Renggli’s Top Ten

Olympische Schäferstündchen

Spiel – Satz – Liebe. Olympische Spiele sind auch eine Partnerbörse. Werden in den Stadien die Lichter gelöscht, geht im Olympischen Dorf die Party richtig los – und finden einsame Sportler-Herzen zueinander. Die Top Ten der heissesten Olympia-Romanzen.
  1. Mirka Vavrinec und Roger Federer: An den Olympischen Spielen in Sydney 2000 schlug Roger Federer sein bisher wichtigstes Ass. Das Spiel um die Bronzemedaille hatte er gerade verloren, aber im Tiebreak der Herzen nahm er all seinen Mut zusammen und küsste die Sportkameradin Mirka Vavrinec das erste Mal. Der Rest ist Geschichte.
     
  2. Silvia Sommerlath und Carl Gustav. Die Deutsche Silvia Renate Sommerlath arbeitete an den Olympischen Spielen in München 1972 als Chef-Hostess und Dolmetscherin. Da lief ihr der schwedische Kronprinz Carl XVI. Gustav über den Weg. Ein Jahr später wurde aus dem Kronprinz ein König – und am 19. Juni 1976 nach einer royalen Märchenhochzeit  aus der Bürgerlichen eine Königin. Die Beziehung der beiden hat seither alle postolympischen Sturmfronten und Seitensprünge überstanden.
     
  3. Dana Ingrova und Emil Zatopek. Die Speerwerferin und der Langstreckenläufer waren das Traumpaar der tschechoslowakischen Leichtathletik. Am 19. November 1948 – beide hatten an diesem Tag Geburtstag – gaben sie sich das Jawort. Zuvor hatte Emil Zatopek an den Olympischen Spielenin London mit dem Sieg über 10'000m und dem zweiten Platz über 5000m seine ersten grossen Erfolge gefeiert. Vier Jahre später folgte die Krönung auf dem Olymp. Fast zeitgleich gewann das Ehepaar in Helsinki Gold – Dana, nun unter dem Namen Zatopkovaim im Speerwerfen, Emil über 5000m. Zatopek gewann vor 60 Jahren als erster und bisher einziger an den gleichen Spielen über 5000m, 10'000m und im Marathon – innerhalb von nur acht Tagen.
     
  4. Ludmilla Beloussowa und Oleg Protopopow. Das sowjetische Eiskunstlauf- und Ehe-Paar setzte Massstäbe: Olympia-Gold 1964 und 1968 – dazu vier WM-Titel. Ab 1972 traten die beiden als Solisten des Eisballetts in Leningrad auf. Anlässlich eines Gastspiels in der Schweiz baten sie um Asyl. Sie leben heute in Grindelwald. Seit 1995 besitzen sie die Schweizer Staatsbürgerschaft. 
     
  5. Karl Molitor und Antoinette Meyer. Er gewann an den Olympischen Spielen 1948 in St. Moritz Bronze in der Abfahrt und Silber in der Kombination, sie fuhr im Slalom auf den Silber-Platz. Der Berner Oberländer und die Urnerin waren das erste Traumpaar des Skisports. Am 24. November 1948 heirateten die beiden. Antoinette Molitor starb vor zwei Jahren. «Moli», bis heute Rekordsieger am Lauberhorn, feierte am 29. Juni seinen 92. Geburtstag und erfreut sich bester Gesundheit.
     
  6. Charlene Wittstock und Prinz Albert. Charlene Lynette Wittstock war eine der schnellsten Schwimmerinnen in Südafrika, Prinz Albert von Monaco im Nachtleben ein nicht minder erfolgreicher Trophäenjäger. Im Jahr 2000 lernten sich die beiden kennen, sechs Jahre später traten sie an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Turin erstmals gemeinsam im Scheinwerferlicht auf. Fünf Jahre später folgte die Hochzeit – und die Beförderung zum olympischen Fürstenpaar.
     
  7. Olga Fikotova und Hal Connolly. Die tschechoslowakische Diskuswerferin und der amerikanische Hammerwerfer lernten sich an den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne kennen. Beide gewannen Gold – und fanden durch den eisernen Vorhang auch privat zueinander. Ein Jahr später heirateten die beiden. 1972 – an ihren letzten Olympischen Spielen – führte Olga Connolly die US-Delegation als Fahnenträgerin an.
     
  8. Franziska van Almsick und Stefan Kretschmar. Pech im Spiel – Glück in der Liebe. An den Olympischen Spielen in Sydney 2000 ging die deutsche Schwimmerin ebenso baden wie das Handballteam. Doch bei der Frustbewältigung im Olympischen Dorf kamen sich van Almsick und Kretschmar näher. Vier Jahre später ging die Beziehung bachab. 
     
  9. Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler. Das Vorzeigepaar des deutschen Eiskunstlaufs. Kilius/Bäumler gewannen an den Olympischen Spielen 1960 in Squaw Valley und 1964 in Innsbruck die Silbermedaillen. Auch eine private Liaison wurde ihnen nachgesagt – und wurde 1964  unter dem Titel «Die grosse Kür» sogar verfilmt. Doch das wahre Leben ging einen anderen Weg. Kurz vor der Premiere heiratete Kilius – zum Leidwesen des Regisseurs – den Fabrikantensohn Werner Zahn. Der Film wurde trotzdem ein grosser Erfolg und erhielt 1967 («das grosse Glück») eine Fortsetzung.
     
  10. Marion Jones und C. J. Hunter. Sie war die schnellste Frau der Welt, er ein mächtiger Kugelstösser. Vor den Olympischen Spielen in Sydney 2000 erklärte Hunter wegen einer angeblichen Knieverletzung kurzfristig forfait – und stellte sich als persönlicher Trainer ganz in den Dienst seiner Gattin. Später wurde bekannt, dass Hunter vor den Spielen in den Dopingkontrollen hängengeblieben war. Jones gewann fünf Medaillen (dreimal Gold/zweimal Bronze). Doch das Glück war von kurzer Dauer. In einem spektakulären Prozess gab sie den Dopinggebrauch zu, gab alle Medaillen zurück. 2002 wurde ihre Ehe mit Hunter geschieden. Trotzdem: Es war eine Beziehung von höchst positiver Ausstrahlung.