Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Wettschulden sind Ehrenschulden

Eine verlorene Wette, noch immer kein Regen, ein Deutscher als Präsident des Schweizer Clubs und die Frage nach der richtigen Weihnachtsdekoration. Auswanderer Sacha von der Crone berichtet von seiner Woche in seiner neuen Heimat Südafrika.

Geregnet hat es in dieser Woche nicht, an die neuen Auflagen mit dem Bewässerungsverbot zwischen 6 Uhr und 18 Uhr hält sich niemand, Fynn schwimmt fast täglich im immer seichter werdenden Stausee und holt mittlerweile bereits das Stöckli wieder aus dem Wasser. Also alles wie immer in Südafrika, fast. Barbara ist gerade auf dem Weg zum Coiffeur und das ohne vorherigen Test-Besuch von mir. Ergebnis offen.

Besuch im Schweizer Club

Letzten Sonntag verbrachten wir im Schweizer Club. Dieser trifft sich normalerweise in Kapstadt. Doch der Besuch des Samichlauses fand in einem sehr schönen Naturreservat ausserhalb von Stellenbosch statt. Die zwei Chalets und sehr viel Land wurden dem Club von einem Schweizer vererbt. Wirklich sehr schön idyllisch, im Wald an einem Bach gelegen - auch dort schwamm Fynn. Es war lustig, wieder einmal mehr Schweizerdeutsch als Englisch zu hören. Wir trafen dort auf unseren Makler, der uns beim Kauf der Africa-Lodge zur Seite stand und auch heute immer ein offenes Ohr für uns hat. Im Club gleich haufenweise neue Kontakte zu knüpfen, ist natürlich nicht so einfach.

Schliesslich ist die Nationalität der einzige gemeinsame Nenner. Generationen treffen aufeinander und natürlich auch verschiedene Mentalitäten. Es gibt Schweizer, welche schon seit Jahrzehnten hier unten leben, und wir waren als Frischlinge ein bisschen «ausgestellt». Nichtsdestotrotz gabs interessante Gespräche und lustige Erkenntnisse. Zum Beispiel diese, dass der Präsident des Schweizer Clubs in Kapstadt, ein Deutscher ist. Das erklärt nun vielleicht das Novemberfest mit deutschen Spezialitäten.

Weihnachtsdeko - ja oder nein?

Zugegeben, als Schweizer in Südafrika kommt bei mir bei durchschnittlichen Temperaturen um 30 Grad nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf. Sollen wir also den Gästebereich mit Weihnachtsdeko schmücken und vielleicht Winter- und vor allem die Weihnachtsflüchtlinge aus Europa damit nerven? Was aber, wenn die Gäste die Weihnachtszeit an der Wärme schätzen? Ein Hin und Her und wir einigten uns, typisch schweizerisch, auf den Kompromiss der sanften Dekoration. Weihnachtselch vor Palmen sieht aber trotzdem für unser Auge speziell aus.

Bittere Niederlage

Die Woche hatte auch eine bittere Niederlage für mich parat. Seit langer Zeit konnte ich mal wieder Golf spielen und gleich zu einem Duell antreten. Gegen unseren Gast und Handball-Rivalen, der zu Beginn seiner Ferien von einem Pfadi-Shirt im Schrank begrüsst wurde. Nun - vor seiner Rückkehr in die Schweiz - geniesst er nochmals Tage bei uns und wir spielten um einen hohen Einsatz: Der Verlierer muss sich im Spieldress des Gegners auf Facebook zeigen. Schmerzlich und mit Häme verbunden, postete ich mein Bild im grünen Tenü. 

Nun ist es Zeit, meine Mutter vom Flughafen abzuholen. Irgendwie eine spezielle Situation. Wenn ich früher umzog, wusste sie genau wohin, kannte sicherlich die Strasse und sah die Wohnung natürlich schon vor dem Einzug ein erstes Mal. Heute nach fast drei Monaten, ist sie überhaupt zum ersten Mal im Land, in dem ich nun wohne. Sie kennt nichts, natürlich unsere Lodge von Bildern, es wird spannend. Barbara ist zurück vom Coiffeur - in der Hälfte der Zeit und zu einem Drittel des Preises im Gegensatz zum ersten Versuch und das Ergebnis ist doppelt so gut.

Man liest sich!

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