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Der Gastro-Blog: Essen, Trinken, Kochen und alles, was uns sonst bewegt.

Ice Ice Baby - ein Selbstversuch im Video!

Nach all den Diskussionen um die WM-Pisten wollten Hervé und ich herausfinden, ob die Profi-Strecken wirklich so krass wie behauptet sind. Ich mein, eisige Pisten gibt’s bei uns in den Skiferien auch. Und Eis ist schliesslich Eis, oder?

Und so gehen Hervé und ich frohen Mutes an den Start der Männer-Abfahrt. Unsere erste Erkenntnis: Die WM-Piste ist nicht etwa weiss, weil da Schnee liegen würde. Nein, das sieht nur so aus, weil die Fahrer mit ihren Kanten das Eis aufgekratzt haben. Aber so schnell lassen wir uns nicht entmutigen. Drei Mal versuche ich, mehr oder weniger anständig den Starthang runter zu fahren, aber bis zum ersten Sturz vergehen nie mehr als zehn Meter. Mein Gott, das ist wirklich eisig.


Doch so schnell geben wir uns nicht geschlagen. Nach einem ermutigenden Bier wagen wir uns an den nächsten Teil der Strecke, dem Tröglhang, der ist dummerweise 63% steil, aber egal, das ziehen wir jetzt durch. Die Profis trainieren da jetzt Slalom, aber am Nachmittag ist die Piste leer. Hervé und ich ziehen zuerst Ski bzw. Snowboard aus und schauen, von wo aus er filmen könnte, wenn ich runterfahre. Wir steigen einen halben Meter die Piste runter und spätestens da realisieren wir, dass das Ganze ganz einfach eine Nummer zu gross für uns ist. Unter unseren Füssen ist das Eis so blank, das es blau schimmert. Wir beschliessen umzukehren und uns weiter unten eine flachere Stelle zu suchen. Doch wie schaffe ich den halben Meter zurück nach oben? Hervé kann mit den Skischuhen kleine Stufen in das Eis hacken, aber ich habe mit den Snowboard-Schuhen keine Chance. Ich bekomme es mit der Angst zu tun, weil ich langsam ins Rutschen komme.

Mein Versuch, mich am Snowboard festzuhalten, schlägt fehl und die Schwerkraft ist unerbittlich. Kurz darauf sause ich mit horrendem Tempo den Hang runter. Zuerst mit den Füssen voraus, dann mit Händen und als ich die erste Kippstange treffe, drehe ich mich wie ein Karussell. Von da an habe ich gewartet, bis der Hang endlich aufhört. Aber ein paar Hundert Meter können sich ganz schön in die Länge ziehen. Irgendwann war die Rutschpartie dann endlich zu Ende – und ich immer noch ganz. Nur mein Snowboard hatte noch nicht genug und sauste weiterhin fröhlich den Hang runter.

Als ich mich wieder gesammelt und mein Snowboard gefunden hatte, haben wir dann in flacherem Gelände gefilmt, wie ich um die Slalomstangen kurve. Ich weiss, es sieht jämmerlich aus. Aber besser ging’s wirklich nicht. Im Video hat’s auch eine kurze Sequenz, in welcher man mich auf der normalen Piste sieht. Nein, sie soll nicht meiner Ehrenrettung dienen. Die Sequenz soll zeigen, wie gross der Unterschied zwischen Normal- und Profi-Piste für einen Amateuren ist. Etwas zu gross, für meinen Geschmack…