Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Mühlen mahlen langsam

Vor mehr als einem halben Jahr bestellte Auswanderer Sacha von der Crone Wegweiser für seine Africa-Lodge. Bis die südafrikanische Bürokratie den Antrag fertig bearbeitet hat, wird es wohl nochmals so lange dauern.
Sacha von der Crone Blog Südafrika Kap
© zvg

Es herbstet am Kap der guten Hoffnung. Doch was am Morgen wie Herbst aussieht, kann sich am Nachmittag wieder in Sommer wandeln.

Der Weg hin zur Africa-Lodge ist nicht wirklich beschriftet. Entsprechende Schilder fehlen. Das wurde schon im letzten Jahr beim Sterne-Rating kritisiert. Unsere Vorgänger hatten wohl keine Lust mehr diese zu beantragen - wir können sie mittlerweile verstehen. Wirklich nötig ist es auch nicht, da die meisten Gäste sowieso mit Navigations-System oder Handy-Map anreisen.

Trotzdem: Wir wollen ein bis zwei Wegweiser, schliesslich wird so auch noch ein wenig Werbung gemacht. Das für uns zuständige Tourismus-Büro erklärte uns, dass wir Formulare auszufüllen hätten und dass dann ein Gremium über unseren Antrag entscheiden würde. Wir hätten Glück, gleich zwei Wochen nach unserem Antrag im Oktober werde das Gremium zusammen kommen. Wir hörten natürlich danach nichts mehr. Auf unser Nachfragen hin bekamen wir zur Antwort, dass mit unserem Antrag alles in Ordnung sei. Was auch immer das zu bedeuten hat. Danach hörten wir wiederum nichts mehr.

Mit dem Antrag ist wirklich alles in Ordnung

Auf unser erneutes Nachfragen Ende Januar bekamen wir postwendend Antwort. Unser Antrag sei in Ordnung, sie werden allerdings noch bei zwei privaten Estates nachfragen, ob diese eine offizielle Bewilligung für ihre Schilder hätten. Was dies mit uns zu tun hat? Wir wissen es nicht.

Vorletzte Woche war es dann wieder einmal an der Zeit, nachzufragen, was denn nun mit unserem Antrag sei. Die Antwort erfolgte subito. Es sei alles in Ordnung und gleich Anfang April werde das Komitee tagen und wir bekommen dann gleich Antwort. Warum unser bewilligter Antrag nochmals vor das Komitee muss? Wir haben keine Ahnung, sind uns aber sicher, dass wir wohl erst auf unser erneutes Nachfragen eine Antwort bekommen werden. Wir sind zuversichtlich, dass wir zu Beginn der neuen Touristen-Saison Ende September entsprechende Schilder haben werden - und zwar genau ein Jahr nach unserem Antrag. Die Mühlen mahlen, einfach ganz, ganz langsam.

In der Africa-Lodge herrschte diese Woche eine Kurze-Flaute - wohl eine Art Zwischensaison. Nicht alle Zimmer waren komplett gebucht, aber nun auf Ostern hin gehts wieder richtig rund und wir sind «fully booked». Es blieb uns somit ein wenig Zeit, Rückschau zu nehmen und auch einen Ausblick zu wagen. Die Buchungen für die nächste Saison laufen bereits gut und wir haben Gäste-Feedbacks aufgenommen und planen so einige Anpassungen in den Zimmern oder auch im Garten. Die Abwechslung bleibt also gross.

Auf einen Schlag ist es Herbst

Nebst dem «Daily Business» schmieden wir nun Umbau- oder Renovationspläne, aber auch Ausflugspläne für die Zeit, wenn die Touristen ausbleiben, die Africa-Lodge geschlossen ist und wir Ferien geniessen. Es wird dann Zeit, die weitere Region und das Land zu entdecken. Zum Beispiel Anfang August reisen wir an die Hochzeit eines befreundeten schweizerisch-südafrikanischen Paares in die Nähe von Johannesburg. Unser erster echter südafrikanischer Road-Trip.

Sacha von der Crone Blog Südafrika Kap Wetter
© zvg

In Südafrika muss man jeden Tag mit Wetterumschlag rechnen.

«Auf einen Schlag ist es Herbst», bemerkte heute ein Gast beim Zmorgen. Tatsächlich blies uns in den Morgenstunden ein rauher Wind um die Ohren, die Temperaturen kämpften sich auf zwanzig Grad um neun Uhr. Kaum war die Sonne richtig da, liess der Wind nach und schon war wieder Sommer. Wie sagt man in Südafrika? Mach dich immer gefasst auf alle Jahreszeiten an einem Tag. Ziemlich sicher wird es heute Sonntag Regen geben. Ein Witz aus unserer Region: «What follows after it rains in Cape Town? Monday!» Auf Deutsch: «Was folgt auf den Regen in Kapstadt? Montag!» Somit ist es dann am Sonntagabend Zeit für ein Raclette – mit geschenktem und selbst mitgebrachtem Schweizer Käse.

Man liest sich!

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