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Der Gastro-Blog: Essen, Trinken, Kochen und alles, was uns sonst bewegt.

Gracias, Laura!

Gewinnwarnung: Hervé braucht ein Hotel-Zimmer in Vancouver! Wie uns männliche Intuition trotzdem vor dem finanziellen Ruin gerettet hat.

Bei unserem letzten Vancouver-Besuch blätterten wir für unser Zimmer, das sei an dieser Stelle nun verraten, schlappe 570 Dollar hin. Deshalb will Hervé auf keinen Fall zurück ins «401 Motor Inn» - auch wenn ihm der geschäftstüchtige Inder bestimmt sein bestes Zimmer anbieten würde. So versuchen wir unser Glück zuerst wieder beim «Accomodation Desk» des Organisationskomitees.

Ich rufe an, melde mich als «Alex» (ist im englischsprachigen Raum einfacher so) und erkläre der Frau am anderen Ende der Leitung unser Anliegen. Sie möchte den Namen meines Kollegen wissen:

Ich: «Hervé Le Cunff»
Sie: «Oh Jesus, could you spell that name for me?»

Kann und tue ich natürlich. Allerdings brauchen wir mehrere Versuche, bis sie den Namen richtig notiert hat. Weiter:

Sie: «Alex, for which media organisation do you work?»
Ich: «Schweizer Illustrierte»
Sie: «...?»

Also buchstabiere ich wieder: S-C-H-W-E-I-Z-E-R... I-L-L-U-S-T-R-I-E-R-T-E...

Sie checkt ihren Computer, und eine Minute später sagt sie (ich übersetze von jetzt an): «Ich habe ein letztes Einzelzimmer gefunden. Es kostet 480 Dollar.»
Ich: «Uff, das ist zu teuer.»
Sie: «Vielleicht kann ich eine zehnprozentige Preisreduktion aushandeln. Ausserdem muss ich nachfragen, ob das Zimmer wirklich frei ist. Rufen Sie mich in zwei Minuten wieder an.»
Ich: «Okay, mache ich. Wie war gleich ihr Name?»
Laura: «Laura.»

Und in dem Moment, als sie mir ihren Namen sagt, passiert etwas Erstaunliches. Obwohl Laura keinen Akzent hat, spüre ich etwas. Nein, mehr noch, ich weiss es: Die Frau am anderen Ende der Leitung ist eine Spanierin. Sie muss eine sein.

Ich: «Laura, eres española?»
Laura (auf Spanisch): «Das gibt’s ja gar nicht. Und ob!»

Das Hotelzimmer ist nun vergessen, es folgt ein gemeinsames Viva! auf Spanien, das spanische Essen und unseren König. Und natürlich heisse ich nun Alejandro und nicht Alex.

Laura: «Also Alejandro, ruf mich in zwei Minuten wieder an. Ich schau mal, was ich machen kann.»

Zwei Minuten später hat Hervé ein Doppel-Zimmer zur Einzelbenutzung an bester Lage. Der Preis: 150 Dollar. Olé!
 

Alejandro Velert ist Sportredaktor der Schweizer Illustrierten und verfolgt die Olympischen Spiele gemeinsam mit Fotograf Hervé Le Cunff live vor Ort in Vancouver.