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Olympia-Blog

SI-Sportredaktorin Sarah Meier berichtet laufend von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang.

Wie mir eine Goldmedaille die Tränen in die Augen trieb

Eigentlich wollte ich in diesem Blog nicht zu viel über Eiskunstlaufen erzählen. Denn vielleicht interessiert mich das mehr als euch. Doch heute wurde im Paarlaufen eine Geschichte geschrieben, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Aljona Savchenko und Bruno Massot
© Keystone

Der emotionale Moment, in dem Aljona Savchenko und Bruno Massot erfahren, dass sie Gold gewonnen haben.

Das Deutsche Paar Aljona Savchenko und Bruno Massot haben Gold geholt. An diesen Spielen gibt es insgesamt 102 Medaillensätze zu gewinnen, 102 Mal Gold. Doch kein Sieg hat mich bisher so berührt wie der von Aljona und Bruno. Nicht nur, weil sie heute eine Traumkür mit Weltrekord-Punktzahl aufs Eis gezaubert haben.

Sondern vor allem, weil ich ihre Geschichte kenne: Für die 34-jährige gebürtige Ukrainerin Aljona sind es die fünften(!!) Olympischen Spiele. Da man im Eiskunstlaufen bereits ab Mitte 20 uralt ist, ist das alleine schon eine Leistung mit Seltenheitswert.

Mit ihrem ukrainischen Partner landete sie in Salt Lake City auf Platz 15. Danach fand sie mit dem Deutschen Robin Szolkowy den passenden Partner und startete mit durch: Die beiden gewannen fünfmal WM- und viermal EM-Gold.

Doch an Olympia schafften sie es nie ganz nach oben: 6. Platz in Turin und 2x Bronze in Vancouver und Sotschi. Eine wunderbare Karriere schien zu diesem Zeitpunkt zu Ende zu gehen. Robin Szolkowy hörte schliesslich auf und ist heute Trainer des russischen Teams, das hier ebenfalls um Gold lief.

Aljona Savchenko hatte noch nicht genug. Das fehlende Gold trieb sie weitere vier Jahre an und nichts konnte sie auf ihrer Mission aufhalten. Aufgeben ist für sie nie eine Option. Nicht, als sie am Anfang noch gar keinen Partner hatte. Auch nicht, als sie diesen mit dem Franzosen Bruno Massot zwar gefunden hatte, er aber vom französischen Verband lange nicht freigegeben wurde, um für Deutschland zu starten.

Und auch nicht, als die beiden hier nach einem Fehler im Kurzprogramm mit scheinbar unaufholbarem Abstand auf dem vierten Platz lagen. Als das langersehnte Gold mit der perfekten Kür heute Mittag dann doch noch Realität wurde, brachen bei Bruno und Aljona alle Dämme. Und natürlich – auch wenn ich nicht live dabei war – auch bei mir. Genau wegen solchen Geschichten liebe ich den Sport – und Olympia.

Falls ihr mitheulen wollt, hier der Moment in dem das Paar erfährt, dass es Gold gewonnen hat.