sarah_meier_blogsymbol.png

Olympia-Blog

SI-Sportredaktorin Sarah Meier berichtet laufend von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang.

Sportarten-Rätseln

SI-Reporterin Sarah Meier wirbelt bei Minustemperaturen durch Pyeongchang. Als Sportredaktorin und ehemalige Profi-Eiskunstläuferin kennt sie sich in der Welt des Sports bestens aus. Dank ihrer Beobachtungsgabe erkennt sie die Sportart mancher Athleten aufgrund deren Frisur oder Zahnlücke.
sarah_meier_blog.png

Wenn ich Athleten abseits der Pisten, Loipen, Bahnen und Hallen sehe, finde ich es immer interessant, zu rätseln, welche Sportarten sie wohl betreiben. Wenn ich direkt neben ihnen stehe, gibt mir der Blick auf die Akkreditierung Auskunft. Aa steht für Athlet und darunter steht jeweils die Sportart. Und sonst?

An den Sommerspielen – da war ich zwar erst in London als Zuschauerin –  ist es etwas einfacher, weil die Körper und die unterschiedlich ausgeprägten Muskelgruppen nicht in etliche Kleidungsschichten gehüllt sind. Mit Ausnahme des Langläufers Pita Taufatofua aus Tonga, der bei der Eröffnungsfeier selbst bei zweistelligen Minustemperaturen oben ohne einmarschiert ist. Obschon – ich hätte in ihm den Langläufer wohl nicht erkannt.

Langläufer und Biathleten sind Knacknüsse

In einigen Sportarten ist es ziemlich schwierig. So könnte ich einen Langläufer vermutlich nicht von einem Biathleten oder eine Rodlerin von einer Skeleton-Athletin unterscheiden. Bei anderen Sportarten ist es etwas einfacher. Die kleinsten Oberschenkel-Umfänge haben ziemlich sicher die Skispringer, die grössten teilen sich wohl Sportler auf Eis: Die Eishockeyspieler, die Bobfahrer und die Eisschnelläufer. Wenn jemand dann noch eine Oranje-Jacke trägt, ist die Chance gross, dass es ein Eisschnelläufer ist.

Andres Ambühl Schweizer Eishockeyspieler mit Zahnlücke
© Getty Images

Seine Zahnlücke ist sein Markenzeichen: Eishockeyaner Andres Ambühl.

Wenn der Sportler eine Zahnlücke hat und das Baseballcap verkehrt herum trägt, spielt er mit grosser Wahrscheinlichkeit mit Stock und Puck. Ich beobachte, dass die Freestyler im Durchschnitt eher jung sind und oft langhaarig – Frauen wie Männer. Die Alpin-Skifahrer/innen tragen oft gigantische Rucksäcke, da würde ich glatt nach hinten kippen.

Ich war keine typische Eiskunstläuferin

Natürlich gilt überall: Kein Klischee ohne Ausnahme. Auch bei mir selber. Meine Frisur und mein Make-up haben mich zwar sofort als Eiskunstläuferin verraten. Doch ich hatte im Trainingsalltag und auch an Olympia meist eine normale Sporttasche dabei. Im Gegensatz zu den meisten anderen Eiskunstläufer/innen, die – fragt mich nicht wieso – meist mit einem kleinen Rollköfferchen unterwegs sind.