Pedro Lenz' «Gschichte vo hie und hütt» D Büez vo den angere

Pedro Lenz, 53, Schriftsteller und Publizist, sinniert in seiner Mundart-Kolumne für die «Schweizer Illustrierte» darüber, dass er immer mehr selber machen muss - und ihm das viel zu schön verkauft wird.

D Chrankekasse het mer gschribe. Im Brief hets gheisse, vo jetz aa wärdi aues besser für mi. I chöng nämlech mis Konto ab sofort bequem säuber verwaute. Si hei mer es Passwort ggä und erklärt, was i söu machen und wie dass i mi chöng iilogge. Aues sig jetz vüu eifacher und vüu unkomplizierter. Si hei sicher scho rächt. Es isch eifacher und unkomplizierter, ömu für si, he jo, klar, wenn ig ihri Büez gratis mache. 

Eigetlech het me sech jo scho chli dra gwöhnt gha, dass me d Büez vo den angere muess mache. Säubschtbedienigsrestaurant gits scho sit ewige Zite. Mir tüe üsi Outo scho lang säuber tanke, ds Gmües im Lade säuber wääge, Bargäud am Outomat säuber useloh und so witer. Vo de Säubschtbedienigskasse wei mer gar nid aafoh.

Me het jo ou es gwüsses Verständnis derfür, dass vüu Dienschtleischtige fasch nümm z zahle si. D Ziten ändere haut, und jammere bringt nüt. Ds Personau choschtet, und es isch vor Ränditte här gseh sicher nid dumm, wenn der Aabieter vore Dienschtleischtig möglechscht vüu Büez a d Chundschaft delegiert. Aus Chund cha ni mi aapasse. Und ig persönlech nimes nümm persönlech, dass i gäng wi meh mues säuber mache. 

Ig persönlech nimes nümm persönlech, dass i gäng wi meh mues säuber mache.

Was mi de auerdings gliich e chli närvt, isch der Umgangston, auso dass ig vo gwüssne Firme behandlet wirde, wi nes Trotteli. I meine, für angeri schaffen isch no eis. Aber sech gliichzitig vo dene, wo me gratis für se schaffet, no lo säge, me heigs guet und me chöng froh si, dass me ihri Büez dörf mache, das geit de gliich e chli z wit. E Kolleg vo mir het zum Bischpüu vo letscht are Firma en Adrässänderig gschickt. De dünkts eim doch, di Verantwortleche bi dere Firma chönge das eso zur Kenntnis näh und vermerke. Minetwäge chönnte si eim ou zrüggschriibe, si heige ds Personau nümm, zum Adrässänderige verwaute, und drum chönge si di beträffendi Adrässänderig i ihrere Adrässkartei nid säuber iiträge. 

Es tüeg ne furchtbar leid, aber der Chund müess bi ihne dä Job grad säuber erledige. Aber nei! Der Kolleg, wo sini Adrässänderig het düreggä, chunnt en outomatischi Antwort über, wo druffesteit, es sig jetz bi ihrere Firma aues nöi und besser. Är chöng sini Adrässänderig praktisch und bequem mit weni Ufwand säuber i ihres Syschtem iiträge. Dank em ne persönleche Zuegangscode und sim Passwort heig er immer Zuegriff uf sine Date. Faus es spöter wieder zu Änderige sötti cho, gsäch er grad säuber, ob men öppis müess nocheträge, und so chöng er aufäuigi Apassige jederzit und vo überau säuber vornäh.

«Weisch», het der Kolleg zue mer gseit, «mit em ne lausige Service und em ne miserable Chundedienscht han i scho lang glehrt läbe. Aber dass si mer jeden Abbou umgehend aus nöischti Verbesserig wei verchoufe, a das muess i mi no gwöhne.»

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