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Der Gastro-Blog: Essen, Trinken, Kochen und alles, was uns sonst bewegt.

Reisen bildet

Eine dreistündige Feldforschung auf den Skipisten von Whistler fördert zwar keine wissenschaftlichen Daten zutage. Aber ein paar interessante Erkenntnisse.
  • Whistler ist so etwas wie das St. Moritz der Rocky Mountains. Wahrscheinlich kostet die Halbtageskarte deshalb 72 Dollar.
     
  • Selbst wenn man alleine auf dem Sessellift sitzt: Fürs Rauchen einer Zigarette kann's jederzeit einen Rüffel geben. Und zwar von den Leuten auf dem nächsten Sessel - zwanzig Meter weiter hinten.
     
  • Die Jungs, die bei den Skiliften arbeiten, lassen keine Ländlermusik laufen: Dafür gibt's beim Absteigen vom Sessel mal ein freundliches «Have fun!», mal ein «Give me five, man», oder sie putzen einem mit dem Besen den Schnee vom Brett. Und das Ganze wirkt nicht mal aufgesetzt. Die haben echt Spass daran!
     
  • Auf dem Sessellift wird man jedes Mal - jedes Mal! - angequatscht. Ohne ein «How are you doing?» oder «Where are you from?» zu beantworten, schafft man's nicht auf die Piste.
     
  • Wer schusselig genug ist, seinen Schal in der Gondel zu vergessen und einen Handschuh im Bergrestaurant zu verlieren, ist selber schuld und kann sich innerlich gleich davon verabschieden. Die Erfolgsquote des Fundbüros liegt nämlich bei null Prozent.
     
  • Wer ungeschickt genug ist, den verbliebenen Handschuh vom Sessellift fallen zu lassen, hat mehr Glück: Nach einer Viertelstunde liegt der immer noch am gleichen Ort.
     
  • Einen «Good save!»-Ruf gibt's zu hören, wenn man im Bergrestaurant die Treppe zum WC runterstolpert, sich aber gerade noch am Treppengeländer festhalten kann.
     
  • Letzte Bergfahrt ist bereits um 15.30 Uhr. Der Grund: «Viele Leute verirren sich in den Bergen und wir wollen nicht, dass sich die Bären an Menschenfleisch gewöhnen.» Gutes Argument, finde ich.
     
  • Ebenfalls ab 15.30 Uhr stehen die Mitarbeiter des Skigebietes in leuchtfarbenen Jacken mitten auf der Skipiste. Der Grund: So verringern die Skifahrer auf der Talabfahrt das Tempo und die Unfall-Quote sinkt.
     
  • Oft gehört - und es stimmt: In den Rocky Mountains hat man die Skipisten teilweise ganz für sich alleine. Das hat aber nicht nur Vorteile. Ein Beispiel: Wenn man fünf Minuten lang am Boden liegt, weil man so unglücklich auf den Hintern gefallen ist, dass man das Gefühl hat, sich in einen Dark-Room verirrt zu haben, hilft einem kein Schwein.

Es gibt übrigens auch Gemeinsamkeiten zu den Skigebieten in der Schweiz:

  • Ein Typ hat mich beim Anstehen geschubst. Es war ein Deutscher.
     

Alejandro Velert ist Sportredaktor der Schweizer Illustrierten und verfolgt die Olympischen Spiele gemeinsam mit Fotograf Hervé Le Cunff live vor Ort in Vancouver.