Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Zeit zum Geniessen

Auswanderer Sacha von der Crohe kann nun langsam mit dem Geniessen seines neuen Lebens beginnen. Die Saison ist bald zu Ende und es bleibt Zeit für Umbau-Arbeiten, das Golfspiel und das Internetproblem - das leider noch immer besteht. This is Africa.

Schon wieder eine Woche ist vorbei in unserem neuen Leben. Auch hier vergeht die Zeit wie im Fluge, obwohl wir merklich weniger zu tun haben. So blieb Zeit für zwei Runden Golf, erste Umbau-Arbeiten - der Gartenweg zu den Cottages - und auch einfach Zeit für uns. Das Internet funktioniert leider abends immer noch nicht zuverlässig, der Techniker war ja schliesslich auch noch nicht da. Obwohl wir von Freitag bis Sonntagabend einwandfreien Zugang zum «World Wide Web» hatten. Wir hofften schon auf eine Fern-Heilung, leider verliess uns dann am Montagabend wie auch an den darauffolgenden Abenden die Internet-Leitung wieder. Ein Techniker kann das Problem also wohl doch nicht aus der Ferne heilen. Wir telefonieren nahezu täglich mit der entsprechenden Firma. Diese fragt nun seit neuestem auch nach, ob mit unserem Telefon etwas nicht in Ordnung sei... This is Africa.

Aus dem Land selber gibts nicht viel Neues zu berichten. Bald stehen hier Kommunalwahlen an, Anfang August. Am letzten Wochenende bestand die letzte Möglichkeit, sich als Wähler zu registrieren. Via SMS, online oder eben direkt «vor Ort». Vor Ort heisst, mit allen nötigen Unterlagen in einem der zahlreichen Zelte erscheinen, sich ausweisen und registrieren lassen. Scheinbar ist dies vor allen Wahlen nötig, keine Ahnung warum.

Neuer Zugang zu den Cottages

Positives zu vermelden gibt es von der Kreisel-Front. In meinem vorletzten Blog schrieb ich über die verschiedenen Kreisel. Dafür recherchierte ich entsprechend und weiss nun, wie man sich eigentlich zu verhalten hätte. Unglaublich, seither fällt mir auf, wie viele Autofahrer hier überhaupt keine Ahnung haben. Uns hilft das allerdings. Wir kommen so immer ziemlich flüssig und zügig durch den Kreisel, weil uns bestimmt immer irgendjemand Vorfahrt gewährt, obwohl wir keine hätten. Freundlichkeit oder Unwissen?

Umgebaut haben wir den Zugang zu den Gästezimmern, bei uns Cottages genannt. Früher liefen unsere Gäste über eine ausgedörrte Wiese. Diese fiel leider jeden Frühsommer, so berichtete uns der Gärtner, der starken Sonneneinstrahlung zum Opfer, und war deshalb mehr Stroh als Wiese. Zudem konnten unsere Gäste, die ja mittlerweile alle mit Rollkoffern anreisen, den Koffer schlecht über die Wiese ziehen. So entschieden wir uns für einen gepflasterten Weg. Dieser wird nun noch mit wohlriechenden Kräutern ergänzt und fertig ist unser einladender Zugang zu den Cottages. Es macht Spass, solche Anpassungen zu planen und dann mit unserem Gärtner umzusetzen. Auch ihm. Voller Stolz fotografierte er unser vollendetes Werk und schickte das Bild umgehend nach Hause zu Frau und Kind. Und zudem möchte er es auch in seinem «Lebenslauf» aufführen, schliesslich muss er nebst den zwei Tagen bei uns noch andere Jobs ergattern.

Gewonnene Lebensqualität

Uns gehts richtig gut und wir können nun langsam mit dem Geniessen unseres neuen Lebens beginnen. Die Saison ist bald zu Ende und die Buchungen für die neue Saison ab Oktober treffen wie gewünscht ein. Wir haben uns gut eingewöhnt hier in der Kap-Region. Ich selber merke, wie sich unser Leben entschleunigt hat. Nicht ohne natürlich die Zuverlässigkeit und das Pflichtbewusstsein, welches für ein Leben als Gastgeber nötig ist, verloren zu haben. Aber das Leben verläuft hier unten einfach ruhiger. Man lebt und geniesst ohne unnötige Eile.

Ich muss zugeben, es färbt ein wenig ab. Wartete man früher maximal einen Arbeitstag auf eine Mail-Antwort von mir, kann es heute doch ein wenig länger dauern. Ist es wirklich hyperdringend, kommt die Antwort natürlich mehr oder weniger umgehend. Aber sonst beantworte ich die Mails lieber gebündelt und lass es dann wieder ein wenig «schleifen». Und wisst ihr was, die Erde dreht sich trotzdem weiter, das Business läuft, mit dem erwähnten Pflichtbewusstsein, reibungslos. Alles einfach ein wenig beschaulicher, entspannter und froher. Gewonnene Lebensqualität.

Im Dossier: Alle Auswanderer-Blogs von Sacha von der Crone