Pechwoche adieu!

Wenn Pech plötzlich Programm ist.

Uuuh, was habe ich mich diese Woche geärgert!

Während ich diese Zeilen in die Tastatur hacke, fährt gerade ein Segelboot an mir vorbei, auf einem unverschämt glitzernden See, die Sonne lacht. Alles gauckelt einem einen friedlichen Tag vor.

Denkste! Diese Woche hatte es in sich.

 

Ärger Nr. 1: 

Wer einen eigenen Internetshop betreibt, sollte sich ja nicht negativ über den eigenen Nährboden auslassen, aber am liebsten würde ich hier und jetzt schreiben: Das Internet ist gar nicht nett sondern manchmal überaus blöd.

Beispiel gefällig?

Ich habe im Netz Stühle bestellt. Wunderschöne Stühle, die ich schon lange haben wollte. Habgier und mein ausgeprägtes Schnäppchenjäger-Gen haben mich dazu verleiten lassen, meine Traumstühle in England zu bestellen. Zum halben Preis! Juhui.

Natürlich hab ich mich über diese Traummöbel-günstig-günstig-Homepage informiert, habe angeregt mit den Betreibern derselbigen gemailt, Listen von Betrüger-Sites durchstöbert - nix gefunden, alles klar.

So habe ich mir an einem gemütlichen Internet-Sonntag anfangs Februar meine Little Tulip-Chairs bestellt (natürlich gleich mit Kreditkarte bezahlt) und mich in Vorfreude geübt. Zwei Monate - hiess es - würde die Produktion dauern (auch dies hab ich Schweiz-intern abgeklärt: zwei Monate ist die normale Produktionszeit dieser Stühle).

Ein Monat vorbei, zwei Monate vorbei. Ende März wagte ich einen scheuen E-Mail-Vorstoss: "Wann treffen denn die tollen Stühle ein? So ungefähr?"

Eine Woche lang: nichts. Keine Fehlermeldung, keine Antwort. Nichts.

Dann endlich: "Es tut uns leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass die Produktion dieser Artikel eingestellt wurde. Vielleicht möchten Sie etwas anderes schönes aus unserem Online-Shop?"

NEIN! Nein, nein, nein, nein. Ich möchte DIESE Stühle und keine anderen.

Da man die Chairs weiterhin (und übrigens bis heute) über die Page bestellen konnte, gingen bei mir die Alarmglocken los. Bimmelbammel. Und sie klingeln immer noch. Seit drei Wochen versuche ich, das Geld zurückzukriegen. Und wenn das nicht bald auf meinem Konto erscheint, werde ich höchstpersönlich nach London fliegen und es mir abholen. Äh. Fliegen? Ist ja momentan dank Vulkanasche nicht möglich. Aber dazu später mehr.

 

 

Ärger Nr. 2:

Dasselbe in grün: Ich suchte im Internet nach einer Skihose. Da ich genau wusste, wie sie auszusehen hat (creme-farben, gerades Bein), suchte ich ganz gezielt danach. Und landete immer wieder auf outlets.de.  Das Angebot war verlockend: Wer die E-Mail-Adresse eintippt, der kann auf x verschiedene Outlets-Seiten zugreifen. Die Schnäppchenjägerin liess grüssen und tippte ihre Mail-Adresse ein.

Einen Outlet-Zugang kriegte ich bis heute nicht.

Nur eine Rechnung über knapp 100 Euro, die ich zu bezahlen habe, da ich mich registriert hätte.

Unterdessen bin ich etwas gescheiter. Beim Kassensturz erfuhr ich, dass ich nicht die einzige bin, die auf dieses Lockangebot reingefallen ist. Sogar das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) warnt in einer Broschüre vor genau diesen Internet-Abzockern. Und empfiehlt, die Rechnung nicht zu bezahlen und sich zu wehren.

Genau das habe ich versucht. Aber es kam nur eine nonchalante Antwort, dass man weiterhin auf mein Geld wartet. Die können lange warten! Grmpf.

 

 

Ärger Nr. 3:

Ferienfreude! Endlich Sonne, Strand, Wärme tanken. Zwei Tage vor Abflug bemerke ich, dass der Pass meiner Tochter ausläuft. Au weia! Schnell ein paar Informationstelefonate gemacht: ohne gültigen Pass keine Reise.

Ein provisorischer Notfall-Pass muss her! Kosten: CHF 100 auf dem Passbüro, CHF 150 auf dem Flughafen. Die nehmens von den Dummen! Als kleiner Vergleich: der neue biometrische Pass im Kombinationsset mit einer ID kostet für Kinder CHF 78..

Nun, selber schuld, da kommen wir nicht darum herum. So führt die Reise vor der Reise aufs Passbüro. Anstehen, warten, Fotos, Unterschrift. Voilà! Einmal provisorischer Pass für die Kleine. Wunderbar.

..

Und nun sitzen wir hier, über unserem Haupt die Asche. Der Flieger bleibt am Boden. Der Vulkan hört nicht auf zu spucken. Umsonst von Amt zu Amt gehetzt. Nix Ferien.

 

Liebe Pechwoche: Ich bin froh, wenn du dich so bald wie möglichst verkrümelst. Und am besten nimmst du die Asche gleich mit. Ciao!