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Olympia-Blog

SI-Sportredaktorin Sarah Meier berichtet laufend von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang.

Der Kampf durch den olympischen Verkehr

Das Transportsystem in Pyeongchang stösst während den Olympischen Spielen an seine Grenzen. Doch SI-Reporterin Sarah Meier schlägt sich durch - und berichtet von einer spannenden Begegnung mit einem südkoreanischen Chauffeur.
Sarah Meier Olympia Pyeongchang 2018
© ZVG

Chauffeur Lee Myung-Hak half SI-Reporterin Sarah Meier den Verkehrsstress zu überwinden.

Heute hat sich mein erster Eindruck bestätigt: Die Südkoreaner, die hier als Volunteers arbeiten, sind unglaublich hilfsbereit. Ich habe heute einen Fahrer gefunden, der mich zweimal eineinhalb Stunden lang herumgefahren hat, ohne dass er einen Rappen – oder besser gesagt tausende von Won – von mir wollte.

Doch von vorne: Das Transportsystem funktioniert hier ziemlich gut. Mit einer Presse-Akkreditierung darf ich die Medienbusse sowie auch die Busse für Zuschauer nehmen. Problematisch wird es erst, wenn man Athleten irgendwo abholen und wieder zurückbringen will, wie wir es für unsere Termine tun müssen.

So haben wir zum Beispiel schon einige Stunden damit verbracht, den einfachsten und schnellsten Weg von den Wettkampfstätten an Foto-Locations in der Umgebung und weiter ins Olympische Dorf herauszufinden. Denn: Private Fahrzeuge wie Taxis dürfen nicht in den Olympiapark, Medien nicht in die Athletenfahrzeuge (verständlich), die Athleten nicht immer in die Autos für die Medien, und alle offiziellen Transportfahrzeuge haben ihre festen Routen. Umwege ausgeschlossen.

«Switzerland? Nice City!»

Bereits etwas verzweifelt fragte ich einen Chauffeur, der in seinem offiziellen Olympia-Van vor dem Mediencenter wartete, ob er uns nicht von A nach B bringen könnte, dort 15 Minuten warten möge und dann wieder von B nach A und mich wieder zurück nach B bringen könnte.

Sein Englisch und auch seine internationalen Geographie-Kenntnisse («Ahhh Switzerland, nice city!») waren zwar beschränkt. Doch er sagte: «Yes, ok», und nickte. Ich stieg ein. Und tatsächlich klappte alles reibungslos. Dank Navi und Übersetzer-App. So konnten wir uns sogar über mehr als Olympia und unsere nächste Destination unterhalten. Und in der Wartezeit verteilte er mir sogar noch Süssigkeiten. Ich habe Lee Myung-Hak nun versprochen, ihm bei der nächsten Fahrt Schweizer Schoggi mitzubringen.

Sarah Meier Olympia Pyeongchang 2018
© ZVG

Dank Übersetzer-App klappts auch mit dem Südkoreanisch.