Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

«Warum ist es hier plötzlich nass?»

Sacha von der Crone wird auf seiner Lodge in Südafrika immer mehr zum Handwerker. Dieses Mal ging es dem alten Teppich in der Suite an den Kragen. Einen neuen Laminat wollte der Auswanderer verlegen. Was auch gelungen ist - mit einigen Pannen.

Die Lodge ist geschlossen, endlich haben wir mehr Zeit für uns. Ein guter Plan. Doch da sind ja auch noch die einen oder anderen Umbau-Pläne. Der Bodenbelag in unserer Suite will zum Beispiel ersetzt werden. Also: Den fleckigen und unhygienischen Teppich rausreissen und mal schauen, was darunter hervorkommt. Den kompletten alten Teppich hat unsere Maid mitgenommen, voller Freude. Einmal mehr zeigt sich, was wir einfach wegschmeissen, bereitet an anderen Orten immer noch Freude. Wir hatten fast ein schlechtes Gewissen, diesen Teppich überhaupt noch zu verschenken. 

Da der Boden unter dem Teppich gar nicht so schlecht aussieht, entscheiden wir uns für neuen Laminat. Nicht nur das, wir entscheiden uns auch, diesen gleich selber zu verlegen. Wir trauen uns das einfach mal zu. Deshalb los zum Baumarkt und alles einkaufen. Das geht reibungslos. Gut ist der Markt auch gross genug. So können die Mitarbeiter den Unterlagsboden - vierzig Laufmeter - gleich im Markt auslegen und ausmessen.

Blog Sacha von der Crone Südafrika Lodge Auswanderer Laminat
© zVg

So sieht es aus, wenn man vierzig Laufmeter Unterlagsboden direkt im Markt auslegt, um ihn ausmessen zu können.

Nach gut einer Stunde verlassen wir den Markt auch wieder. Natürlich wird uns das Auto beladen und wir stehen nur daneben, wie es immer der Fall ist, wenn man einkauft. Zuhause angekommen legen wir natürlich gleich los, voller Tatendrang.

Wasser marsch!

Kurz gesagt, Laminat verlegen ist nicht so schwierig, ausser der Boden ist nicht wirklich gerade und die Wände krumm, wie bei uns. So kommen wir anfangs überhaupt nicht vom Fleck und zweifeln schon an unserem (Über-)Mut. Doch aller Anfang ist schwer und am zweiten Tag läufts schon viel besser. Am Abend verkünden wir schon die Vollendung auf Facebook mit Fotos. Am dritten Tag gilt es nur noch die Türschwellen zu «verkleiden» und die Sockelleisten zu montieren. Zum Glück endet der Laminat auf gleichem Niveau wie der Teppich zuvor und Barbara fixiert die Sockelleisten wieder mehrheitlich in den bereits vorhanden Löchern in der Mauer. Mehrheitlich, aber leider nicht überall. «Warum ist es nun hier plötzlich nass?», höre ich sie noch leise fluchen, bevor sie schreit.

«Wasser, scheisse, ich hab eine Wasserleitung erwischt!» - tatsächlich schiesst das Wasser nur so aus der Wand. Bis ich beim Hauptwasserhahn angekommen bin und kein Wasser mehr durch die Leitung fliesst, dauert es einen Moment. Unsere Maid und Barbara liegen verzweifelnd und halb weinend mit vielen Badetüchern auf dem Boden und versuchen so viel Wasser wie nur möglich vom Boden aufzunehmen. Jedermann weiss, wie schlecht Wasser für einen Laminat ist... uns bleibt nichts anderes übrig als zu warten und zu schauen, wie es dem Boden in ein paar Tagen geht.

Nichts ist normal in Afrika

Der Sanitär ist bereits gerufen und auf dem Weg zu uns. Mit Hammer und Meissel stemmt er einen kleinen Teil der Wand auf - siehe da, ein sauberer Treffer, der Nagel hat die Leitung direkt in der Mitte durchschlagen. Das Stück kaputte Leitung ist schnell ersetzt. Ich frage ihn noch, ob es üblich ist, dass knapp zwei Zentimeter hinter dem Putz bereits die Wasserleitung ungeschützt verlegt ist. «Nothing is normal in Africa» - nichts ist normal in Afrika, meint er nur lapidar. In Zukunft werden wir wohl bei jedem Hammerschlag oder jedem Loch, dass wir in die Wand bohren, gut überlegen, ob nicht eventuell eine Wasser- oder Stromleitung dahinter sein könnte.

Der Schaden am Laminat hielt sich zum Glück in Grenzen und das Wasser, welches komplett der Wand hinunter in die Küche lief, direkt über das Elektro-Bord, hat auch «nur» eine Sicherung durchbrennen lassen, welche am nächsten Tag vom Elektriker ersetzt wurde. Und natürlich brachte der mehrstündige Stromunterbruch auch noch unser Alarmsystem ins Wanken. Auch hier musste ein Techniker alles wieder in Ordnung bringen. Aber sonst sind wir mit unserem Wochenwerk, der Renovation der Loft, fertig. Wir sind stolz auf das Erschaffene und haben eine ereignisreiche, normale Woche in unserer neuen Heimat verbracht. Eine normale Woche in Südafrika, wo halt nichts normal ist.

Man liest sich!

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