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Pinnwand

Der Gastro-Blog: Essen, Trinken, Kochen und alles, was uns sonst bewegt.

(B)log out

SI-Sportreporter Iso Niedermann bloggt direkt von der Fussball-WM 2010 aus Südafrika.

So, das wärs jetzt also. Fast drei Wochen Südafrika, und morgen geht’s mit der Swiss Richtung Norden. Schon seltsam, wenn man aus dem Süden in die Schweiz zurückkommt und sich auf die Wärme freuen kann.

Im Flieger wird ausser einem Haufen ausgenüchterte Schweizer Journalisten auch ein Haufen ernüchterte Schweizer Tschutter sitzen. Die sollten eigentlich für den historischen Sieg gegen Spanien die ersten 4 Stunden Flug in der Firstclass sitzen dürfen, für die Niederlage gegen Chile die zweiten vier Stunden in der Economy (jeder einzeln neben einem Journi), und für die Leistung gegen Honduras den Rest der Reise im Gepäckabteil unten stehen müssen.

Aber sind wir mal nicht so. Andere aus der Schweizer Delegation haben auch grässlich defensiv gespielt hier unten in Südafrika. Ich weiss, Ihnen, verehrtes Publikum, ist es ja wurschtegal (wie Gilbäär Gress zu sagen pflegt), wie unsere Beiträge in Wort und Bild und Ton zustande kommen. Aber es soll hier doch einmal noch so richtig geklönt werden dürfen: DAS WAR GRAUENHAFT FÜR UNS JOURNALISTEN, liebe Herren von der Delegationsleitung! Wie den Schweizer Medienleuten die Arbeit hier erschwert (um nicht zu sagen: verunmöglicht) wurde, gehört ins Lehrbuch des unfreundlichen Benehmens. Wenn dann selbst die Fernsehfritzen jammern, sie könnten ausser an den offiziellen Medienterminen gar nix mit den Spielern machen, hats weit hinunter geschneit.

Damit aber genug der Selbstbemitleidung. Es war nämlich auch schön in Südafrika. Mein Fotograf Remo und ich haben hier 20 Tage Freundlichkeit in einem wunderschönen Land erlebt. Und so sei hier eine Top-Ten-Liste unserer unvergesslichsten Momente präsentiert:

10. Das Fussballspiel Deutschland - Ghana
in Johannesburg: Ein grandioses Match zweier Teams, die gewinnen und nicht zuerst das Verlieren verhindern wollten. Und dies im Soccer-City-Stadium, einem unbeschreiblich tollen Stadion, von dem wir lieber nicht wissen wollen, ob und wie es nach der WM genutzt wird.

9. Der Schreck, als wir erfuhren, dass mehrerer Journalisten-Chalets ausgeräumt wurden, während wir in Durban waren. Und das tolle Gefühl der Sicherheit, das uns in der Folge die fröhlich vor sich hin pfeifenden Pensionäre auf Patrouille im Resort vermittelten.

8. Die Erkenntnis, in welch atemberaubend kurzem Rhythmus unser für eine Sportartikel-Firma mitgerreister Freund Roger Z. (Z wie Zebra)  von einer Futterstelle zur nächsten wechseln konnte. Und wie ansteckend sein Appetit mit der Zeit wirkte.

7. Die erste Reise im Mietauto an den Match Argentinien - Nigeria nach Johannesburg und das äusserst lustige Gefühl, als uns das Navigationsgerät zielsicher in eines der üblen Downtown-Quartiere von "Jozy" (so nennen die Einheimischen Jo'burgh liebevoll) führte.

6. Die Fahrt mit zwei Rangerinnen und Alain Sutter in den kleinen Safaripark im Gelände des Emerald Resorts. Die dummen Kudu- oder Zebraviecher dort liessen sich zwar easy mit ein Paar Futterbrocken ans Auto locken, waren aber jedes Mal sofort in alle Himmelsrichtungen verschwunden, wenn Remo seine Kamera auch nur diskret entsicherte.

5. Der letzte Abend im Resort war einer ohne jeden Arbeitsauftrag. Entsprechend die Feierlaune von uns Journalisten. Was in wilden Tanzversuchen zusammen mit den entzückten einheimischen Frauen mündete. Es gibt solche, die froh sind, gibt’s keine Fotos vom Event.

4. Der Besuch des Addo-Elephant-Gameparks eine Stunde ausserhalb von Port Elizabeth war das schönste Naturerlebnis. Sofern man Chauffeur Richard nicht mitrechnet, der einem ohne erkennbare Pause die Ohren vollquasselte. Äääh, was hat er da nur schon wieder erzählt??

3. Die nächtliche Rückkehr aus Durban. Zuerst im unheizbaren Bus bei 5, 6 Grad (im Innern des Fahrzeugs) vom Flughafen Jo'burgh nach Vanderbjilpark. Entsprechend die Vorfreude auf die Ankunft um 04.00 Uhr morgens im kuschligen Chalet. Nur dass es dort drin noch etwa 3 Grad hatte und sich die Heizung partout nicht in Gang setzen liess.

2. Der erste Einkaufsbummel fürs Barbecue im Supermarkt. Auf der Suche nach anständigen Steaks für den Grill betraten wir es, mit leuchtenden Augen und 500-Gramm-"Elefantenfüssen" kamen wir wieder raus.

1. Das Highlight der Reise! Die beiden Parkbediensteten Zaccharias und Simon im Übergwändli als von uns beauftragte Paparazzi auf Bilderfang von unserer Nati bei deren Trip in den Safaripark. Ein Schauspiel, das verfilmt werden müsste. Remo und ich als Zuschauer zusammengekrümmt vor Lachen in sicherer Distanz, Zacch als Fotograf und Simon als wild hopsender Fan beim Safarijeep. GROSSARTIG! UNVERGESSLICH! Zachharias und Simon, ihr seid unsere Helden Südafrikas!

Es war great, das alles erleben zu dürfen. Man konnte darob die Attraktivität des Schweizer Fussballs glatt vergessen.

Ngiyabonga, South Africa. Dankie und sala kakuhle! Cheers!