Prien, Deutschland

Konservenurlauber-Prien ist kein schöner Tod.

Kurz vor 11 Uhr nachts sind auch Alex und Reto von «All In» eingetrudelt. Die junge Serviertochter hat sich über frisches Fleisch gefreut und die Jungs erfolgreich zum Schnäpslitrinken verführt. Heute Morgen sind wir drum im Halbstundentakt ans Frühstücksbuffet getröpfelt.

Unser Plan, am Ufer ins Gras zu liegen, hat das liebe Wetter vereitelt. Theoretisch ist die Chiemsreeregion ein Sportmekka. An einem regentrüben Tag wie diesem, an dem die Schiffahrt auf dem Tümpel (der als Deutschlands grösster Binnensee grad mal so gross ist wie der Greifensee im Zürcher Oberland) keine wirklich attraktive Variante ist, wissen auch die anderen Urlauberinnen und Urlauber wenig mit sich anzufangen. Zeit für einen Zwetschgenstrudel oder ein frühes Hefeschneckerl.

Während ich im Zimmer schreibe, sind Reto und Alex von «All In» anderweitig beschäftigt. Überwacht von meinem eher technophoben Gspänli Chris sortieren sie mit leuchtenden Augen die etwa siebzehn losen Kabelenden unseres Ersatz-Autoradios, einer Organspende von Carlo und Duri vom Team «Vanishing Point». Bastelmänner find ich sexy.