fwe

Pinnwand

Der Gastro-Blog: Essen, Trinken, Kochen und alles, was uns sonst bewegt.

Ayoba! - let's go!

SI-Sportreporter Iso Niedermann bloggt direkt von der Fussball-WM 2010 aus Südafrika.

Kriminalität! Winterkälte! Chaos! Jetzt bin ich also da. Mehr als 8000 Kilometer von zu Hause entfernt. Und bestens vorgewarnt. Südafrika, das Land der lauernden Gefahren und drohenden Unannehmlichkeiten. Hinter jeder Ecke ein potenzieller Räuber. Lauter überforderte Wilde. Und eine Bise Mitte Juni, die gnadenlos unter die Kleider fährt.

Doch jetzt muss es einmal gesagt sein: Alles wahr!

Mir kann man kein X für ein U vormachen. Es hat schon im Flieger angefangen. Mittelplatz, Reihe 36. Danke Swiss! Vor mir johlende Holländer, hinter mir dauerquasselnde Mexikaner, links eine dänische Familie mit zwei quängelnden Buben. Und rechts mein Fotograf Remo, der zwar nichts falsch macht, aber eben genau dort sitzt, wo ich auf den 11 Stunden Flug Richtung Johannesburg gerne mal meine Beine ausgestreckt hätte.

Wer das überstanden hat. lässt sich von röhrenden Vuvuzela-Klängen und kreischenden Trillerpfeifen im Ankunftsgebäude des Oliver-Tambo-Airports nicht täuschen. Das riecht und tönt untrüglich nach Touristen-Nep. 20 Schwarze, ausgelassen tanzend ganz in Gelb? Standort-Marketing! Tausend mal "very welcome to South Africa" aus lauter lachenden Mündern? Ablenkung von den Gaunern, die mit Sicherheit irgendwo draussen auf uns warten! Heillos verstopfte Autobahnen mit nicht zählbaren wild schaukelnden und hupenden Autos, denen aus jeder Öffnung gelb-grün-rote Fahne quellen? Was für ein Mangel an Disziplin im Strassenverkehr!

Doch ich hege Hoffnung auf eine WM in geordneten Bahnen. Nach einer Stunde Autofahrt vom Flughafen, erreichen wir das Emerald Resort & Casino. Das Epizentrum schweizerischer Fussballbegeisterung! Vanderbjilpark. Für mindestens 20 Tage das Zuhause von Ottmar Hitzfeld, seinen Spielern und uns Journalisten. Paradiesisch! Nichts zu hören, nichts zu sehen, nichts zu tun. Zürichs Public-Vewing-Verantwortliche hätten ihre helle Freude. Die totale Abgeschiedenheit fern aller weltlichen Versuchungen. (Vom Casino mal abgesehen.) Am Horizont grüsst eine Gruppe Kühltürme des örtlichen Kohlekraftwerks. Ein wahrer Kraftort. Barnetta und Co. out in Africa.

Und morgen steigen wir dann unterwegs auch mal aus dem Auto aus. Wär doch gelacht, wenn wir nicht herausfänden, weshalb hier eigentlich Alle so fröhliche Gesichter machen.