Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Ruhige Tage in der Africa Lodge - aber nicht im Lande

Sacha von der Crone geniesst ein paar ruhige Tage ohne Gäste. In seiner Wahl-Heimat geht es aber nicht ganz so ruhig zu und her. Und was das Wetter mit der Entlassung von Politikern zu tun hat, lest ihr in seinem aktuellen Blog.
Blog Südafrika auswandern Sacha von der Crone
© Sacha von der Crone

Nachwuchs in der Africa Lodge: Fynn ist Onkel geworden.

Die Tage sind nun ruhiger in der Africa Lodge. Für ganze zwei Wochen sind wir ohne Gäste. Dies war irgendwann Anfang Oktober zum letzten Mal der Fall. Wir geniessen die Ruhe sehr. Aufstehen wann wir wollen, tun und lassen was wir wollen und vorallem, Leben und sein, dort wo andere Ferien machen. Schön. So führte uns bereits ein Ausflug nach Kapstadt. Der Garten gibt natürlich viel zu tun, auch wenn der Gärtner regelmässig erscheint. Dann gibt es noch die eine oder andere Renovation zu erledigen und vielleicht sogar noch ein grösseres Projekt. Wir werden sehen. Ganz südafrikanisch, eins nach dem anderen, so wie es uns gefällt, das haben wir verdient. Zum süssen Nichtstun gehören auch Besuche bei den Züchtern von Fynn. Fynn ist nämlich vor einigen Wochen «Onkel» geworden und so geniessen wir die freie Zeit in der Welpen-Box.


Ruhig ist es leider nur in der Africa Lodge. Die Blicke in den Wetterbericht werden sorgenvoller, wir alle sehnen dem Regen entgegen. Nur leider ist er noch nicht richtig in Sicht. So ist das Wetter halt einmal mehr das dominierende Thema in den sozialen Medien. Ich begegnete einer Aussage bzw. Antwort eines schwarzen Politikers, auf die Frage seines weissen Vorgängers, was die Regierung gegen die Wasser-Krise tun werde. «Ihr (das Apartheid-Regime) habt die Dämme zu gross gebaut. So brauchen sie viel zu lange, bis sie voll sind. Hättet ihr sie kleiner gebaut, würden sie sich schneller füllen und würden nie leer.» Wie ich recherchierte, stammt das Zitat nicht aus dieser Wasser-Krise sondern aus dem Jahr 2013. Aber - und das ist das Schlimme - das Zitat ist echt.

Ja, so wird dieses wunderschöne Land regiert. Dazu passt, dass der Präsident den hochrespektierten Finanz-Minister los werden will. Hochanerkannt - vorallem im Ausland und das ist ja das Wichtige. Dort kämpft und weibelt er für sein Land und dafür, dass die Investoren und Rating-Agenturen weiterhin an Südafrika und dessen Potenzial glauben. Aber eben, dem Präsidenten passt er nicht unter anderem weil er die Korruption bekämpft und den Finanzhaushalt strenger reguliert. So pfeifte ihn der Präsident zurück. Just zu dem Zeitpunkt als er in Grossbritannien war und später noch in die USA fliegen wollte, um für Südafrika zu lobbyieren. Nun ist die Finanzkrise wieder am Brodeln, die Gerüchte um die Absetzung des Finanzministers lassen die Währung fallen. Dümmer gehts nimmer!

Mitten in der Nacht wurde nun bekannt gegeben, dass ganze zehn Minister – darunter auch der Finanz-Minister - ersetzt wurden. Der Präsident wolle so die Effizienz steigern. Komisch bloss, dass es sich ausschliesslich um Minister handelt, welche vor allem die Korruption bekämpften und nicht gerade als «Freunde» des Präsidenten bekannt waren. Ein weiteres Indiz dafür, dass der Herr Präsident wohl gut für sich, aber nicht für «sein» Land schaut. Es steht nichts weniger als die wirtschaftliche Glaubwürdigkeit des Landes auf dem Spiel. So sind die Kommentare zu diesen Rochaden knapp noch jugendfrei.

Als diese Woche ein Weggefährte von Nelson Mandela und Freiheitskämpfer der ersten Stunde zu Grabe getragen wurde, pochte die Familie des Verstorben ausdrücklich darauf, dass Präsident Zuma nicht zu den Trauerfeierlichkeiten erscheinen werde. Das sagt schon vieles...

Für uns natürlich wichtig - der Tourismus boomt. Weitere Fluggesellschaften haben angekündigt, in unsere Region zu fliegen oder solche, die es schon tun, bauen ihre Flüge aus. Jährlich steigen die Touristenzahlen. Der Tourismus gilt als der am schnellsten wachsende Wirtschaftssektor in Südafrika . vielleicht sogar der einzige, der wächst. Da macht es natürlich viel Sinn, dass unter den ausgetauschten bzw. entlassenen Minister auch der für Tourismus ist.

Man liest sich!

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