanziert und somit gefördert wird.

Aber es gibt auch einige sinnvolle Institutionen. Wie eben dieser «Geparden-Zoo». Hier finden von Farmern verwundete Tiere ein neues zu Hause. Geparden werden leider häufig von Farmern angeschossen, weil sie der Farm-Herde zu nahe kommen. Man kann hier die Geparden streicheln und aus nächster Nähe bewundern. Eindrückliche Tiere. Der Sinn hinter der ganzen Sache ist grossartig: Diese Tiere können nie mehr zurück in die freie Wildbahn, doch sie tun mit ihrem Leben etwas Gutes. Das Eintrittsgeld wird vollumfänglich in die Zucht und Erziehung von speziellen Hunden investiert. Hunde, die später an Bauern verschenkt werden und dort auf den Farmen dafür sorgen, dass nie mehr eine Raubkatze der Herde zu nahe kommt. Der Farmer wiederum verpflichtet sich, keine Raubtiere mehr zu schiessen. Eine gute Sache, die auch noch für uns Besucher Spass macht.

Man liest sich!

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