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Pinnwand

Der Gastro-Blog: Essen, Trinken, Kochen und alles, was uns sonst bewegt.

Afrikanisch kneippen

SI-Sportreporter Iso Niedermann bloggt direkt von der Fussball-WM 2010 aus Südafrika.
Hier ein Mitteilung an meine Frau: Ja meine Liebste, du hast einmal mehr prima gepackt für mich! Ich bügle zwar Hemden, kann unsere Kinder bei Bedarf mit Alltagskueche am Leben erhalten und trenne souveraen die 40- von der 60-Grad-Waesche. Aber wie man einen Koffer vernünftig und zweckmaessig mit Reisebekleidung füllt, ist eines der weiblichen Geheimnisse, die ich wohl nie lüften werde (und ehrlich gesagt auch nicht so sehr den Ehrgeiz dazu aufbringe). Diesmal war die Pack-Herausforderung besonders gross. Zum einen, weil man ja als Schweizer Journalist eventuell schon Ende nächster Woche wieder die Heimreise antreten kann. Und trotzdem die theoretische Möglichkeit nicht ausser Acht lassen darf, dass man Hitzfeld und seine Buben bis in die Juli-Tage hier unten begleiten muss. 27. Juni oder gar 11. Juli? Der Unterschied beträgt 14 Paar Unterhosen oder eine zweite Tube Zahnpasta. Kleiner Koffer oder Seemannskiste, ist hier die Frage. Zum anderen - und das erscheint fast noch unberechenbarer als der Zeitpunkt des Turnierendes für unsere Mannschaft - ist da die Temperaturfrage. Klar war zwar schon vor der Abreise: Hier unten in Suedafrika ist Winter. Winter in Suedafrika aber heisst: Nachts in Vanderbjilpark auf 1700 m ü. M. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Tagsüber, wenn die Sonne scheint, schnell mal 20, 22 Grad. In Durban am indischen Ozean dagegen läuft man abends noch kurzärmlig rum, und wenn hier in Kwazulu Natal die Sonne lacht, gibts 26, 27 Grad wie nix. Da pack mal vernuenftig! Dicker Pulli? Unentbehrlich. Shorts? Unbedingt! Badehose? Das Meer vor Durban hat derzeit 24 Grad. Wattierte Jacke? In Bloemfontein sollen sie das Bier zum Kühlen nachts auf die Stadion-Sitzplaetze verteilen. Regenschutz? Zumindest im Strafraum vor Benaglio ist fuer heute Nachmittag heftigster Sturm angesagt.   Mit diesen Temperaturschwankungen muss man umgehen können. Mein Fotograf Remo hat inzwischen richtiggehend Routine darin, in unserem Chalet im Emerald Resort zum richtigen Zeitpunkt die Klimaanlage von maximal runterkühlen auf kräftig heizen umzustellen. Ich aber bin wie gesagt fuer jeden Klimafall gewappnet. Meiner Liebsten zu Hause sei Dank. Und inmitten all der temperaturmaässigen Unwägbarkeiten gibt es immerhin eine beruhigende Konstante: In den Pressezentren herrscht durchgehend Frost. Da gibts kein Werweissen über den Dresscode - egal ob Jo'burgh, Port Elizabeth oder Durban. Den röhrenden Klimaanlagen sei Dank. (Deren Sound ich notabene nullkommasofort gegen 50 toenende Vuvuzelas eintauschen wuerde.) Ach ja meine Liebe, Schal und Handschuhe hast du vergessen...