Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Der Winter ist da

Auswanderer Sacha von der Crone erlebt seinen ersten Winter in Südafrika. Doch obwohl die Hauptsaison vorüber ist, bedeutet dies für den Lodge-Betreiber nicht, nur auf der faulen Haut herumzuliegen. Es gibt schliesslich viel zu tun.

Jetzt haben wir die ersten Wintertage in Südafrika hinter uns. Tagsüber bei 14 und nachts um die sechs Grad. Wie in Südafrika üblich, sind nun die Aussen- und Innentemperaturen gleich tief. Wir heizen also schon in den frühen Morgenstunden ein. Unser Cheminée verbreitet wohlige Wärme und Gemütlichkeit. Entsprechend ruhig und gemächlich verbringen wir den Tag. Wirds sonnig, steigen die Temperaturen auch gleich wieder auf bis zu 20 Grad und wir können uns wieder aufwärmen. Trotzdem: Der Regen ist und war bitternötig und mit dieser Sicht auf das Wetter lässt sich das auch alles sehr gut ertragen.

Bei den sonnigen Momenten haben wir die erste Etappe unseres Pool-Deck-Baus abgeschlossen. Sehr zu unserer Zufriedenheit. Der kümmerliche Rasen ist nun Geschichte und die neu entstandene Pool-Umgebung kann sich wirklich sehen lassen. Wir sind stolz auf das Erreichte. Zudem wurden durch fachmännische Elektro-Arbeiter im neu renovierten Loft Stecker montiert und Kabel verlegt. Vor Strom- und Wasser-Arbeiten lassen wir bewusst die Finger. Zuviel könnte passieren, wenn wir hier als Amateure Fehler begehen würden. Das wollen wir einfach nicht riskieren. Amateure waren wohl früher einmal am Werk. Denn was der Elektriker an alten Installationen ans Tageslicht brachte, hätten wir auch hinbekommen.

Als erstes fragte er uns, ob wir für das Haus eine Versicherung haben. Natürlich haben wir eine, eine gute und wegen des Strohdachs auch eine teure. Ok, meinte er und zeigte uns direkt unter dem Stroh-Dach montierte Elektrokabel, welche bloss mit Isolierband miteinander verbunden waren. Kein Modell-Eisenbahnbauer auf der Welt würde so werkeln, in Südafrika scheinbar aber sogar der Fachmann. Wir sind nun froh, wurde dieser Missstand behoben.

Dann warten wir immer noch auf den Bescheid bezüglich unseres Africa-Lodge-Wegweisers. Wir haben auch nach neun Monaten nur die Gewissheit, dass wir einen erhalten werden. Wann ist aber noch unklar. Der Wechsel des Internetproviders zieht sich ebenfalls sehr in die Länge. Die Bearbeitungszeit von bis 21 Arbeitstagen - ist so uns mitgeteilt worden - zieht sich schon mehr als einen Monat hin. Dann haben wir uns entschieden, im offiziellen Tourismus-Guide mit einem kleinen Inserat für unsere Lodge zu werben. Seit wir zugestimmt haben, ist es nun plötzlich still und wir warten und warten auf eine Bestätigung oder ein Gut-zum-Druck und weitere Informationen. TIA - das ist alles Afrika.

An den langen Winterabenden, kurz nach halb sechs wirds nun dunkel, erfreuen wir uns an unserem selbstgemachten Biltong, welches für den ersten Versuch wirklich vorzüglich gelungen ist. Und wir schauen natürlich Fussball-EM. Die Internetleitung funktioniert seit unserer Kündigung einwandfrei. Spiele im Fernsehen zuschauen, welche bei Sonnenschein stattfinden, ist wirklich ein spezielles Gefühl. Komisch deshalb, weil es eben bei uns um 18 Uhr schon stockdunkel ist, während es bei der EM in unserem Europa noch taghell ist. Das zeigt: Wir haben den Schritt über den Äquator in unser neues Zuhause noch nicht verinnerlicht, auch wenn wir uns schon sehr heimisch fühlen.

Man liest sich!

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