Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Zurück zu Hause und im Winter

Blogger und Auswanderer Sacha von der Crone ist nach seinem Besuch in der Schweiz wieder zurück in Afrika. Da heisst ihn der Winter willkommen - inklusive Wassersparproblemen und Hunden, die chillen. 
Hunde Liegestuhl Blog Afrika
© ZVG

In der Africa-Lodge haben sogar die Hunde Liegestühle und Zeit...

24 Stunden dauerte meine Rückreise von Tür zu Tür - vom Schweizer-Sommer in den südafrikanischen Winter. Die Temperaturen sind merklich gesunken und der Regen ist nun endlich ein treuer Begleiter unseres Lebens hier unten. Aber die Dämme sind natürlich immer noch sehr leer, doch immerhin nehmen sie nun statt 0,8 Prozent ab, um fast 2 Prozent pro Woche zu. Noch immer hinken sie allerdings den Zahlen der letzten beiden (schlechten Regenjahre) hinterher. Und uneinholbar weg sind die Füllstände von früher. Schliesslich kann man nicht davon ausgehen, dass es nun noch weitere zwanzig bis dreissig solche nassen Wochen gibt. Denn ab Mitte/Ende August ist wieder fertig mit Regen – normalerweise. Immerhin fand nun eine leichte Entspannung statt.

Wasser sammeln ist nicht einfach

Noch immer sammeln wir Wasser wo wir nur können. Hier zeigt sich aber das grosse Problem. Wohin damit? In den Garten zur Bewässerung, macht keinen Sinn bei Regen. Als Toilettenspülung? Das geht, doch wir haben viel zu viel gesammeltes Wasser. Unsere beiden grossen Fässer im Garten mit gesamthaft 6000 Liter sind ebenfalls voll. Wassersammeln ist halt nicht gleich Wassersparen, schliesslich generieren wir mit dem Abfluss aus der Waschmaschine oder dem Sammeln von Regenwasser aus den wenigen Regenrinnen am Haus kein Trinkwasser. Und so einfach haltbar ist Wasser nicht, gerade mit viel Sonne und nicht zu tiefen Temperaturen. So ist es wie befürchtet – sparen kann man nur dann richtig, wenn weniger aus dem Wasserhahn kommt.

Hunde Afrika Blog
© ZVG

Auch hier sind die Hunde wie wir: Geniesser.

Unsere Lebensqualität

«Gewonnene Lebensqualität», war wohl mein häufigster Ausspruch bei meinem Heimaturlaub. Für uns sicherlich auch der grösste Gewinn unserer Auswanderung und wohl auch der Hauptantrieb dafür. Doch was bedeutet es für uns genau? Einerseits ist es sicherlich, im Widerspruch zum Eingangstext, das Wetter und das Klima. 50 Schlechtwettertage stehen sechsmal mehr Sonnentage gegenüber, unser Leben findet draussen statt. Der absolute Hauptgewinn ist aber Zeit. Zeit für uns, Zeit zu lesen, Zeit für Gespräche, Zeit für unsere Hunde, Zeit einfach zu sein und zu leben. Und als grosser Unterschied – dann, wenn wir wollen und nicht, wenn es gerade irgendwie noch so «reingewürgt» werden kann. Natürlich planen wir unsere Tage, vor allem im Sommer, ein bisschen. Diese Pläne sind aber nie in Stein gemeisselt oder der Stein ist bedeutend weicher, als in der Schweiz. Häufig kommt es in Südafrika sowieso anders und auf jeden Fall sind unsere Tage nie vollgestopft.

Pasta und Laugenbretzel

Langeweile für eine halbe oder eine ganze Stunde kann schön entspannend sein und sogar Freude bereiten. Oder auch selber Pasta herzustellen: Eine entsprechende Maschine haben wir uns diese Woche angeschafft und auch gleich ausprobiert. Interessant, was man alles kann, wenn Zeit vorhanden ist. Oder auch verschiedene Brote zu backen, ein erstes Mal «Laugenbretzel» herzustellen, herumzuprobieren und auch gemeinsam Neues zu entdecken. Und dazu gehört natürlich auch, kühle Winterabende am Kamin-Feuer zu geniessen oder Ausflüge zu unternehmen. Ja, uns geht’s gut.