Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Ziva ist da

Auswanderer Sacha von der Crone hat Familienzuwachs bekommen. Es ist aber nicht das, was sie denken. Das neue Familienmitglied hat vier Beine und wickelt schon jetzt alle Gäste der Africa Lodge um den Finger.

Fast genau 80 Blogs bzw. Wochen ist es her, seit der Titel lautete: «Fynn ist da». Übers Wochenende ist nun ein Ridgeback-Girl bei uns eingezogen. Eigentlich die Nichte von Fynn, aber das wissen die beiden ja nicht. Bestimmt weit mehr als 80 Wochen ist es her, als ich es schaffte Barbara zu überzeugen, dass ein Hund im Besonderen ein Ridgeback unser Leben in Südafrika bereichert. Das Erstaunliche ist nun, dass es Barbara war, die den Wunsch eines Gefährten für Fynn zuerst aussprach. Einig waren wir uns schnell.

So ist Ziva nun also bei uns. Hat unser Herz sofort erobert und jenes von Fynn nach kurzer Zeit auch. Wie fest sie ihn ins Herz geschlossen hat, sieht man jederzeit wenn sie tollpatschig hinter ihm hertrottet. Sogar der Gärtner war erfreut – vor allem weil er der Meinung ist, das Baby werde ja bestimmt nicht so gross wie Fynn – wie fast alle Schwarzen hat auch er Angst vor Hunden, vor Grossen erst Recht. Als ich ihm dann sagte, dass Ziva fast gleich gross wie Fynn werde, war seine Freude nicht mehr so ausgiebig.

Mit dem Familienzuwachs sind die Nächte für uns also wieder anstrengender. Der Zwerg muss natürlich immer noch mindestens einmal in der Nacht nach Draussen und morgens so um sechs ist Tagwache, denn die Kleine hat Hunger. Da wir noch Gäste haben, ist das auch nicht weiter tragisch. Wtagir werden also nicht grossartig um unseren Schönheitsschlaf gebracht. Im Gegenteil so ein süsser achtwöchiger Welpe ist natürlich auch eine «Touristen-Attraktion» in der Africa Lodge.

Doch eben die Zeiten sind ja jetzt ruhiger und wir können uns auch tagsüber einmal eine Pause gönnen. Auch wenn die Hauptreise-Zeit nun ein Ende gefunden hat, sind wir immer noch gut gebucht und werden wohl das endgültige «Season-End» erst Ende Mai feiern. Es sind ja nicht nur Touristen, welche wir als Gäste beherbergen sondern auch Geschäftsreisende.

So ist es immer wieder spannend, wer hier in der Africa-Lodge nächtigt. Auch wir sind immer wieder aufs Neue gespannt, wer so draussen am Tor klingelt, wenn wir ein Check-In erwarten. Manchmal sind es Namen, die uns sagen lassen – «ist das wirklich der?», weil er so heisst wie eine bekannte Persönlichkeit. Interessant sind oft die Geschäftsreisenden. Wie damals einer der letzten Concorde-Piloten oder gerade jetzt ein hochangesehener Professor einer Uni in China, der für das Schreiben eines Fach-Artikels einen Professor der Uni-Stellenbosch besucht. Dieser südafrikanische Professor wiederum ist fast unser Nachbar und so ergeben sich immer wieder spannende Gespräche beim Empfang oder am Frühstücks-Buffet.

Und sonst?

Südafrika wie immer – immer noch strahlend schönes Wetter, obwohl wir ja nun im Herbst angekommen wären. Sonne und Temperaturen bis dreissig Grad. Unser Bohrloch versiegt immer mehr, die Pumpe bringt nur noch während zwei Stunden pro Tag Wasser in unsere grossen Fässer. Regen wird immer wieder angekündigt – zum Beispiel für nächste Woche mit fast 20 Millimeter an einem Tag. Doch dann zwei Tage später, weiss die Prognose schon fast nichts mehr davon und es könnte nun vielleicht ein bisschen, «leichter Regen» geben. Ich weiss, immer über das Wetter «jammern» ist zwar eine Schweizer Tugend, aber nicht über zu viel Sonne bzw. zu wenig Regen. Und auch wenn wir nur Vergleiche zum Vorjahr haben, es ist bedeutend trockener und ein Ende nicht absehbar. This is Africa, heisst auch, dass es mal wieder im Supermarkt nicht das zu kaufen gab, was wir wollten. Kein Fisch – die Kühlregale sind wohl übers Osterwochenende kaputt gegangen und waren deshalb alle leer. Zwei Tage später alles wieder in Ordnung. Oder leider auch Südafrika – schwerer Unfall auf der Autobahn in unserer Nähe – Rinder gelangten auf die dreispurige Strasse.

Man liest sich!

Im Dossier: Alle Auswanderer-Blogs von Sacha von der Crone