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Pinnwand

Der Gastro-Blog: Essen, Trinken, Kochen und alles, was uns sonst bewegt.

Slowakei-Shirt gefällig?

SI-Sportreporter Iso Niedermann bloggt direkt von der Fussball-WM 2010 aus Südafrika.

Jetzt wird’s aber ganz hart. Der WM-Blog unterliegt ja eigentlich dem ungeschriebenen Gesetz, dass er zumindest nicht allzu bierernst sein sollte. Ich aber komme aus dem als Stadion verkleideten Gefrierschrank von Bloemfontein, wo ich mir eines der schlechtesten Fussballspiele ansehen musste, mit denen der gemeine Fan jemals gequält wurde. Was für ein Gewinn für diese WM, dass diese beiden Mannschaften in den Achtelfinals ihren Grusel-Fussball nicht mehr zeigen dürfen.

Und natürlich gabs nirgends mehr etwas Warmes zu essen, bis wir nach Pressekonferenz und Mixedzone-Gesprächen endlich aus dem Stadion gekommen sind. Und dann schreib mal etwas Heiteres mit diesem fussballerischen Schrecken in den durchfrorenen Knochen!

Ich möchte unseren Tschuttibuben ja nicht zu nahe treten. Und erst mal besser machen!, bekommt man bei laut geäusserten Gedanken wie obigen oft zu hören. Tja, fällt mir ehrlich gesagt schwer. Weshalb ich nun doch lieber drauf verzichte, die gesammelten Offensiv-Versuche der Schweizer an dieser WM zu beschreiben. Obwohl es natürlich schon verlockend wäre, weil ich dann ein paar todsichere Heiterkeitserfolge verbuchen könnte.

Bleib ich halt bei dem, was mich heute am zweitmeisten beschäftigt hat: Dem Souvenir-Einkauf. Allerdings mache ich mich auch damit verdächtig. Auf die Suche nach Reiseandenken macht man sich nämlich dann, wenn die Abreise kurz bevorsteht. Hätte ja sein können, dass wir nach den Spaniern auch noch die Brasilianer in Angst und Schrecken erstarren lassen... Und dann wäre meine Andenken-Jagd definitiv verfrüht und damit leicht daneben gewesen.

Hab ich also nochmals Schwein gehabt mit dem Timing. Weniger mit dem Einkauf selbst. Was nämlich bringt man sich selbst und seinen Lieben nach Hause mit von einer Fussball-WM? Richtig, all diese tollen Merchandising-Artikel, mit denen die Fifa ebenfalls noch ein Bisschen Geld verdient.

Das Problem in Bloemfontein war, dass es hier genau eine vernünftige Shoppingmall gibt. Und in dieser scheinen sich sämtliche südafrikanischen WM-Fans in den vergangenen Wochen mit ihren Shirts und Jacken und Kappen und anderen Accessoires eingedeckt zu haben. Was nämlich in den vielen Läden dieser Mall noch ausgelegt war, darf man ohne frech zu sein als Restposten bezeichnen. All die tollen Kapuzenjacken und kunstvoll bedruckten Fan-Shirts - warum gibt’s davon keine mehr? Dabei laufen die Leute hier alle darin eingekleidet rum.

Das heisst: Es gibt sie schon, aber wer möchte schon ein Slowenien-Retroshirt? Wer eine Deutschland-Sportjacke? Wer eine coole Sporttasche mit "Allez les Bleues!"-Logo? Mit Brasil-Artikeln sind ganze Abteilungen voll. Aber was soll ich damit? Die nehmen wir dann in vier Jahren von der WM in Brasilien mit.

Ich möchte aus Südafrika Südafrikanisches heimbringen. Ein Bafana-Bafana-Trikot, eine dieser stylisher Shosholoza-Jacken. Alles weg - "sorry Sir, we're sold out with these South African Articles." Was ich am coolsten finde, gibt’s sowieso nicht zu kaufen: Diese grün-gelben Anzüge, in die die zahllosen Volunteers eingekleidet sind. Von den typisch südafrikanischen Perlenfigürchen und Holzskulpturen liegen schon von früheren Reisen ans Kap zu Hause genug herum.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Noch warten die zahlreichen WM-Merchandising-Stände am Flughafen auf mich. Und im schlimmsten Fall, wenns auch dort heisst: Ausverkauft!, dann weiss ich, womit ich mein Reisegepäck fülle: Ich kenne da einen Laden, in dem sie die tollsten Vuvuzelas verkaufen…