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Olympia-Blog

SI-Sportredaktorin Sarah Meier berichtet laufend von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang.

Wenn sogar eine Eisprinzessin friert

Sie sitzt auch mal mit der Daunenjacke im Büro. Jetzt wirbelt SI-Reporterin Sarah Meier bei Minustemperaturen durch Pyeongchang. An den Olympischen Spielen muss die ehemalige Eisprinzessin wärmetechnisch alle Register ziehen.
Sarah Meier_Olympia-Blog 2018
© ZVG

Dick eingepackt: SI-Redaktorin Sarah Meier ist in Pyeongchang, Südkorea.

Nun bin ich also hier in Pyeongchang (ausgesprochen: «Piongtschang», nicht zu verwechseln mit Pjöngjang in Nordkorea) an meinen vierten Olympischen Spielen. Als Journalistin fühle ich mich jedoch definitiv noch als Neuling. Als Eiskunstläuferin musste ich mich nie durch 70-seitige Dossiers über das örtliche Transport-System kämpfen. Oder mir über die Aussentemperaturen vor Ort gross Gedanken machen.

Andere werden ungemütlich, wenn sie Hunger haben. Oder müde sind. Ich, wenn ich friere.

Dafür bleiben heute lange Flüge oder Busfahrten, schlaflose Nächte und schwere Beine am Tag danach ohne negative Konsequenzen. Zumindest bis jetzt.

Das Raclette war innert Sekunden ein Käseklumpen

Meine grösste Sorge vor Ankunft war die Kälte. Wer mich kennt, weiss: Ich bin ein Gfrörli und sitze auch mal mit der Daunenjacke im Büro. Ja, auch wenn ich mein ganzes Leben auf dem Eis verbracht habe. Oder eher: Deswegen. Andere werden ungemütlich, wenn sie Hunger haben. Oder müde sind. Ich, wenn ich friere. Dann entlädt sich mein Akku etwa so schnell wie der meines Smartphones.

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Frostige Aussicht: Sarah Meier rechnet mit Temperaturen bis zu Minus 25 Grad.

Von Temperaturen bis zu Minus 25 Grad war die Rede, von bissigen Winden, von Zuschauern, die während dem Probedurchlauf der Eröffnungsfeier wegen Unterkühlung ins Spital mussten. Am ersten Tag wars dann so: Das Raclette im House of Switzerland in wenigen Sekunden ein Käseklumpen, mein Getränk halb gefroren und die Wasserfälle in der Umgebung eher senkrechte Eisbahnen.

Lieber zu viel als zu wenig

Doch ich habe mich ja darauf vorbereitet: Extra warme Skihosen (ein Weihnachtsgeschenk meines Freundes), warme Fellstiefel (Weihnachtsgeschenk meiner Schwester), drei Packungen à zehn Wärmebeutel (Weihnachtsgeschenk meiner Eltern), Heizsocken und Wärmecreme (Geschenke an mich selbst) habe ich dabei. 

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30 Wärmebeutel - das sollte reichen, oder?

Natürlich kam auch gleich alles zum Einsatz. Nun weiss ich: Die Wärmecreme an den Füssen lasse ich lieber weg. Es reicht, wenn ab heute Abend nur noch das Olympische Feuer brennt.